Harald Baumgartner: „boahoat und bazwoach“

Wie bereits geschrieben, bin ich ein großer Fan der österreichischen Musikszene, die sich in den letzten Jahren erstaunlich gemausert hat – und das trotz nicht nennenswerter Unterstützung. Natürlich grase ich alle möglichen Channels ab und habe auch Eberhard Forchers AUSTROZONE auf YouTube abonniert.

©

© Jakob Maul

Eberhard Forcher ist in Österreich ein bekannter Radiomoderator (um nicht zu sagen Moderatorenlegende). Er selbst hatte zu Zeiten des Austropops mit Tom Pettings Herzattacken eine Band, die in den Charts vertreten war. Nun hilft er der österreichischen Musikszene, in dem er ein Mal pro Woche fünf Songs heimischer Interpreten vorstellt. Und so bin ich auch auf Harald „Hari“ Baumgartner gestoßen. Der aus dem oberösterreichischen Vöcklabruck stammende Multiinstrumentalist wohnt zurzeit in Wien. Er arbeitete u.a. mit Andy Baum, Drew Sarich, Marianne Mendt, Die fantastischen Vier, Krautschädl und Philipp Harnoncourt und ist wahrscheinlich auch durch seinen dritten Platz bei der TV-Sendung „Herz von Österreich“ auf Puls 4 bekannt, bei der nur österreichische Lieder gesungen werden durften.

Nicht nur, dass mich seit Norbert Schneider Mundart-Songs begeistern, nein, hat Harald Baumgartner mit der zweiten Singleauskoppelung „boahoat und bazwoach“ (übersetzt etwa „beinhart und butterweich“) aus seinem wirklich ausgezeichneten Album „melancholèrisch“ auch noch der Schreibmaschine eine kleine Hommage gewidmet. Aber nicht so, dass sie  – eine sehr alte Olympia (laut Schreibmaschinenexperte Georg Sommeregger handelt es sich bei dem Modell um eine Filia) – einfach in einem Videoclip vorkommt, sondern dass sie mit ihren Tippgeräuschen im Lied auch den Takt angibt. Inhaltlich geht es in dem Video und Song um einen Chef, der seine Untergebenen im Büro drangsaliert und alles besser weiß. Einerseits muss er den harten Hund markieren, andererseits gibt ihm auch sein Körper zu verstehen, dass seine Work Life Balance ziemlich im Ungleichgewicht ist.

„Die Idee zu ‚boahoat und bazwoach‘ war eine Bürosituation, in der die Mitarbeiter und Innen einen sehr mühsamen Chef zu erdulden haben – und nachdem ich sehr auf alte Retrosachen stehe, bin ich auf die Idee gekommen, den Beat mit einer Schreibmaschine spielen zu lassen“, erzählte der Sänger den Schreibmaschinisten auf Anfrage. Und die Schreibmaschine kommt auch auf der Bühne zum Einsatz: „Bei Livekonzerten mache ich’s oft so, dass mein Bruder (der die Maschine spielt) einen Zettel einlegt und ich lese nach dem Song vor, was er geschrieben hat… Außerdem hat es einen super Effekt auf der Bühne wenn plötzlich ein Sound daher kommt, mit dem keiner wirklich rechnet“, so Baumgartner.

Rodja

INFO: http://www.haribaumgartner.com

 

Über Die Schreibmaschinisten

Journalist, Indie-Film-Fan(atiker), Möchtegern-Autor und Schreibmaschinist
Dieser Beitrag wurde unter Schreibmaschinen im Fokus abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Harald Baumgartner: „boahoat und bazwoach“

  1. Pingback: K-JiL: “Typewriter” | Die Schreibmaschinisten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s