„Der Tod des Philosophen“ – Krimi-Lesung im Schreibmaschinenmuseum Partschins

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Es gibt so einige Bücher, deren Titel und Inhaltsangaben zumindest für Schreibmaschinisten spannend klingen. Doch das Ergebnis ist mal mehr (Paul Austers „Die Geschichte meiner Schreibmaschine“), mal eher weniger (Thomas Glavinic‘ „Meine Schreibmaschine und ich“) befriedigend. Und von den reinen Fiktionen, von denen ich eigentlich noch einige Rezensionen abliefern wollte, will ich erst gar nicht reden.

Dennoch reißt es mich jedes Mal, wenn ich von einem Buch höre, das etwas mit Schreibmaschine zu tun hat. So auch bei „Der Tod des Philosophen“ von Annette Warsönke, das als E-Book bzw. demnächst auch als BoD (Book on Demand) erscheint. Da klingt schon einmal die Synopsis sehr spannend.

Passenderweise präsentiert die Autorin ihr Buch am 10. September 2016 in der „Kriminacht“ im Schreibmaschinenmuseum Partschins in Südtirol.

Synopsis: Der Totenschein hat nicht das letzte Wort.

Schreibmaschine Athene glaubt nicht an einen natürlichen Tod ihres Herrn und Meisters, des Philosophen Janus. Sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, kommt jedoch alleine nicht weiter. Aber wem kann sie trauen? Und was haben die Bücher des alten Platon mit dem Fall zu tun?

Annette Warsönke ist im Arbeitsleben Juristin, Autorin von Steuerlehrbüchern wie „Korrektur von Steuerverwaltungsakten“ oder „Körperschaftssteuer – leicht gemacht“, Freie Lektorin (ADM) und Dozentin für Kreatives Schreiben. „Der Schritt von der Juristin zur Kriminalautorin war für mich eine logische Konsequenz aus meiner Arbeit, die oft Spürsinn erfordert und Abgründe zeigt“, so die gebürtige Münchnerin in einem E-Mail-Interview mit den Schreibmaschinisten. Nach „Tödliche Saiten“ ist „Der Tod des Philosophen“ ihr zweiter Roman. Das Buch gab es schon mal unter dem Titel „Die Wahrheit steht zwischen den Seiten“ bei einem Verlag. Da Warsönke mit der Arbeit des Verlags nicht zufrieden war, ließ sie sich die Rechte zurückgeben und bringt es nun in Eigenregie heraus.

© Annette Warsönke

© Annette Warsönke

Auf die Idee, eine Schreibmaschine als Heldin ihres Romans zu machen, kam sie durch eine Schreibübung. „Die hieß ‚Beschreibe einen Gegenstand in einem Raum‘. Das war schnell erledigt, und ich habe dann einfach weitergeschrieben, wie der Gegenstand als solcher den Raum ‚erlebt‘. Das habe ich dann mit mehreren Gegenständen fortgesetzt. Dabei kam mir die Idee, dass das doch wunderbare Tatzeugen sind. So brauchte ich nur noch eine Ermittlerin – und wer eignet sich dafür besser als eine Schreibmaschine, mit deren Hilfe ja schon unzählige Kriminalromane geschrieben wurden?“, erzählt Warsönke.

Die Autorin gehört selbst noch zu einer Generation, die auf einer Olympia-Schreibmaschine das Maschineschreiben gelernt hat. Laut ihrer Beschreibung handelt es sich um eine der SM-Serie. „Ich kann mir Typenbezeichnungen nie merken – deshalb bastle ich auch nicht an Schreibmaschinen. Das überlasse ich lieber Leuten, die keine zwei linken Hände haben.“

© Annette Warsönke

© Annette Warsönke

Als Vorbild für die ermittelnde Schreibmaschine Athene diente eine Olympia Modell 8. „Athene ist allerdings ein Freigeist, lässt sich in keine bestimmte Marke zwängen – und deshalb wird ihr Modell im Buch auch nicht genannt. Schließlich hat sie ihre Geschichte ja auch für Schreibmaschinenfans jeglicher Marken aufgeschrieben“, erläutert Warsönke.

Besonders reizvoll für die Krimiautorin war die Aufgabenstellung, dass Athene ja eigentlich immobil ist. „Ihr Aktionsradius ist ja sehr limitiert. Athene kann ja nicht wie Disneys Teekannen durch die Gegend tanzen; sie kann zwar die Menschen verstehen, doch Kommunikation ist nur mit anderen Gegenständen möglich. Sie muss sich also etwas überlegen, Verbündete suchen, um Sachen herauszufinden, Zeugen zu befragen, etc. Das ist dann auch einer der Kernpunkte der Geschichte: Ob (und wie) Athene es schafft, trotz ihrer Einschränkungen den Täter zu überführen.“

Den Rohentwurf für den Roman hat Warsönke auf einer Reiseschreibmaschine Olympia Traveller (siehe zweites Bild) geschrieben. Die Überarbeitungen erfolgten dann aber schon auf dem Computer mit der Autoren-Software Papyrus. „Mit der Schreibmaschine zu schreiben war für mich ein ‚zurück zu den Wurzeln‘. Nicht nur zu meinen schreiberischen, sondern auch zu denen meiner Hauptfigur Athene. So war ich ihr beim Schreiben auch gedanklich viel näher, als ich es mit dem Computer sein konnte“, erklärt die Schriftstellerin. Natürlich bedeutete das für sie auch eine Umstellung. „Das Schreiben mit der Schreibmaschine kostet viel mehr körperliche Kraft. Kein großes Problem hatte ich mit Tippfehlern – aber auch nur, weil es ja eh nur der erste Entwurf war… da habe ich die einfach stehen gelassen.“

Rodja

INFO: http://typewriter-athene.blogspot.co.at/; Schreibmaschinenmuseum Partschins: www.schreibmaschinenmuseum.com

Über Die Schreibmaschinisten

Journalist, Indie-Film-Fan(atiker), Möchtegern-Autor und Schreibmaschinist
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Eine Antwort zu „Der Tod des Philosophen“ – Krimi-Lesung im Schreibmaschinenmuseum Partschins

  1. schmasch schreibt:

    Unter http://typewriter-athene.blogspot.de/p/leseprobe.html gibt es eine Leseprobe – die mich (da bin ich schonungslos ehrlich – überhaupt nicht überzeugt hat.

    Gefällt mir

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