Traveler, der kleine Bruder von Freewrite

Es ist schon einige Zeit her, dass ich über den zum reinen Schreibgerät abgespeckten Computer Freewrite (damals noch unter dem Namen Hemingwrite) von der Firma Astrohaus geschrieben habe. Das war im Dezember 2014, da war gerade eine Crowdfunding-Aktion dafür angekündigt. Ich war richtig heiß auf das Ding, wollte es unbedingt haben.

© Astrohaus

Und nicht nur ich erkannte die vielen Vorteile, die das Gerät bot: Ein reines Textverarbeitungsgerät, das an eine Schreibmaschine erinnert, eine mechanische, leicht stufenförmig angeordnete Tastatur besitzt, einen E-Ink-Bildschirm hat und einen generell niedrigen Stromverbrauch hat, so dass man mehrere Wochen damit arbeiten kann, und die Texte sowohl am Gerät als auch für späteres Editieren in der Cloud abspeichert – zu so etwas kann man doch nicht „Nein“ sagen, oder? Noch dazu, wenn das Gerät ablenkungsfrei ohne Internet und Spiele arbeitet.

Die Crowdfunding-Aktion wurde ein voller Erfolg – und auch ich war dabei. Doch der hohe Preis für ein Gerät, das ich nicht ausprobieren konnte, geschweige denn wusste, ob diese Art des Schreibens überhaupt etwas für mich war… nein, das Risiko war mir da zu hoch und ich stieg wieder aus der Crowdfunding-Aktion aus (mehr darüber hier nachzulesen).

Aber ich muss zugeben, dass mich der Freewrite noch immer fasziniert – und ich wirklich gerne das Ding einmal ausprobieren möchte.

Doch nun zu etwas Neuem. Die Firma Astrohaus hat nun angekündigt, ein kleineres Gerät auf den Markt bringen zu wollen: Den Traveler!

Wie Astrohaus-Chef Adam Leeb auf Anfrage gegenüber den Schreibmaschinisten erklärte, wird auch für den Traveler eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Zeitpunkt: Irgendwann im September.

© Astrohaus

Dem von Astrohaus zur Verfügung gestellten Bildmaterial kann man schon einmal einige Änderungen entnehmen. Während der Freewrite von der Form her an eine portable Schreibmaschine erinnert und dementsprechend starr und vielleicht unhandlich rüberkommt, ist der Traveler zusammenklappbar und wirkt wie eine Clutch (Diese Damenhandtasche. Ja, ich bin selbst ganz erstaunt, dass ich dieses Wort kenne.). Im Gegensatz zum Freewrite wird der Traveler aus Platzgründen auch nicht über eine mechanische Tastatur verfügen. Im Gegensatz zum rund zwei Kilo schweren Freewrite soll der Traveler nur noch halb so viel wiegen.

Ansonsten wird der Traveler ähnlich funktionieren wie der Freewrite: Ein abgespeckter Computer mit einem simplen Schreibprogramm, der keine Ablenkung durch Internet oder sonstige Medien zulässt. Die Texte kann man ebenfalls in der Cloud oder am eigenen Computer mittels WiFi abspeichern.

© Astrohaus

Einen Unterschied gegenüber dem Freewrite soll der Traveler aber doch haben. Beim Freewrite ist eigentlich nur eine Schreibrichtung möglich: Vorwärts! Man kann zwar Wörter löschen, das aber nur auf der Stelle (so weit ich das verstanden habe). Es gibt keine Cursor, mit denen man im Text herummanövrieren kann, um z.B. einen Satz zu überarbeiten oder einen Absatz einzuschieben. Sehr ähnlich wie bei einer Schreibmaschine halt. Der Freewrite ist eben für den ersten Entwurf gedacht, ein Überarbeiten des Textes erfolgt dann am Computer. Das ist eine Arbeitsweise, die manchen recht ungewohnt erscheint. Und wie ich einigen Kommentaren von Usern entnehmen kann, eben nicht jedermanns Sache.

Wie Adam Leeb nun den Schreibmaschinisten verriet, soll der Traveler nun verschiedene Arbeitsweisen erlauben – und eben dass auch ein Editieren/Bearbeiten des Textes am Traveler – im Gegensatz zum Freewrite – möglich sein soll. Auf die Nachfrage, ob z.B. Cursor-Tasten zum Herummanövrieren kommen, gab Leeb jedoch kein Kommentar.

Ich lasse hier einmal das englische Originalzitat von Adam Leeb stehen. Mein Englisch ist etwas eingerostet, vielleicht interpretiere ich auch etwas nur falsch.

Traveler, as a concept, is similar to Freewrite but with a smaller, travel friendly, size. It also is designed to be a more flexible device whereas the Freewrite is ultra-focused on a single style of drafting. What that means is that we plan to offer other types of writing environments that are suitable to various writing styles. This means that we can have a new experience that includes some thoughtful editing abilities and features for alternative writing styles while still maintaining its distraction-free nature that our customers love. – Adam Leeb

Das mit dem Überarbeiten klingt für ein neues Klientel sinnvoll. Ich selbst bin mittlerweile die Schreibmaschine gewohnt – und da schreibe ich eben beim ersten Entwurf auch nur geradeaus vorwärts. Das Überarbeiten kommt später. Und hier hat die Schreibmaschine einen weiteren Vorteil gegenüber dem kleinen Bildschirm des Freewrite bzw. Traveler. Ich kann weitaus besser und länger zurückblicken. Ich weiß nicht, wie viele Zeilen man auf dem kleinen Bildschirm lesen kann, aber wenn ich da immer zurückscrollen muss, finde ich das doch eher hinderlich. Eine A4-Seite ist eben eine A4-Seite und nicht sechs Zoll.

Ich werde Freewrite und Traveler weiterhin im Auge behalten. Da ist noch immer dieser Reiz… ;-D

Rodja

INFO: https://astrohaus.com/; https://getfreewrite.com/; https://traveler.getfreewrite.com/

Ein Gedanke zu „Traveler, der kleine Bruder von Freewrite

  1. Pingback: Crowdfunding für Traveler gestartet | Die Schreibmaschinisten

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