Bret Easton Ellis liebäugelt mit der „Typewriter Edition“

Persol… uh, das weckt Erinnerungen. Ende der 80er, Anfang der 90er bekam ich eine solche Sonnenbrille geschenkt. Ich. Der uncoolste Typ überhaupt, der gerade so das Gleichgewicht auf dem Skateboard halten konnte, lange Haare hatte und Heavy Metal hörte. Ja, damals bedeutete das noch Ausgrenzung, vor allem, wenn man schon in den 80ern damit angefangen hatte, Klassik UND Heavy Metal zu hören. Aber trotzdem war ich dankbar, endlich mal eine Sonnenbrille zu bekommen. Obwohl sie für mein damaliges Gesicht vielleicht zu groß war. Und mit dem Motorradhelm später sah ich erst recht aus wie Puck die Stubenfliege. Aber ich mochte sie sehr. Sehr flexibel, sehr zuverlässig.

Aber deswegen betreibe ich ja nicht diesen Blog hier.

©  Persol / Luxottica

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Dieser Blog soll das Interesse an der Schreibmaschine erwecken. Ein Ding, das bis vor einigen Jahren noch sehr gebräuchlich war. Doch jetzt? Jetzt hat sie mehr einen Kultstatuts. Sie ist eine Ikone geworden, die man heutzutage (vermeintlich) nicht mehr wirklich braucht. Insofern sollte man als Schreibmaschinen-Fan eigentlich recht dankbar sein, wenn eine Brillen-Marke wie Persol dem Arbeitsgerät mit der Typewriter Edition sogar eine Sonder-Modellreihe widmet. Eine Hommage, sozusagen. Und mit Bret Easton Ellis („American Psycho“, „Less Than Zero“, „The Rules Of Attraction“, „Imperial Bedrooms“) konnte man sogar einen namhaften US-Autoren als Testimonial gewinnen.

©  Persol / Luxottica

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Für die Kampagne wurde Ellis auf den Hügeln von Los Angeles fotografiert. An seinem Schreibtisch oder auf einer Terrasse sitzend – und das in den verschiedenen Stadien des Arbeitens als Schriftsteller. Er nimmt die leeren Seiten in Angriff, verwirft eine Passage oder beendet das letzte Kapitel. Die Thematik setzt sich auch im dazugehörigen Werbeclip fort. Und ich muss sagen, zumindest filmisch wurde die Schreibmaschine in den letzten Jahren nicht mehr so stylish in Szene gesetzt wie hier.

Allerdings frage ich mich… Ist Ellis wirklich ein Schreibmaschinen-Benutzer? Wenn ich danach suche, finde ich eigentlich immer nur Verweise auf die Kampagne von Persol.

Soweit ich gesehen habe, blitzt einmal kurz die Marke Underwood bei der Schreibmaschine auf. Kann jemand aber das exakte Modell benennen?

©  Persol / Luxottica

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Zu der Brillen-Kollektion gehören jeweils zwei Sonnen- und Korrekturbrillen. Doch was ist nun so schreibmaschinenmäßig an der „Typewriter Edition“ von Persol? Nun, zum einen haben die Bügelenden ein strahlenförmiges Motiv, das auf die schräg verlaufenden Typenreihen hinweist.

© Persol / Luxottica

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Zum anderen wurde laut Presseaussendung der Schrifttyp „American Typewriter“ verwendet, um den Namen der Kollektion in die Innenseite der Bügel einzugravieren.

Weiters sollen der mit feinen Gravuren verzierte Metallsteg und die Nieten an die Buchstaben der alten Tastaturen erinnern. (Gut, bei den vorher genannten Merkmalen komme ich ja noch mit, aber das letztgenannte Feature übersteigt meine Fantasie doch etwas.)

© Persol / Luxottica

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Ich habe auf die US-Site von Persol verlinkt, da die deutschsprachigen Links ins Leere führen. Es gibt bei der „Typewriter Edition“ mit „Finish The Story“ auch eine Art Schriftsteller-Wettbewerb in mehreren Sprachen. Um was es da genau geht bzw. was man gewinnen kann, konnte ich jedoch nicht herausfinden.

Rodja

INFO: www.persol.com/usa/campaign/typewriter-edition

Über Die Schreibmaschinisten

Journalist, Indie-Film-Fan(atiker), Möchtegern-Autor und Schreibmaschinist
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4 Antworten zu Bret Easton Ellis liebäugelt mit der „Typewriter Edition“

  1. Richard P schreibt:

    According to these sites, „American Psycho“ was drafted 3 or 4 times on a typewriter, perhaps an Olivetti:

    http://www.acidlogic.com/im_bret_easton_ellis.htm
    http://articles.latimes.com/2010/jun/13/entertainment/la-ca-bret-easton-ellis-20100613

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  2. Steve K schreibt:

    Cool! Lucky for Bret he wasn’t involved in American Psycho 2 – that was AWFUL.

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