The return of K-JiL!

Ich bin sehr im Wickelwackel. Eigentlich habe ich mit HipHop abgeschlossen – also zumindest mit dem, was mir bisher als solcher verkauft wurde. Punk, Metal, Klassik – ja, da kenne ich mich aus. Aber HipHop? Das sollte mir wohl auf ewig verschlossen bleiben.

Nun ja, heuer im Juli habe ich mein Vorurteil zumindest teilweise revidiert, als ich den Song „Typewriter“ von K-JiL gehört habe. Nicht nur, dass eine Smith-Corona prominent im Video platziert ist, nein, es geht auch inhaltlich um ein solches Gerät, wie die Schreibmaschinisten in einem Interview von dem US-Musiker erfuhren.

Nun habe ich herausgefunden, dass K-JiL (Facebook) mit „Returned“ schon vor einiger Zeit ein neues Video veröffentlicht hat. Und ich muss sagen, es hat einen ordentlichen, mitreißenden Beat (wie gesagt, HipHop ist mir eher fremd – aber ich weiß zumindest, wenn mir etwas gefällt). Und die Schreibmaschine wurde hier „zitiert“ – sprich: Man hat von dem letzten Clip ein paar Rückblenden dem eigentlichen Musikvideo vorgesetzt. Ich finde, es ist dennoch eine Erwähnung wert.

„Returned“

Und hier noch einmal „Typewriter“

Ein anderer US-HipHopper, der eine Schreibmaschine verwendet, ist übrigens Macklemore von Macklemore & Ryan Lewis. Allerdings muss ich sagen, dass mir seine elektronische Schreibmaschine nicht so taugt. Aber wenn sie für ihn praktisch ist und ihren Zweck erfüllt… wer bin dann ich, zu klagen?

Und hier noch ein Beispielsong von Macklemore & Ryan Lewis: „Downtown“. Der Song enthält zwar keine Schreibmaschine, man kommt aber gut rüber ins neue Jahr damit. In diesem Sinne noch einen guten Rutsch…

Rodja

2015 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 4.300 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Bilder, in Buchstaben gehauen – die Kunst von Ann Worsnip

Während meiner kurzen, bisherigen Zeit als Schreibmaschinen-Enthusiast habe ich natürlich auch schon einige Künstler kennen gelernt, die der Schreibmaschine noch nicht den Rücken gekehrt haben. Natürlich sind das Romanautoren (Jason Dark), Dichter (Nicola Gold, Fabian Neidhart) oder Drehbuchautoren (Christian Machacek).

Doch es gibt auch Kunstrichtungen, die die Schreibmaschine nutzen – und zwar nicht unbedingt im Sinne der Maschine. Da gibt es Leute, die Schreibmaschinen auseinandernehmen und aus ihnen Figuren machen. Oder damit Bilder malen… äh… tippen, wie Jorike van Werven. Oder eben Ann Worsnip. Der Sender That’s Lancashire hat die Britin in einem kurzen Porträt vorgestellt.

Rodja

INFO: www.oidoris.co.uk

Farewell, Generali Center

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Das Generali Center ist ein Einkaufscenter auf der an Geschäften ohnehin nicht armen Mariahilfer Straße in Wien. (Die Mariahilfer Straße zählt neben der Kärntner Straße zu den prominentesten, wenn nicht auch größten Einkaufsstraßen von Wien – das nur zur Information). Gegenüber den ebenfalls auf der Mariahilfer Straße befindlichen Einkaufszentren Gerngross und Herzmansky ist es allerdings eher ein kleiner Konsumtempel – und mit für die Mariahilfer Straße eher obskuren Geschäften. Irgendwie ein kleiner Anachronismus, der nicht so recht zu dieser Straße zu passen scheint. Doch mit 31.12.2015 ist das alles vorbei – da wird das Center geschlossen, ein Jahr lang renoviert, nur um dann neu gestaltet wieder aufzuerstehen. Der Name wird allerdings Geschichte bleiben – und was danach reinkommt, weiß man noch nicht. Man munkelt, dass eine dieser großen Modeketten das Ganze übernehmen wird. Bravo, macht nur die Mariahilfer Straße zu einer 08/15-Einkaufsstraße mit den ewig gleichen Modemarken, wie wir sie schon aus zig anderen Städten kennen.

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

So Mitte bis späte 1980er, meine Teenager-Zeit, war die Mariahilfer Straße nicht so unser Ding. Wir, eine Handvoll mehr oder weniger langhaariger skateboardender Metalfans, waren eher in den Seitengassen zu finden. Aegidi-Spalo war damals ein Synonym für die Hausbesetzer-Szene (Nicht, dass ich persönlich dort war – ich kannte jemanden, der jemanden kannte, der dort wohnte – das war für mich schon verrucht genug) und Heavy Metal-Schallplatten kauften wir im „Why not?“. Nur das Generali Center besuchten wir öfters. Dort fanden wir US-Magazine über Heavy Metal, Wrestling, Comics, aber auch die „Ninja“-Bücher von Stephen K. Hayes, die damals schwer angesagt waren.

Mit der Zeit sammelten sich im Generali Center so einige Shops an, die nicht wirklich zur Mariahilfer Straße passen wollten. Da ist der Shop mit so lauter obskuren Sachen wie dem „Don’t worry, be happy“-singenden Fisch und Konsorten, dort das Drachen- und Jongliergeschäft „Fly High“ . Im „Pink Buddha“ kann man Ethno-Mode und Buddha-Statuen kaufen. Und im Geschäftskonglomerat Abbey Road Vienna/Army Shop Austria gibt es die Sachen, die man halt so army-/punk-/mod- oder hipster-mäßig braucht. Doch diese Zusammenstellung im Center ist nun bald Geschichte. Einige der Geschäfte haben schon neue Standorte, bei anderen ist die Zukunft noch ungewiss.

Und nun kommen wir auch zu etwas, das auch mit dem Hauptthema dieses Blogs zu tun hat – nämlich zu einer Schreibmaschine. Seit ich mich für Schreibmaschinen interessiere, fallen sie mir natürlich immer wieder im Alltag auf. Doch der Sinn eines solchen Gerätes hat sich anscheinend gewandelt. Statt im Büro im Einsatz zu stehen, verkommen die Schreibmaschinen immer mehr zu Dekorationsgegenständen. Und in diesem Fall ist Abbey Road Vienna keine rühmliche Ausnahme. Noch bevor ich vom Schicksal des General Centers wusste, fiel mir die Hermes 2000 schon vor Monaten in der Auslage auf.

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Und immer, wenn ich so etwas sehe, frage ich mich, ob es dahinter eine Geschichte gibt. Gibt es eine persönliche Beziehung dazu – oder wurde die Schreibmaschine einfach nur am Flohmarkt billig erstanden? Nachdem ich erfuhr, dass das Generali Center zugesperrt wird, kam noch eine weitere Frage hinzu: Was wird mit der Schreibmaschine geschehen? (Man könnte eventuell auch ein „Steht die Maschine zum Verkauf?“ zwischen den Buchstaben-Leerräumen vermuten, aber nein, so bin ich nicht. Ganz und gar nicht.)

Also schrieb ich die Besitzerin von Abbey Road Vienna/Army Shop Austria an. Und freundlicherweise hat mir Frau Annemarie Jandl auch geantwortet. Die Schreibmaschine stammt tatsächlich aus Familienbesitz. (Keine Ahnung warum, aber so etwas taugt mir – auf jeden Fall mehr als „Ich hab‘ das coole Ding um fünf Euro am Flohmarkt erstanden. Zuerst wollte der Verkäufer zehn, aber…“). Die Hermes 2000 wurde in der Glaserei ihres Schwiegervaters verwendet. Auf die Frage, warum ausgerechnet eine Schreibmaschine sich als Deko-Gegenstand eignet, antwortete sie: „Alte Gegenstände – ich habe auch alte Radio und Plattenspieler im Geschäft – erregen immer wieder Aufmerksamkeit.“ Verkäuflich sei die Hermes 2000 jedoch nicht.

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Bis zum 19.12. ist die Filiale von Abbey Road Vienna/Army Shop Austria im Generali Center noch offen, das Hauptgeschäft ist aber mittlerweile in die Zieglergasse 1 (grenzt an Mariahilfer Straße an) gezogen. Das Geschäft dort wirkt kleiner, ich vermute daher, dass es dort nur wenige große Dekorationsstücke geben wird. Demnächst werde ich also mal hinschauen, ob es die Schreibmaschine in den Verkaufsraum geschafft hat.

Rodja