„Das ‚F‘ hängt“… Ein Witz macht die Runde

Im November 2017 tauchte auf Youtube ein Sketch aus dem legendären Wiener Kabarett Simpl auf. Der Sketch, aufgenommen vom Fernsehsender ORF, handelt von einem mittelälteren Herren, der seine Schreibmaschine in ein Bürofachgeschäft bringt und reparieren lassen will, weil „das ‚F‘ hängt“. Leider bedient ihn aber ein jugendlicher Computer-Geek, der so ein Ding noch nie gesehen hat. Was folgt, ist ein Schlagabtausch zu den Vor- und Nachteilen des Computers.

Da steckt viel Wahres darin, vor allem beim Schluss-Gag kann man als überzeugter Schreibmaschinist nur schmunzelnd mit dem Kopf nicken.

Was diesen Sketch für mich aber noch interessanter macht, ist die Karriere, die der Witz anscheinend seit dem Erscheinen auf Youtube hinlegt. Ich habe nämlich auf Google Alert die Begriffe „Schreibmaschine“ und „typewriter“ eingestellt. Erscheint in einem Artikel einer dieser Begriffe, werde ich benachrichtigt. Und gerade heuer im Februar tauchten schlagartig mehrere Artikel auf. Als ich recherchierte, entdeckte ich, dass es vor allem Berichte über die Karnevalszeit in Deutschland waren.

So berichteten u.a. das „Westfalen-Blatt“, die „Freie Presse“, die „Münstersche Zeitung“, die „Badische Zeitung“, die „Schwäbische“, „Die Glocke“, die „Frankenpost“, die „Osthessen News“, das „Göttinger Tagblatt“, die „Allgemeine Zeitung“, die „Pforzheimer Zeitung“, der „Donaukurier“ und noch viele andere Lokalmedien – mal mehr, mal weniger ausführlich – über einen Sketch mit einer Schreibmaschine, bei der das „F“ hängt. Und auch auf Youtube lässt sich eine neue Version finden.

Aus Österreich fand ich einstweilen nur etwas in den „Bezirksblättern“. Und auf Youtube den Sketch der Privaten NMS Zwettl. Hier ist aber anzumerken, dass das Stück von Kindern aufgeführt wird. Wahrscheinlich hat ein Lehrer das Stück ausgesucht – und gleich zensiert (Stichwort: Porno).

Da würde es mich doch glatt interessieren, was die Kinder von der Schreibmaschine halten.

Die Karriere dieses Sketches finde ich wirklich beachtlich. Irgendetwas muss der Witz etwas haben, das die Leute anspricht. Jene Leute von den Faschingsgilden, die den Sketch in ihr Programm aufnahmen – aber auch das Publikum. Wählten die Narren, weil der Sketch sie persönlich ansprach? Oder hatten sie ihr mittelälteres Publikum im Sinn?

Ich nehme an, dass die Aufführungsrechte an dem Sketch wie ein Theaterstück gegen Geld verliehen werden. Gab es nun ein Sonderangebot für „Das ‚F‘ hängt“? Oder ein Mengenrabatt, wenn möglichst viele Faschingsgilde die Rechte kaufen? Warum spielten so viele Faschingsgilden den Sketch fast zur gleichen Zeit?

Ich glaube, ich werde der Geschichte dieses Stücks nachrecherchieren und einmal beim Kabarett Simpl nachfragen. Mich würde auch eine Stellungnahme des Autors sehr interessieren.