Die „falsche“ Erika 10

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Ach herrje, was für ein „Reinfall“.

Ein Drehbuchautor hat mir vor kurzem seine letzte Errungenschaft gezeigt, eine Erika 10. Und sofort war ich hin und weg. Das Tippen, das Drehen an der Walze, das sich anhört, als würde man am Zahlenschloss eines Tresors drehen. Vor allem das Öffnen der Haube. Man drückt einen Knopf – und wie bei einem Auto die Motorhaube öffnet sich auch die Schreibmaschine quasi selbstständig. So etwas will ich natürlich auch haben. Praktisch, dass auf Willhaben auch eine um 25 Euro angeboten wurde. Allerdings… die sah doch ein bisschen anders aus.

Dennoch bestellte ich sie – und bekam tatsächlich eine wunderschöne Maschine. Aber leider keine Automatik des Hauben-öffnens. Auf dem Deckblatt der Bedienungsanleitung stand Erika 10 – allerdings aber nur dort. Auf der Innenseite stand nämlich Erika 11. Ein kurzer Check im Internet, und schon musste ich feststellen, dass die Erika 11 – obwohl eine höhere Modellnummer – doch nur eine um mehrere Features abgespeckte Version der Erika 10 ist. Keine „Motorhaube“, kein Tabulator.

Bin ich also enttäuscht? Nun, eigentlich nicht. Denn die schwarze Erika 11 zeichnet sich vor allem durch eins aus: Eleganz. Sie ist tatsächlich die eleganteste Schreibmaschine in meiner kleinen Kollektion. Sollte ich mal Fotos von mir als Journalist/Schriftsteller/Drehbuchautor machen lassen, dann wird sie es sein, vor der ich sitzen werde. 😀

Rodja

11 Gedanken zu „Die „falsche“ Erika 10

  1. Muahaha …
    Ich habe gut und gerne 3 oder 4 Stück Erika 10 herumstehen. Eine Erika 11 in gutem Zustand dagegen habe ich locker ein halbes Jahr lang gesucht und nie gefunden. X-over-it ist von seiner ja völlig begeistert, daher wollte ich auch immer unbedingt eine.

    Mittlerweile bin ich aber dort angekommen, dass definitiv keine Maschinen mehr gekauft werden, nur noch verkauft. Sonst hätten wir gerne tauschen können. 😉

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    • Hahaha… Ja, einen Tausch könnte ich mir vorstellen. Allerdings bin ich momentan noch etwas verliebt in meine Erika 11 (die in wirklich guter Verfassung ist). Ich muss mir noch bei meinem Kollegen anschauen, ob die Erika 10 mich doch noch mehr reizt.

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  2. Hallo Rodja,
    Mit Freude lese ich Deinen Artikel und bin voller Vorfreude über meine Erika11, die ich erstanden habe und die mich hoffentlich bald erreicht. Nun möchte ich mir ein passendes Farbband besorgen und daher den Experten nach der gängigen Größe befragen? Besten Dank für Deine Hilfe, LG Katja

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    • Hallo Katja,

      gängige Größe trifft es genau, denn es ist die Standard-Größe, die bei den meisten mechanischen Schreibmaschinen passt. Im gut sortierten Papierfachgeschäft geben Sie Dir auf jeden Fall die richtige Größe – und im Internet einfach nach Farbband Größe für Erika 11 schauen – oder genauer gesagt DIN 2103. Manche schwören auf Seide, andere auf Nylon. Ich habe da noch keine besonderen Unterschiede bemerken können. Vielleicht, dass Nylon „schmieriger“ ist. Das ist mir aber nur einmal aufgefallen, weiß daher nicht, ob das die Norm ist.

      Vorsicht: Beim Einlegen der Farbspulen… achte darauf, ob Du welche mit Metallösen am Ende des Farbbandes hast. Diese Ösen verdicken das Farbband und lösen den Bandumkehrschalter aus. D.h., wenn du tippst, wird das Band weiter bewegt, bis es zum Ende kommt. Die Verdickung löst den Bandumkehrmechanismus aus und spult das Band in die andere Richtung ab. Wenn diese Verdickung nicht ist, bleibt das Band stehen. Das merkt man als Schreiber erst dann, wenn die Buchstaben am Papier schwächer werden. Dann muss man den Bandumkehrmechanismus per Hand auslösen.

      Die neueren Bänder haben meistens leider keine Metallösen.

      Darauf achten, ob Du ein rein schwarzes Farbband hast – oder schwarz/rot nimmst. Bei rein schwarzem Farbband hast du quasi zwei schwarze Farbspuren. Das heißt, wenn Du die eine Spur aufgebraucht hast, schaltest Du einfach den Farbbandschalter um – und kannst auf der zweiten Spur weitertippen.

      Wenn Du noch Original-Metallspulen in der Erika 11 hast, dann verwende die. Das Umspulen der Farbbänder ist zwar eine schmutzige Angelegenheit (vielleicht mit Latex-Handschuhen), aber die Originalspulen passen einfach besser als die Plastikspulen.

      Hui, ich hoffe, ich erschlage dich nicht mit Infos. Aber falls Du was wissen willst, immer her mit den Fragen. Ich bin zwar nicht der Experte, der ich gerne sein würde, aber ich kenne wen, der wen kennt, der…

      Liebe Grüße

      Rodja

      PS: Ich wollte Deinen Blog besuchen, aber der geht anscheinend nicht?

      PPS: Und falls Du mal willst, würde ich mich über deine Erfahrung auf „…schreibt auf einer…“ freuen.

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      • Hallo Rodja,
        Klasse, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Jetzt weiß ich schon so viel mehr, als ich je erwartet hätte über eine Schreibmaschine zu wissen. Ich bin erst seit ganz kurzem und eher zufällig zu dieser Leidenschaft geraten. Eigentlich nur, weil mir die Erika11 auf einem Flohmarkt völlig verwaist zwischen Babyzubehör und Spielsachen ins Auge fiel – irgendwie besonders und einfach schön. Freue mich auf die ersten Tippversuche.
        Danke auch für Deinen Hinweis für meinen Blog. Vielleicht magst Du
        http://www.kleinegoldschmiedin.com ausprobieren (empfehle Artikel :Brief an einen Strandkiesel)
        Viele liebe Grüße, bis zum Erfahrungsbericht, Katja

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  3. Guten Tag,

    ich bin über die Google-Suche auf diese Seite aufmerksam geworden, als ich nach einer Lösung für mein Problem gesucht habe…Offensichtlich bin ich hier auf Experten gestoßen und hoffe nun einen Tipp bekommen zu können:

    Kürzlich habe ich eine Erika 11 erworben und sie funktioniert soweit einwandfrei. Allerdings schiebt sich das Farbband beim Tippen nicht mit hoch, sodass die Buchstaben einfach direkt auf dem Papier aufkommen und nicht mittels Farbband gedruckt werden.

    Hätten Sie eine Idee oder wissen wie sich das Problem beheben lässt?
    Würde mich sehr über Hilfe freuen!

    Beste Grüße,
    Fren

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    • Hallo Christin (Fren?),

      ich habe eine Vermutung – aber eigentlich müsste ich die Schreibmaschine sehen, um das zu verifizieren. Hast Du schon früher Schreibmaschinen benutzt?

      Es gibt ein- und zweifärbige Farbbänder. Bei manchen Schreibmaschinen kann man dann zwischen den Farbspuren wechseln. Dann kann man die rote Farbspur verwenden – oder die schwarze. Und dann gibt es eine Einstellung, wo man das Farbband einfach wegschalten kann. Dann schlägt nur die Type auf das Papier, ohne dass das Farbband berührt wird. Das wird z.B. verwendet, wenn man mit Durchschlagpapier arbeitet und mehrere Kopien durchdrücken will. Ich nehme an, dass diese Einstellung eingestellt ist.

      Leider kann ich so ohne Foto eben nicht sagen, ob das bei Ihnen der Fall ist. Aber suchen Sie einmal einen Hebel/Schalter, bei dem drei Punkte (z.B. blau – weiß -rot) zu sehen sind. Wenn der Schalter auf Weiß gestellt ist, dann dürfte dass das Problem beheben.

      Wenn nicht, dann ist es ein ernsteres Problem.

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  4. Klar 🙂 ich find die Art des Schreibens an der Maschine etwas besonderes. Es ist interessant, dass erst an der Schreibmaschine auffällt, wie wenig achtsam man doch am PC tippt.
    Außerdem finde ich schreibmaschinen-geschriebene Texte an der Wand hängend dekorativer und „echter“ (durch mehr Handarbeit…) als einfach ausgedruckte.

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