Eine Schreibmaschine von LEGO

Warnung! Dies ist kein Spielzeug! … Na ja, zumindest nicht für Kinder.

Die Idee zu einer LEGO-Schreibmaschine geisterte ja schon einige Jahre hier herum – doch nun ist es soweit. Gestern, am 9. Juni, hat der Klemmbaustein-Hersteller aus dem dänischen Billund bekanntgegeben, dass offiziell am 1. Juli (für VIP-Kunden bereits ab 16. Juni) ein solches Set auf den Markt kommt.

Der Artikel stammt aus der LEGO Ideas Serie. Das bedeutet, dass ein LEGO-Fan eine Designidee auf der Plattform von LEGO Ideas einreicht. Dann stimmt die Community über das Projekt ab. Je erfolgreicher das Projekt ist, desto besser. Nach Abschluss des Votings setzt sich LEGO mit dem Design auseinander und entwickelt das Produkt zur Serienreife.

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© LEGO – Eine Hommage an die Schreibmaschine

Das ursprüngliche Design stammt vom Briten Steve „The Brick Consultant“ Guinness, der den Prototypen der Schreibmaschine bereits 2018 einreichte. „Ich wollte etwas vollkommen anderes erschaffen, etwas, das LEGO vorher so noch nie kreiert hat. Etwas, das zeigt, dass man mit LEGO einfach alles machen kann“, so Guinness in einem Interview. Zu Recherchezwecken kaufte er sich extra eine alte Schreibmaschine, deren Mechanismus er genau studierte. „Ich hoffe, es erweckt in älteren LEGO-Fans wie mir etwas Nostalgie – und in jüngeren Fan, die vielleicht noch nie eine richtige Schreibmaschine gesehen, so etwas wie Staunen und Neugierde darauf.“ Weiterentwickelt wurde die Schreibmaschine dann von den LEGO-Designern Wes Talbott und James May.

Das 2.079-teilige Set ist – wie man wohl sieht – nicht als Spielzeug gedacht, sondern als Modell. Als Altersgruppe wird auch 18+ angegeben. Es stellt eine dreireihige Fantasie-Schreibmaschine (die Ziffern-Reihe wurde eingespart) mit der englisch-sprachigen QWERTY-Tastenreihe dar. Die Tasten sind voll beweglich und gehen nach Tastendruck auch wieder in ihre Ursprungsposition.

Natürlich ist es keine richtige Schreibmaschine, sondern soll nur die Funktionsweise andeuten. So sind eben keine richtigen Typen vorhanden, die die Buchstaben durch ein echtes Farbband auf Papier pressen. Und wenn man genau hinsieht, so wird nur der mittige Typenhebel nach vorne katapultiert. Allerdings bewegt sich der Wagen mit jedem Tastendruck nach vorne. Auch lässt sich Papier „einspannen“. So weit ich das aber vom Video beurteilen kann, dürfte die Mechanik des Zeilenschaltens nur angedeutet sein (da kann ich mich aber auch irren). Und ob der Zeilenschalthebel einen festen Ruck aushält?

Auch bin ich neugierig, ob LEGO das Element der Glocke berücksichtigt hat. Ich bezweifle es, weil da hätte LEGO mit einem anderen Material als Plastik arbeiten müssen. Aber so ein helles Ping am Ende der Zeile… das hätte schon etwas.

Als zusätzliche Gimmicks gibt es eine Imitation eines Farbbandes sowie einen in Schreibmaschinen-Form geschriebenen Brief von LEGO-Geschäftsführer  Thomas Kirk Kristiansen in mehreren Sprachen, den man einspannt – und so die Illusion einer funktionierenden Schreibmaschine vervollkommnen kann.

Das Set „Typewriter“ wird mit der Nummer 21327 herauskommen und rund 200 Euro kosten. Gut, dafür könnte man mindestens vier echte, gut funktionierende Schreibmaschinen kaufen – dennoch finde ich es eine gelungenen Hommage an mein liebstes Schreibgerät. Auf jeden Fall besser als jene Plastik-Tippsen aus China, die vor einigen Jahren auf den Markt kamen, die tatsächlich schreiben konnten (aber trotzdem ein größerer Witz sind).

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© LEGO – Sicher ein begehrtes Sammelobjekt

Ich persönlich finde die Idee, die LEGO da verfolgt hat, ganz, ganz toll. Bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich mir das Set leisten werde – vor allem, da man für das Geld gleich mehrere funktionierende Schreibmaschinen bekommen kann. Andererseits habe ich schon einen Haufen Schreibmaschinen-Accessoires – also warum nicht dieses auch? Na, über meine endgültige Entscheidung werdet Ihr eh hier lessen.

Der ideologische Wert dieses Sets ist aber nicht zu unterschätzen. LEGO hält mit diesem Produkt das Andenken an die Schreibmaschine am Leben. Es kann auch zu einem kurzlebigen Hype führen – vor allem, wenn man sich ansieht, wie viele Videos, Kommentare und Blog-Artikel zur LEGO-Schreibmaschine seit der offiziellen Bestätigung durch LEGO allein seit gestern herausgebracht wurden. Das ist ein Wahnsinn! Da sieht man, wie heiß ersehnt dieses Projekt war, welche Emotionen eine Schreibmaschine – und sei es nur als LEGO-Produkt – auslösen kann. Und vielleicht führt es dazu, dass sich LEGO-Kunden dann auch mit einer echten Schreibmaschine auseinandersetzen. Das wäre eine win-win-Situation.

Rodja

PS: Ich möchte daran erinnern, dass es noch immer kein Schreibmaschinen-Emoji gibt.

PPS: LEGO stammt von den Wörtern „leg godt“ ab. So heißt auf Dänisch „spiel gut“. Etwas, das mir meine dänische Freundin vor Urzeiten mal erklärt hat. Vielen Dank dafür, Solveig.

Tom Hanks und die drei Coronas

Dass Oscar-Preisträger Tom Hanks ein Fan von Schreibmaschinen ist, weiß man spätestens seit der sehenswerten Doku „California Typewriter“. Hanks gilt quasi als Poster-Boy der Szene – und es gibt auf diesem Blog hier viele schöne Geschichten, z.B. wie er Schreibmaschinen verschenkt oder sein verborgenes Talent zeigt.

© American Buffalo Pictures

Zuletzt bereitete der US-Filmstar seinen Fans aber große Sorgen, denn er und seine Frau Rita Wilson erkrankten in Australien an dem Coronavirus. Und zu dem Zeitpunkt hatte er eine Smith-Corona-Schreibmaschine mit, wie er nach der Genesung auf Instagram schrieb.

Nun, das ist Schnee von gestern. Hanks und seine Frau sind wieder gesund, zurück in den USA und in Selbstisolation. Das Ganze hat aber noch eine Nachgeschichte mit Awwwwwwww-Faktor.

Denn wie Nachrichtenportale wie z.B. „Südtirolnews.it“ berichteten, bekam Hanks von einem australischen Buben einen Brief. Der Achtjährige erkundigte sich nach Hanks‘ Gesundheit nach der Corona-Erkrankung und erzählte, dass er daheim wegen seinem Namen gehänselt wird – er heißt nämlich Corona de Vries. Und was tat der US-Filmstar? Er ließ es sich nicht nehmen und schrieb dem Buben zurück. Und nicht nur das, er schenkte ihm eine Schreibmaschine. Natürlich eine Smith-Corona.

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Der TV-Sender 9 News Australia brachte sogar einen Beitrag darüber.

Übrigens hatte Hanks nach seiner Genesung und seiner Rückkehr in die USA bereits einen ersten Fernsehauftritt – und zwar in der Comedy-Show Saturday Night Live (SNL). Normalerweise wird die Show aus einem Studio mit einem Live-Publikum gesendet. Doch in Zeiten von Corona sind alle Schauspieler daheim – und ein Publikum schon gar nicht erlaubt. Also nahmen die Schauspieler ihre Teile von daheim aus auf – und bei Tom Hanks, dem „celebrity canary in the coal mine for the corona-virus“, wie er sich selbst nennt, sieht man beim Anfangsschwenk gleich einen (sehr kleinen) Teil seiner Schreibmaschinen.

Rodja

So ein Virus kann einem den Geburtstag schon ganz schön vermiesen

© Rodja Pavlik

Demnächst jährt sich mein Geburtstag zum 49. Mal. Diesen „Schicksalstag“ teile ich auch mit einem jungen Mädchen. Das Besondere: Wegen der Corona-Pandemie kann das Mädchen leider nicht wie geplant mit Freunden und dem Rest der Familie feiern.

Um dem Mädchen doch noch eine Freude zu bereiten, erfolgte in den Sozialen Medien der Aufruf, ihr doch eine Postkarte zu schicken. Eine nette Idee, wie ich finde – und der ich gerne Folge geleistet habe.

Rodja

Fanpost? Für mich?!?

Hui, da habe ich aber schön geschaut: Mein Blog hat aus heiterem Himmel Fanpost bekommen – und zwar von Claas Keller von der Hanseatischen Analogpost-Gesellschaft. Und der Brief ist ein richtiges kleines Kunstwerk. Da merkt man die Sorgfalt – so schön bekomme ich das wohl nicht hin.

Wie der Name „Analogpost-Gesellschaft“ vermuten lässt, ist über diese Gesellschaft kaum etwas im Netz zu finden. Aber ich habe eine Adresse – und da werde ich mich natürlich auch via Snail-Mail bedanken.

Rodja

PS: Ich bin gerade darauf gekommen, dass dies hier mein 200. Blog-Post ist.

©Rodja Pavlik

Zu Gast bei Schreib-Coach Ronny Rindler

Rodja killed the Youtube-Star… oder so ähnlich

© Ronny Rindler/Youtube Screenshot

(Ja, auf dem Screenshot steht Richard Polt – aber ich versichere Euch, dass ich es bin.)

Vor kurzem bin ich über den in Wien lebenden deutschen Schreib-Coach Ronny Rindler gestolpert. (Himmel, wie oft ich schon im Internet über was gestolpert bin… ich muss mir echt eine andere Redewendung dafür einfallen lassen.) In einem Video auf seinem für Autoren und sonstige Schreiberlinge interessanten Youtube-Channel RINDLERWAHN schreibverrückt schwärmte Ronny von der „Schreibmaschine“ Freewrite, auf die ich eh schon lange ein Auge geworfen habe. (Allerdings ist sie mir zu teuer, das Bestellen zu umständlich – und die Sache mit dem Service ist mir auch ein bisschen zu unsicher.) Dennoch erachte ich den Freewrite beim Schreiben durchaus als nennenswerte Alternative zum PC und zur Schreibmaschine. Etwas, das ich weiterhin im Auge behalten werde.

Einige Aspekte, die Ronny in dem Video positiv hervorhob, kamen mir seltsam bekannt vor. Ja, genau, die Vorteile, die Ronny im Freewrite sieht, treffen auch auf das Arbeiten mit der Schreibmaschine zu. Ich schrieb Ronny an, denn ich wollte mich unbedingt über den Freewrite mit ihm austauschen. Und als Ronny hörte, dass ich ein überzeugter Schreibmaschinen-Fan bin, war auch er neugierig. Und so lud er mich vor die Kamera – und das Ergebnis ist hier zu sehen…

Zu Gast waren auch die Hermes 3000, die Hermes Baby und Ronnys Freewrite von Astrohaus. So war es mir auch möglich, einen kleinen, direkten Vergleich zu machen.

Es war eine sehr nette Plauderei – und da habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, über Sachen zu reden, von denen man so richtig überzeugt ist.

Gedreht wurde übrigens in der Buchhandlung Frick in der Schönbrunner Straße 261, 1120 Wien, wo Ronny auch einige Schreibkurse abhält.

Das T-Shirt, das ich trage, ist übrigens von Schreibmaschinenkünstler Robert Doerfler, der das Bild getippt hat. (Nur, falls jemand so exklusiv herumlaufen möchte. Das ist keine bezahlte Werbung, das T-Shirt habe ich schön brav selbst gekauft.)

Rodja

PS: Ronny stellte freundlicherweise den Schreibmaschinisten das Video zum Freewrite vor einiger Zeit zur Verfügung (hier zu sehen).

INFO: Ronny Rindler: https://www.rindlerwahn.de. Auf Youtube: RINDLERWAHN schreibverrückt

DkG: „California Typewriter – Die Revolution wird mit der Schreibmaschine geschrieben“

Auf einem anderen Blog, der sich mit Indie-Filmen beschäftigt, habe ich von Zeit zu Zeit ein DkG (Abkürzung für „Das kleine Gewinnspiel“) veranstaltet. Da habe ich dann Indie-Filme auf DVD verlost. Auf dem Schreibmaschinisten-Blog habe ich bis dato noch kein Gewinnspiel veranstaltet – und zwar aus dem einfachen Grund, weil Schreibmaschinen mit der Post verschicken sicher kein kleines (sprich: kostengünstiges) Ding ist. Aber diesmal habe ich etwas – und rufe hiermit zum ersten Gewinnspiel auf dem Schreibmaschinisten-Blog aus.

Weil ich mich so sehr freue, dass es die Dokumentation „California Typewriter“ von Doug Nichol nun auf DVD und Blu-Ray auch in den deutschsprachigen Raum geschafft hat, verlose ich eine DVD von dieser sehr sehenswerten Doku (mit deutschem Voice Over, ist aber ausschaltbar).

© Rodja Pavlik

Dass es nun eine deutschsprachige Version von dem Film gibt, ist dem Label KSM zu verdanken. Ich möchte aber betonen, dass ich die DVD für das Gewinnspiel selbst gekauft habe – und dies keine bezahlte Werbeaktion von KSM ist.

Um die DVD zu gewinnen, möge man bitte zwei Fragen beantworten. Wobei die eine Frage MUSS beantwortet werden, die andere Frage ist mehr eine Bitte, und soll mir helfen, diesen Blog hier zu verbessern.

Hier die Muss-Frage:

– Welcher verstorbene Oscar-nominierte Schauspieler kommt in dieser Dokumentation zu Wort? (Bitte nicht hier posten. Details weiter unten.)

Hier die zweite Frage/Bitte:

– Mich würde interessieren, was Ihr von dem Schreibmaschinisten-Blog haltet. Vermisst Ihr etwas? Eine Rubrik? Habt Ihr Themen, über die ich schreiben/berichten sollte? Was ist Euer Zugang zur Schreibmaschine/Alternativen zum PC/Laptop generell? Die Antworten (oder Teile davon) könnt Ihr hier unten in den Kommentaren posten. (Wer hier noch nicht gepostet hat, muss erst freigeschalten werden.)

Die Antwort auf die Muss-Frage bitte NICHT hier posten, sondern per Mail mit postalischer Versandadresse an mich übermitteln. Die E-Mail-Adresse lautet schreibmaschinist[at]gmx.at. Als Betreff bitte “California Typewriter” angeben. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2019. Die DVD wird unter den Einsendern mit den richtigen Antworten verlost.

Das Ganze findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt. Preise, die auf dem Postweg verloren gehen, können leider nicht ersetzt werden. Bitte auch Namen, Alter und Postadresse angeben (Warnung: Wer keine vollständigen Angaben abliefert, wird automatisch ausgeschlossen!). Diese Daten werden nur im Rahmen des Gewinnspiels verwendet und nicht weitergeleitet – nach Abschluss der Runde werden sie auch sofort gelöscht.

Rodja

„California Typewriter“ erscheint mit deutschem Voice-Over

2016 brachte der US-Filmer Doug Nichol die Dokumentation „California Typewriter“ heraus.

Der Film dreht sich um das titel-gebende Schreibmaschinen-Geschäft – und wie dessen Besitzer versucht, sich und seine Familie über Wasser zu halten. Zu Wort kommen aber auch Personen wie Oscar-Preisträger Tom Hanks, Musiker John Mayer oder der Philosoph und Buchautor Richard Polt („The Typewriter Revolution“). Ihnen allen ist die Liebe zur Schreibmaschine – besonders in dieser digitalen Zeit – gemein.

© Rodja Pavlik

Leider schaffte es der Film nie in die österreichischen Kinos, geschweige denn in den deutschsprachigen Raum. Aber da mein Englisch nicht soooo schlecht ist, habe ich mir den Film auf DVD gekauft. Leider musste ich ihn mir zwei Mal besorgen, weil mir zuerst eine DVD nach US-Ländercode zugeschickt wurde, die ich nicht abspielen konnte. Das hat mich schon etwas verwundert, weil ich bis dato nie ein Problem damit hatte. Selbst die Low-Budget-Produktion „The Typewriter (In The 21st Century)“ (2012) von Chris Lockett konnte ich problemlos abspielen.

Zurück zu „California Typewriter“. Das deutsche Label KSM verpasste dem Film eine längst fällige deutsche Synchronisation (mit Voice-Over). Die deutsche Version ist ab 29. August 2019 auf DVD erhältlich.

Rodja

PS: Und hier der deutsche Trailer zu „Califirnia Typewriter“ (sic!)

Die Royal Classic und der amerikanische Traum vom Teleshopping-Sender

Vor kurzem berichtete ich hier, dass eine neue mechanische Schreibmaschine auf den Markt gekommen ist: die Royal Classic, die auch tatsächlich von der renommierten US-Schreibmaschinenmarke Royal kommt, aber – im Gegensatz zu den historischen Schreibmaschinen der Firma – in China produziert wird.

Die Royal Classic weist auch erstaunliche Ähnlichkeiten mit der We R Memory Keepers auf, allerdings hat sie einen metallenen Korpus, während die We R Memory Keepers rein aus Plastik zu bestehen scheint. Anscheinend dürften beide Schreibmaschinen von der gleichen Firma in Shanghai hergestellt werden.

Allerdings hat die We R Memory Keepers einen gewaltigen Vorteil gegenüber der Royal Classic. Die Maschine wurde gezielt über die Warenhauskette und Online-Plattform Michael’s an Scrap Book Artists verkauft. Die Royal Classic hat diesen Distributionsweg nicht. Deswegen war ich auch auf die weitere Entwicklung neugierig.

Und hier ist sie auch schon. Die Firma Royal hat anscheinend den Weg über den Teleshopping-Sender QVC (Steht für Quality, Value, Convenience. Hab‘ ich auch nicht gewusst) gewählt. Einen entsprechenden Fernsehbeitrag gibt es schon, in dem zwei Moderatoren über die Vergangenheit schwadronieren und wie viel „Fun!!!“ doch die in mehreren Farben lieferbare Royal Classic biete.

Auf der QVC-Site wird die Schreibmaschine inzwischen um 229,95 Dollar angeboten. Zum Vergleich – auf der Royal-Site wird sie aktuell um 249,95 Dollar angeboten.

Da es von der US-Firma QVC auch einen deutschen Ableger gibt, bin ich gespannt, ob Royal Classic den Sprung über den großen Teich schaffen wird.

Rodja

Was macht eine Schreibmaschine in der Bank?

Antwort: Nichts!

Doch zuerst zu etwas anderem: Vor einigen Tagen ging die Aktion „Helios“ zu Ende (siehe Bericht der „Kleinen Zeitung“ zum Anfang). Das Planspiel sollte simulieren, wie gut Österreich auf einen dreitägigen Blackout vorbereitet ist. Sprich: Wenn kein Strom da ist. Im ersten Moment denkt man sich: Tja, Leben geht weiter. Ein Stromausfall kann ja schon mal passieren. Aber man stelle sich vor… der Kühlschrank mit den Lebensmitteln, teilweise die öffentlichen Verkehrsmittel, die Zapfsäulen an der Tankstelle, die medizinischen Geräte, Computer, Internet, Smartphones, die ganze Telekommunikation… all das würde zusammenbrechen – und das über einen längeren Zeitraum! Was würde da wohl geschehen?

Für mich war natürlich ein gewisser Aspekt sehr interessant. Bei der Kommunikation, beim Überbringen von Nachrichten, Anweisungen oder Befehlen… würde man da wieder auf mechanische Schreibmaschinen setzen? Hätte man da ein paar Schreibmaschinen parat? Gewartet und bereit für den Einsatz?

Obwohl ich mir mit meiner mickrigen Website und Nischen-Interesse nicht unbedingt eine Chance ausrechnete, schrieb ich doch die Pressestelle des Innenministeriums an, ob man mir diesbezüglich Auskunft geben könnte.

Und dann geschah das Strache-Video, der Vizekanzler und ein Parteifreund traten zurück, die Regierung wurde gesprengt – und auch der Innenminister (FPÖ) musste den Hut nehmen. Tja, jetzt glaube ich noch weniger, dass ich eine Antwort bekommen werde. Aber damit kann ich sehr gut leben. 😀

Dafür bekam ich von unerwarteter Seite eine Antwort auf eine Frage, die ich vor Jahren gestellt habe.

Ein Freund von mir arbeitet bei der Bank Austria (früher Creditanstalt). Wir kennen uns seit Ende der 1980er. Gemeinsam besuchten wir den Aufbaulehrgang zur Handelsakademie – und haben quasi den gleichen schulischen Background. Wir hatten beide noch Maschinschreiben und Stenografie in der Handelsschule. Das Maschinschreiben konnten wir im Aufbaulehrgang noch brauchen, an Stenografie wurde nicht mehr gedacht. Und als wir ins Berufsleben eintraten – er Bank, ich Versicherungsmakler (damals) – hatten wir hauptsächlich nur noch mit Computern und Netzwerken zu tun, und kaum noch mit Schreibmaschinen. Und mit den folgenden Jahrzehnten verschwand die Schreibmaschine ganz aus den Büros.

Oder doch nicht? Denn als ich vor ein paar Jahren die Schreibmaschine privat wieder entdeckte, erzählte mir der Freund, dass sie in der Bank noch immer eine Schreibmaschine herumstehen haben. Irgendwo zumindest. Ich war entzückt – und bat um ein Foto bzw. um Bekanntgabe des Verwendungszwecks. Doch immer wieder wurde darauf von uns beiden vergessen. Irgendwann fragte ich nach – und dann kam die Antwort, dass er mal aus dem Urlaub zurückkam und die Schreibmaschine suchte. Und da sagte man ihm, dass sie entsorgt wurde.

Oder auch nicht. Denn an dem Tag, an dem das Strache-Video publik wurde, bekam ich das Foto einer elektronischen Olympia Carrera de Luxe zugeschickt. Mein Kumpel hatte die Schreibmaschine in der Bank doch noch gefunden!

© S.E.

Als ich den Verwendungszweck erfuhr, war ich überrascht. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Schreibmaschine für den Ernstfall (sprich: Zusammenbruch des Computernetzwerks) gedacht ist. Doch tatsächlich hat sie einen fixen Platz im Banken-Leben. Und das trotz Internet-Banking, Smartphones & Co. Allerdings wiederum nur theoretisch.

Die Schreibmaschine kommt dann zur Verwendung, wenn Bankschecks ausgestellt werden müssen, erzählte mein Kumpel. „Die müssen nämlich noch mit Schreibmaschine geschrieben werden.“ Doch das kommt relativ selten vor. „Wir haben das Ding seit ca. fünf Jahren – als Ersatz für eine mechanische.“ Und die „neue“ Schreibmaschine wurde noch nie verwendet.

Es gebe auch keine Dienstanweisung dafür – und gewartet wurde sie auch noch nie. „Ich hoffe, die Farbbänder sind noch nicht zu Staub zerfallen“, so mein Freund abschließend.

Das ist für mich als Schreibmaschinen-Afficionado natürlich unbefriedigend. Natürlich hoffte ich auf eine Geschichte à la „Und da hatten wir eines Tages einen Netzwerkzusammenbruch. Und nur mit der Schreibmaschine und Boten konnten wir mit anderen Filialen kommunizieren.“ Aber nix. Allerdings sieht man daran auch wieder, wie der aktuelle Stand der Schreibmaschine im Büroleben ist. Und auch das ist wiederum zumindest interessant.

Rodja

Unhappy 48th birthday to me…

Am 26. April feierte ich meinen 48. Geburtstag. Mann, bin ich alt geworden. Vor sechs Jahren konnte ich noch mit einem Verweis auf Douglas Adams (Hint: „42“, Hint: „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“) punkten.

Jetzt bin ich eher reif für die MA 48 (hier in Wien ist das die Müllabfuhr).

Normalerweise mache ich auch nicht viel Aufhebens um meinen Geburtstag. Aber diesmal muss ich es wohl machen, weil ein sehr lieber Arbeitskollege (und Schreibmaschinist) mir ein kleines Präsent gab.

Vielen Dank, Stefan, das hat mir doch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Rodja

©Rodja Pavlik