Was für die Weiterbildung…

Momentan versuche ich mich ein bisschen in die Technik von Schreibmaschinen einzulesen. Vor kurzem habe ich mir ja eine Bauanleitung für eine Kleinschreibmaschine vom Anfang des 20. Jahrhunderts besorgt, jetzt das kleine Heftlein „Konstruktionselemente der Schreibmaschine“ von Jürgen Helfer von 1948.

Rodja

© Rodja Pavlik

Die rätselhafte Enigma

Nun ja, die Enigma ist nicht wirklich eine Schreibmaschine. Sie ist eine Chiffriermaschine, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis benutzt wurde und den Alliierten einiges Kopfzerbrechen bescherte. Letztendlich konnten sie aber die Maschine knacken – und das so geheim, dass die Deutschen die Maschine noch weiter nutzten, obwohl die Alliierten bereits mitlesen konnten.

Wenn man so sagen kann, ist die Enigma eine Mischung aus einer Schreib- und einer Rechenmaschine. Kein Wunder, dass sie so etwas wie der Heilige Gral für Maschinensammler (sowohl Schreib- als auch Rechenmaschinen) ist.

Vor kurzem lief im Fernsehen ja das Weltkriegsdrama „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ mit Benedict „Sherlock“ Cumberbatch als tragisches Mathematik-Genie Alan Turing, der nicht nur maßgeblich am Knacken der Enigma-Maschine beteiligt war, sondern auch als Vordenker der Computertechnologie galt.

Ganz aktuell ist natürlich die Geschichte von dem Typen (ein Kryptografieprofessor), der – genau wissend, um was es sich da handelt – in Bukarest eine Enigma-Maschine für 100 Euro am Flohmarkt kaufte, und diese dann um 45.000 Euro versteigern ließ, wie der „Spiegel“ berichtet.

Einen Blick auf die Funktionsweise der Enigma bietet der Vortrag von Jörg Thien vom Juni 2014 im Peter Mitterhofer Schreibmaschinenmuseum in Partschins. Das Video wollte ich schon länger hier posten, aber erst die aktuelle TV-Ausstrahlung und die Auktion haben mich wieder daran erinnert.

Rodja

Nur so eine Idee… (Richtung De Agostini blickend)

Die italienische Verlagsgruppe De Agostini hat sich auf das Publizieren von Sammelwerken spezialisiert. Da gibt es jede Menge Heft-Serien, mit denen man – Monat für Monat und Stück für Stück – z.B. den Motorradklassiker Honda CB75 – maßstabgetreu und detailgenau nachbauen kann. Oder ein ferngesteuertes Modell eines russischen T-72-Panzers nachbauen. Sogar einen funktionierenden R2D2 oder den „Rasenden Falken“ aus „Star Wars“ kann man bauen. Lauter Sachen, bei denen mein Nerd-Herz höher schlägt.

Natürlich ist das Ganze nicht gerade billig – und wenn man die Heft-Serie bestellt, braucht man auch sehr, sehr viel Geduld, bis man alle Teile beisammen hat. Aber wäre das nicht etwas für Schreibmaschinen-Fans? Eine Schreibmaschine zum Selberbasteln? Und die Hefte enthalten natürlich Informationen über die Historie der Schreibmaschine und liefern Blicke in das funktionierende Innenleben einer solchen. Allerdings fürchte ich, dass die Laufzeit der Hefte wohl sehr, sehr lange sein wird. Da wird es sicher viele geben, die vorher aufgeben. Und die Kosten sind wahrscheinlich auch nicht ohne. :-/

Aber träumen wird man ja wohl noch dürfen…

Rodja