Das war 2017…

Wie schnell doch so ein Jahr vergeht… und wie schleißig man doch mit Vorsätzen umgeht. Im Jänner startete ich die Postkarten-Challenge – jede Woche eine Postkarte zu verschicken, versprach ich. Ach, hätte ich doch nicht den Mund so voll genommen. Jetzt sind noch so viele Postkarten übrig, die ich heute noch bis 24:00 Uhr in den Briefkasten werfen muss.

Aber dann habe ich die Challenge geschafft. (*hüstel*) Rein theoretisch, rechnerisch und mit viel Augenzudrücken habe ich 2017 im Durchschnitt pro Woche eine Karte geschrieben.

© Rodja Pavlik

2017 war eigentlich ein recht spannendes Jahr für diesen Blog. Ich habe viele schöne Geschichten erlebt – und auch sehr viel Unterstützung erhalten. Ad hoc fallen mir die „…schreibt auf einer…“-Geschichten von Adrian Straub (USB-Typewriter) und Martin Kellner ein, die Twitter-Schreibmaschine von Nils Andreas oder die Reise-Geschichte von Schreibmaschinen-Künstlerin Jorike van Werven. Auch, dass die Schreibmaschinen-Kunst von Robert Doerfler so viel Niederschlag in den Medien erhielt, soll nicht unerwähnt bleiben. Nur weiter so!

Für 2018 stehen zwei größere Projekte an. Das eine ist aber noch zu vage, um es überhaupt schon Projekt zu nennen (ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie sich das entwickeln wird), das andere ist schon im fortgeschrittenen Stadium. Bin mir nur nicht ganz sicher, ob es bei den Schreibmaschinisten bleiben wird, oder ob es eigenständig hervortreten wird. Es wird aber sehr retro sein. Man darf gespannt sein…

Euch – meinen lieben Lesern – wünsche ich auf jeden Fall noch einen guten Rutsch ins neue Jahr – und viel Erfolg, Liebe und Anerkennung.

Rodja

Wenn eine eine Reise tut…

… dann hat sie viel zu tippen.

© Jorike van Werven

Jorike van Werven ist eine Schreibmaschinenkünstlerin. Genau wie der Deutsche Robert Doerfler, der hier schon öfters vorgestellt wurde, „malt“ Jorike mit ihrer Schreibmaschine. Sie tippt Bilder.

Die Niederländerin hat sich eine berufliche Auszeit genommen und unternahm mit ihrer Schreibmaschine eine Reise im asiatischen Teil der Welt. Die Auszeit hält nicht mehr lange an – rechtzeitig zu Weihnachten ist Jorike nach Hause gekehrt, um Weihnachten mit der Familie zu feiern und am 1. Jänner 2018 einen neuen Job anzutreten.

Als die Schreibmaschinisten Jorike im Oktober kontaktierten, war sie gerade am Anfang ihrer Reise. Sie war von Amsterdam nach Moskau geflogen, wo sie den Transsibirischen Express Richtung Peking nahm. Als die Schreibmaschinisten sie per Facebook-Chat erreichten, war sie gerade in Irkutsk am Baikalsee. Jorike war vier Tage ohne WiFi – und das Signal in Irkutsk war auch schwach.

© Jorike van Werven

Mit auf ihrer Reise hatte sie eine Remington Envoy III Sperry Rand, mit der sie hauptsächlich malte, aber auch – zumindest am Anfang – ihren Reise-Blog mit Berichten befüllte. Das Projekt nannte sie „De Reismachien“ („The Travelling Typewriter“). „Dieses Jahr habe ich so viel gearbeitet, dass ich fast nie Zeit hatte, zu tippen. Jetzt habe ich sie!“, erzählte Jorike den Schreibmaschinisten über ihre Motivation, auf Reisen zu gehen UND eine Schreibmaschine mitzunehmen.

Die Seiten fotografierte sie mit ihrem Smartphone ab und lud sie auf ihre Homepage hoch. Die Zeichnungen selbst bewahrte sie während der Reise sicher in einer Mappe auf, die in einer extra für die Schreibmaschine gekauften Tasche transportiert wurde. Mitreisende reagierten neugierig-freundlich auf ihr Tippen. Wobei sie auch einmal folgende Konversation im Zug mitverfolgen konnte. „Da war eine Frau, die freudig ausrief: ‚Schatz, schau. Sie tippt auf einer Schreibmaschine. Darauf er grantig: ‚Ja, eh. Ich mach schon die Türe zu.’“

Die Remington sei nicht unbedingt ihr Lieblings-Schreibgerät, aber das war auch der Grund, warum sie ausgerechnet diese Schreibmaschine mitnahm. An und für sich hatte sie nämlich vor, die Remington in China oder Hongkong zurück zu lassen, damit sie dann in Vietnam nur noch mit leichtem Gepäck Land und Leute kennen lernen kann. „Doch mittlerweile ist mir die Schreibmaschine ans Herz gewachsen“, so Jorike. „Ihr Schriftbild ist so hübsch. Daheim dachte ich, sie ist nicht unbedingt die beste Schreibmaschine fürs Malen. Aber jetzt, wo ich damit geübt habe, geht das Malen jeden Tag besser damit.“ Natürlich hatte Jorike auch einen Laptop mit. Den benutzte sie aber hauptsächlich zum Filme schauen.

© Jorike van Werven

Diese Woche ist Jorike nun heim gekehrt. Bis zum Arbeitsbeginn hat sie noch Zeit, um ihre Eindrücke auf der Schreibmaschine zu verarbeiten. Und ja, auch die Remington ist wieder in die Niederlande zurück gekehrt. „Nach so einer großen Reise konnte ich sie doch nicht einfach zurücklassen“, erzählte Jorike heute den Schreibmaschinisten.

Rodja

INFO: Homepage: www.typischetekeningen.nl; Facebook-Site Typische Tekeningen van Jorike: https://www.facebook.com/typischetekeningen

2. Type-In in Münster

Dieses war der erste Streich,
doch der zweite folgt sogleich…

© Ralf Börger

Man möge mir verzeihen, aber Weihnachten naht – und da ist es schwierig, Zeit für sein Hobby zu finden. Und so habe ich es vollkommen verschwitzt, dass in Münster bereits am 2. Dezember 2017 das erste Type-In der Stadt stattgefunden hat.

Doch das ist nicht ganz so schlimm, denn am 16. Dezember folgt bereits das zweite Type-In – und zwar ab 16:00 Uhr im Hansa-Coworking. Organisiert wird das Event von der Schreibmaschinenlyrikerin Marion Lohoff-Börger.

Insgesamt warten sechs Maschinen wie die Triumph-Matura oder eine rote (sic!) Olympia Monica darauf, von Interessierten ordentlich bearbeitet zu werden. So lässt sich die Weihnachtspost mit Vintage-Feeling prima erledigen.

Der Eintritt ist frei, eine kleine Spende für Materialkosten wird aber gerne gesehen.

Rodja

INFO: Marion Lohoff-Börger https://schreibmaschinenlyrik.jimdo.com/, http://www.marion-lohoff-boerger.de/. 2. Type-In in Münster, 16. Dezember 2017, ab 16:00 Uhr. Hansa Coworking, Dortmunder Str. 25, 48155 Münster. https://www.hansa-coworking.de/.