Rettet die Linotype

Zugegeben, ich wusste schon, dass eine Linotype etwas mit Zeitungsdruck zu tun hat, aber erst durch den Erfahrungsbericht „Bis die Finger bluten…“ (der Titel bezieht sich NICHT auf die Linotype) von „Evil Ed“-Chef Dia Westerteicher erfuhr ich, wie diese Maschine wirklich funktioniert – und das ist ziemlich beeindruckend. Das Gerät wurde 1886 erstmals vorgestellt – und obwohl heute natürlich der Computer auch diesen Bereich übernommen hat, hat sich die Lynotype-Setzmaschine lange gehalten. Es gibt sogar noch einige Betriebe, die so eine Maschine für eine bestimmte Art von Aufträgen verwendet. Doch die Zahl der Maschinen schwindet.

© Supersense

Nun haben Florian „Doc“ Kaps und sein Team von Supersense – Home of Analog Delicacies die Chance, eine Linotype zu retten. Wie Kaps auf seinem Blog schreibt, geht Besitzer Willy Kolleger mit Ende des Jahres in Pension und möchte die Linotype lieber in guten Händen als auf dem Schrottplatz wissen.

Aus diesem Grund hat Florian Kaps eine Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter gestartet. Bis zum 10. November 2018 sollen so 7.777,– Euro zusammenkommen.

Die Linotype wäre bei Supersense auf jeden Fall in guten Händen. Doch was ist das Supersense? Es spottet eigentlich jeder Beschreibung, denn es ist Café, Anbieter von Papierwaren und Fotoartikel (u.a. Polaroid-Sofortbildkameras), Druckwerk, ein Aufnahmestudio, in dem u.a. Die Fantastischen Vier, Awolnation oder Gregory Porter Live-Sessions spielten und auf Vinyl gebannt wurden und ein Fotostudio – seit kurzem werden hier auch Schreibmaschinen verkauft. Und das sind sicher nicht alle Tätigkeiten oder Produkte, die man dort machen/kaufen kann. (Es gab sogar einmal ein Type-In dort!)

Falls die CF-Aktion mit der Linotype klappt (und die Startphase schaut schon einmal sehr viel versprechend aus), soll die Maschine auch nicht hinter einem Glassturz im Museum verschwinden, sondern aktiv genutzt werden. Die Perks, die man bei der CF-Aktion erwerben kann, geben schon mal einen ersten Einblick auf die kommende Produktplatte. Mit 5,- Euro schon wird der Name des Spenders auf der Maschine verewigt. Danach gibt gedruckte Karten, Postkarten, Visitenkarten, etc., etc. – je nach Höhe des gespendeten Betrages. Das kann bis zu einer persönlichen Besichtigung der Linotype mit anschließendem Essen und Übernachtung in einem Hotel gehen.

Dass Kaps und sein Team Erfahrung mit Analogem haben, beweisen auch viele Projekte. Kaps ist es u.a. zu verdanken, dass die Polaroid-Sofortbildfilme wieder produziert werden. Und für die Hotelkette 25hours wurde das Analog-Zimmer (mit Schreibmaschine, Sofortbildkamera, Plattenspieler und VHS-Abspielmöglichkeit – siehe dazu den Erfahrungsbericht über das „Royal Bavarian Hotel“ von Birgit Pototschnig auf ihrem Blog Viennissima entwickelt.

Ehrlich, mich juckt’s in meiner Geldbörse…

Rodja

INFO: „Rettet die Linotype“ auf Kickstarter: http://kck.st/2RGwK1i; Supersense: https://the.supersense.com/

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Über Die Schreibmaschinisten

Journalist, Indie-Film-Fan(atiker), Möchtegern-Autor und Schreibmaschinist
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