Ronny Rindler und der Freewrite, Teil 2

Der Freewrite? Das Freewrite?! Keine Ahnung, welcher Artikel da jetzt passt. Nachdem es ja eigentlich ein abgespeckter Computer ist, tendiere ich zu „der“. Das Gerät habe ich hier ja schon des Öfteren vorgestellt. Eigentlich würde mich das Ding ja schon sehr reizen… aber es ist mir doch einfach zu teuer. Und nachdem man den Freewrite nicht so einfach hierzulande antesten kann, sondern quasi blind aus den USA bestellen muss, habe ich vor einer Investition letztendlich zurückgescheut (obwohl ich das Geld bereits ausgelegt habe – aber letztendlich überwogen die Zweifel und ich zog mein Investment wieder zurück). Dennoch… die Versuchung ist stark.

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© Astrohaus

Einer, der sich den Freewrite geleistet hat, ist der in Wien lebende Schreibcoach und Autor Ronny Rindler. Ich durfte schon einmal ein Video von ihm hier posten, in dem er den Freewrite vorstellt. (Und er interviewte mich auch zum Gebrauch der Schreibmaschine hier.)

Nun hat Ronny vor einiger Zeit ein weiteres Video zum Freewrite gepostet. Anlass war der NaNoWriMo, der National Novel Writing Month, in dem Autoren den ganzen November Zeit (in Zahlen: 30 Tage!!!) haben, einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu verfassen. (Nicht irritieren lassen, der National Novel Writing Month ist auch international schon eine Institution geworden.) Aufgrund des NaNoWriMo konnte Ronny den Freewrite wieder auf Herz und Nieren (in diesem Fall wohl Platinen und Chips) testen und nun ein umfangreicheres Fazit auf Video abliefern. Enjoy!

Rodja

INFO: Ronny Rindler: https://www.rindlerwahn.de. Auf Youtube: RINDLERWAHN schreibverrückt

6 nützliche Tipps für die Schreibmaschine

Woran merkt man, dass Schreibmaschinen beliebter werden? Nun, zum einen daran, dass die Preise auf diversen Gebraucht-Plattformen langsam anziehen. Und zweitens, dass es Youtuber gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Im englischsprachigen Raum gibt es die schon länger, aber hier im deutschsprachigen Raum sind mir erst vor kurzem gleich zwei Vlogger aufgefallen. Was ärgerlich ist, weil ich eigentlich auch ein paar Videos machen wollte. Aber jetzt habe ich ja keinen Grund mehr dazu. Pfffff….

Aber zurück zu den deutschen Vloggern. Bei diesen handelt es sich zum einen um Kolibri, der sich auf Schreibmaschinen aus der ehemaligen DDR zu spezialisieren scheint, und zum anderen um BADULAI, der Schreibmaschinen vorstellt, aber auch Tipps gibt.

Und sechs recht bemerkenswerte Tipps hat BADULAI in diesem englischsprachigen Video hier zusammengestellt.

An und für sich spricht BADULAI deutsch, warum er hier aber auf Englisch switcht, entzieht sich meiner Kenntnis. Dennoch sind die Tipps leicht zu verstehen – und ich muss zugeben, dass ich ein bisschen baff bin. Ich habe eigentlich nur einen Trick davon gekannt (Stichwort: Lineal) – und einen zweiten Trick kannte ich in der Theorie, aber erst durch diesen filmischen Beitrag wurde mir klar, wie er anzuwenden ist (Stichwort: fehlender Buchstabe – obwohl… Korex oder Tipp-Ex verwend ich nimmermehr). Dafür ein ganz großes Danke an BADULAI.

Auf jeden Fall habe ich die beiden abonniert und freue mich über weitere Beiträge.

Rodja

Die DIY-Farbband-Umspulungsmaschine

Seit Jahren bin ich ein Fan von Vlogger Joe Van Cleave aus Albuquerque/New Mexico. Der Amerikaner ist Fotograf und Schreibmaschinen-Enthusiast. Neben seinem Blog betreibt er auf seinem Youtube-Channel unter anderem die „Typewriter Video Series“, für die er schon mehr als 240 Episoden produziert hat. Ehrlich, ich wusste nicht, dass man so viele Videos über das Thema Schreibmaschine machen kann.

Nun hat er vor kurzem ein Video über eine DIY-Farbband-Umspulungsmaschine veröffentlicht, das ich – mit seiner Erlaubnis – hier veröffentlichen kann.

© Joe Van Cleave

Für den normalen Gebrauch (sprich: alle heiligen Zeiten einmal ein normales Farbband umspulen) ist das Gerät wohl eher nicht gedacht. Vielleicht mehr für den professionellen Schreibmaschinenhändler, der mehrere Farbbänder auf einmal umspulen muss – oder von einer größeren Farbrolle mehrere kleinere Spulen bespulen möchte.

Dennoch finde ich das Gerät nachahmenswert. Eine nähere Beschreibung findet man auf Joes Blog. Die amerikanischen Maße mögen vielleicht irritieren, aber ich bin mir sicher, dass man auch mit Daumen x Pi eine ähnliche Maschine im metrischen Maß herstellen kann. Das Video hier wiederum zeigt auch noch die Anwendung einer Bohrmaschine fürs Spulen.

Rodja 

INFO: https://joevancleave.blogspot.com

Wider die Einfärbigkeit auf getippten Seiten!

An einem Feature der Schreibmaschine scheiden sich die Geister: dem Farbbandschalter bzw. dem Nutzen und Benutzen von zweifärbigen Bändern.

Nun ja, eigentlich stehe ich damit allein auf weiter Flur, denn ich kenne niemanden, der tatsächlich zweifärbige Farbbänder verwendet. Und ich verstehe es auch vom ökonomischen Standpunkt her. Ist eine Spur Schwarz aufgebraucht und wird schwach bei der Farbabgabe, schaltet man einfach den Farbbandschalter um und schreibt auf der zweiten Spur Schwarz weiter.

Für mich jedoch haben aber zweifärbige Farbbänder sehr wohl einen Sinn. Ein großer Teil dieser Anwendungsmöglichkeiten findet in Entwürfen Niederschlag, nicht unbedingt in der finalen Version des Textes.

Es gibt nicht viele Features, um in einem Schreibmaschinentext etwas hervorzuheben. Man kann in BLOCKSCHRIFT schreiben, man kann etwas unterstreichen, entweder einfach oder zweifach (dazu verwendet man das „=“ eine halbe Zeile unter dem Geschriebenen), oder man setzt eben die zwei Farben bewusst ein. Und ich mag das.

© Rodja Pavlik

Natürlich habe ich auch Schreibmaschinen, die nur einfärbig schreiben (wie meine treue Hermes Baby), aber wann immer es geht, achte ich beim Kauf einer Schreibmaschine, dass sie zweifärbig schreiben kann. Und wenn sie es kann, dann möchte ich auch ein zweifärbiges Farbband dafür.

Für mich hat das Zweifärbige – bzw. die Wahlmöglichkeit – durchaus etwas Sinnvolles. Erstens, wie bereits gesagt, die Akzentuierung, das Hervorheben im Text. Es ist doch eine elegante Alternative zu z.B. in BLOCKSCHRIFT schreiben. Oder eben etwas im Nachhinein zu unterstreichen.

Die zweite Verwendungsmöglichkeit für mich, ist beim Schreiben von Geschichten oder Drehbüchern. Meistens habe ich schon einen Geschichtsstrang im Kopf, den ich abarbeite. Der ist aber nicht fix, meistens fallen mir beim Schreiben noch Ideen ein. Wenn ich im Flow bin, switche ich einfach auf Rot und schreibe den zweiten möglichen Handlungsstrang auf. Oder eine mögliche, spätere Wendung, die mir erst jetzt eingefallen ist. Sobald ich damit fertig bin, schalte ich auf Schwarz zurück und schreibe am alten Strang weiter. So geht nichts verloren – und ich kann dann genau unterscheiden, was der ursprüngliche Gedanke war – und mich erst später entscheiden, was besser ist.

© Rodja Pavlik

Manchmal fällt mir aber auch eine Frage zu bestimmten Sachen ein, die ich noch genauer nachrecherchieren muss. Ich könnte das ja sofort am Computer nachschauen – aber so wie ich mich kenne, bleibe ich dann auf Youtube oder Facebook hängen und versumpere. So schreibe ich die Frage/Problemstellung in Rot auf – und kann kurz darauf wieder zur Geschichte zurückkehren und schwarz weiterschreiben.

Ja, für mich machen zweifärbige Farbbänder durchaus Sinn und ich möchte diese Wahlmöglichkeit einfach nicht missen.

Rodja

Im Farbrausch

Auf den tippenden Straßenpoeten Luke Winter bin ich bereits 2017 gestoßen, als der Brite über Crowdfunding sein Buch „Stories for Strangers Vol. II“ (hätte eigentlich „Stories while they waited No.2“ heißen sollen) finanziert bekommen wollte. Ich spendete einen Betrag – und bekam dafür auch das fertige Buch.

© Rodja Pavlik

Vor kurzem wurde ich dann über einen Blogeintrag des Australiers Robert Messenger wieder auf Luke Winter aufmerksam. Was ich nämlich nicht wusste: Der Poet fertigt nämlich auch ganz besondere Farbbänder für Schreibmaschinen an.

Farbbänder… Ich kenne viele Schreibmaschinen-Nutzer, die nur eine Farbe haben wollen. Damit können sie doppelt so viel auf Schwarz/Weiß tippen als mit einem zweifärbigen. Ich wiederum nutze, wenn es geht, zweifärbige Bänder. Man kann damit einem Text zusätzliche Nuancen verleihen. (Zu den Vorteilen von zweifärbigen Bändern aber ein anderes Mal.)

Luke Winter bietet nun ganz besondere Farbbänder an – und zwar mehrfärbige. D.h., auch mehr als zwei Farben. Und die Farben sind nicht untereinander, sondern nebeneinander. Man kann nicht zwischen zwei Farben wählen, indem man einfach auf die jeweilige Farbspur umschaltet, sondern geht beim Tippen jede Farbe durch. Dadurch erscheint der Text auch so schön bunt. Multi-colour-Farbband, sozusagen. Oder, wie Luke Winter sie nennt, Rainbow Typewriter Ribbons.

© Rodja Pavlik

Auf seiner Homepage, wo er auch seine Bücher vertreibt, bietet er die Rainbow Typewriter Ribbons um 14 britische Pfund (4 m) und 18 britische Pfund (8 m) an (exkl. Versandkosten).

Die Idee gefiel mir ganz gut, allerdings habe ich nicht unbedingt gute Erfahrungen mit custom made Farbbändern gemacht. Das Anliegen in Ehren, aber die Leute, die oft dahinter stecken, haben oft nicht die Expertise, geschweige denn das nötige Equipment, um gute Farbbänder herzustellen. Ich habe schon mal einige custom made-Farbbänder bestellt, die Qualität war nicht besonders berauschend. Vor allem trocknete die Farbe schnell aus.

Dennoch orderte ich Luke Winters Rainbow Typewriter Ribbons, weil ich die Idee an sich gut, neu und unterstützenswert finde. Sie bringt Farbe und ein bisschen Frische in die Typosphere.

© Rodja Pavlik

Der Versand funktionierte auch rasch und tadellos. Bekommen habe ich zwei kleine Schachteln mit offenen Farbbändern und einer kleinen Beschreibung. Normalerweise bekommt man ja die Bänder in Folie eingeschweißt, damit sie nicht austrocknen. D.h., Luke Winters Farbbänder sind wohl für den baldigen Gebrauch gedacht.

Für das reine Rainbow Typewriter Ribbon sollte der Käufer selbst zwei Original-Schreibmaschinenspulen parat haben. Nicht diese Einweg-Plastik-Einwegspulen, wie man sie beim Kauf eines normalen Farbbandes bekommt, sondern jene Spulen, die als Original-Zubehör bei älteren Maschinen manchmal zu finden sind. (Wenn sie nicht weggeschmissen wurden.) Die sind aus Metall und haben meist einen Widerhaken, an dem man das Farbband aufspießen/befestigen kann.

Ich beschloss, das Farbband auf einer kürzlich erstandenen Triumph Durabel zu testen. Auf deren Spulen wickelte ich das Rainbow Typewriter Ribbon auf. Um nicht zu schmutzig zu werden, benutzte ich Einweg-Küchenhandschuhe. Ein bisschen kommt man sich da auch wie ein Chirurg vor.

© Rodja Pavlik

Die Installation verlief recht problemlos. Und dann tippte ich darauf los. Zuerst einzelne Sätze – aber da kamen die wechselnden Farben zu wenig zur Geltung. Also schrieb ich eine längeren Text. Am Anfang war die Farbe noch recht schwach, aber wenn man ein bisschen ins Tippen kam, wurde es besser. Und wenn man mehrere Zeilen geschrieben hat, dann kann man sich schon einen ersten Eindruck machen.

Auf den ersten Blick bietet sich auch ein wirklich gefälliges, farbenfrohes Schriftbild. Nur wenn man etwas genauer schaut, merkt man, dass die Buchstaben nicht immer perfekt abgedruckt werden. Auf Anfrage meinte Luke Winter, dass es damit zusammenhängen könnte, dass ein frisches Farbband noch zu viel Farbe hat. Erst nach einiger Benützung würde sich das einpegeln und ein schärferes Schriftbild ergeben.

Ich muss noch hinzufügen, dass meine Triumph Durabel wahrscheinlich auch gewartet gehört, deswegen kann ein Teil der farblichen Unzulänglichkeiten natürlich damit zusammenhängen, dass die Maschine nicht ganz einwandfrei arbeitet bzw. die Gummiwalze verhärtet ist.

Dennoch fiel mir auch bei Fotos von anderen Nutzern des Rainbow Typewriter Ribbon im Internet auf, dass ebenfalls eine gewisse Unschärfe der Buchstaben vorhanden ist.

© Rodja Pavlik

Fazit: Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Produkt von Luke Winter zufrieden. Gut, einen Artikel oder ein Buch werde ich damit nicht schreiben, aber für spezielle Sachen wie Briefe kann ich mir den Einsatz des Rainbow Typewriter Ribbon durchaus vorstellen. Würde ich es noch einmal bestellen? Definitiv ja. Es bietet doch einen gewissen Schauwert.

Rodja

INFO: Luke Winter: www.storiesforstrangers.com, https://prancepress.ecwid.com; Rainbow Typewriter Ribbon: Direkt-Link Edit: Ach, so etwas von bad timing. Gerade erfahren, dass Luke Winter für ein Monat nach Griechenland geht – und erst ab März wieder liefern kann. 😦

Was für die Weiterbildung…

Momentan versuche ich mich ein bisschen in die Technik von Schreibmaschinen einzulesen. Vor kurzem habe ich mir ja eine Bauanleitung für eine Kleinschreibmaschine vom Anfang des 20. Jahrhunderts besorgt, jetzt das kleine Heftlein „Konstruktionselemente der Schreibmaschine“ von Jürgen Helfer von 1948.

Rodja

© Rodja Pavlik

Schreibmaschinen-Ersatzteile aus dem 3D-Drucker

© 3D Typewriter Parts.com

Schreibmaschinen sind an und für sich unkaputtbar. Pflegt man sie gut, halten sie ewig. Pflegt man sie nicht, halten sie unter Umständen auch ewig. Doch hin und wieder gibt es Teile, die verschleißen einfach. Die Füße zum Beispiel, oder der Drehknopf für die Walze. Oder die Farbbandspule. Im Glücksfall gibt es irgendwo noch eine baugleiche Schreibmaschine zum Ausschlachten – oft wird man da auch noch im Web fündig.

Aber da mechanische Schreibmaschinen kaum noch produziert werden – und die heutigen Schreibmaschinen kaum passende Teile für alte Maschinen aufweisen, ist diese Ressource begrenzt. Und hier könnte eine neue Technologie Abhilfe schaffen: Der 3D-Druck. Mittels eines detaillierten Plans werden Objekte schichtweise „gedruckt“ bzw. aufgebaut. Hat man also den Plan eines Schreibmaschinen-Fußes, kann man den beliebig oft ausdrucken.

Das Problem ist halt, dass man – neben der entsprechenden Hardware – auch diese Pläne haben sollte. Und hier kommt die Site 3dtypewriterparts.com ins Spiel. Die Webpage ist erst im Aufbau begriffen, beinhaltet aber bereits einige Pläne für u.a die Hermes Baby, die Erika 11 oder die Olivetti Lettera 32, um nur ein paar zu nennen. Hier gibt es keine Pläne von ganzen Schreibmaschinen, sondern eben von Einzelteilen, wie die vorhin genannten Füße und Spulen. Aber wer weiß, das kann sich mit zunehmendem Traffic auf der Seite auch ändern. Denn natürlich sind auch andere 3D-Druck-Spezialisten eingeladen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Ich muss zugeben, dass ich mit 3D-Druck bis dato wenig am Hut hatte. Ich weiß zwar, dass es diese Technologie gibt, aber für meinen persönlichen Gebrauch hatte ich noch keinen Bedarf dafür. Allerdings finde ich es doch recht spannend, wie sich – nachdem die Industrie ja selbst kein Interesse an der Produktion von Schreibmaschinen hat – die Schreibmaschinen-Sammlerszene selbst Abhilfe schafft.

Rodja

INFO: http://3dtypewriterparts.com/

Bauanleitung für eine Schreibmaschine

Fürs Basteln habe ich zwei linke Hände. Aber zugegeben, dieses Projekt reizt mich. Eine eigene Schreibmaschine bauen… Das ist zumindest mal etwas, das ich in der Pension machen kann.

© Rodja Pavlik

Die Broschüre „Wie baue ich mir selbst? Eine Kleinschreibmaschine“ habe ich gestern mit der Post erhalten. Die Bauanleitung, die ich über das IFHB (Internationales Forum Historische Bürowelt e.V.) bekommen habe, soll aus dem Jahr 1910 sein – und ich muss mir das Ganze erst einmal durchlesen. Bzw. durchackern – bei Frakturschrift passt das wohl besser. Eine Rezension wird auf jeden Fall folgen, bin schon über einige Formulierungen gestolpert, die mich nur irre kichern haben lassen.

Zumindest hoffe ich, mir einiges an Schreibmaschinen-Vokabular anzueignen und ein bisschen hinter die Technik blicken zu können.

Rodja

© Rodja Pavlik

Vom Schwinden der Handschrift…

Ich muss zugeben, meine Handschrift ist eine Klaue – war sie immer schon. Und das obwohl ich seit der Schulzeit immer lieber mit der Füllfeder geschrieben habe – und das selbst zu einem Zeitpunkt, als man uns (für die meisten Schüler endlich) erlaubt hat, mit Kugelschreiber zu schreiben.

Ich hatte auch Brieffreundinnen, denen ich geschrieben habe. Natürlich mit der Hand. Erstens war mir Schreibmaschine in den 1980ern noch zu mühsam, zweitens galt das zu unpersönlich, weil Geschäftsbrief-mäßig. Heute schreibt man E-Mails, Chat-Nachrichten oder SMS ohne solche Gewissensbisse in Sachen Stil zu haben. Im Gegenteil: Schreibt man einen Brief mit der Schreibmaschine (statt mit dem Computer), gilt das schon als etwas Besonderes.

Für meine Challenge „Eine Postkarte die Woche“ schreibe ich in Blockschrift. Erstens, weil ich mich für meine Handschrift schon ein bisschen geniere (sie hat teilweise noch so etwas Volksschulmäßiges an sich), zweitens schreibe ich teilweise wildfremden Menschen, die meine Schrift nicht kennen – und eigentlich die Postkarten doch verstehen sollen.

Aber das Schreiben mit der Hand habe ich eigentlich nie ganz aufgegeben. Ich schleppe immer ein Notizbüchlein mit mir herum, in dem ich erste Gedanken festhalte. Und das Notizbuch und die Füllfeder sind quasi immer einsatzbereit – und das ohne Aufrufen eines Programms und Abwarten der Ladezeit.

Aber vielleicht sollte ich trotzdem etwas mehr mit der Hand schreiben. Ich merke schon, dass sich meine Hand etwas verkrampft, wenn sie länger einen Stift hält.

Vor kurzem hat es auf ORF in der Sendung „kulturMontag“ einen sehr sehenswerten Beitrag über das Schwinden der Handschrift gegeben.

Rodja

Das Schwinden der Handschrift

Die Handschrift ist zu einem schwindenden Gut geworden. Viele bevorzugen die digitale Niederschrift ihrer Gedanken. Auch im Schulbereich entwickelt sich ein Trend hin zu elektronischen Unterrichtsmaterialien.

Wie man Typen so richtig aufpoliert

Nein, das wird keine „Fight Club“-Anleitung…

Wenn eine Schreibmaschine nicht mehr ordentlich schreibt, Buchstaben nicht mehr ganz abgedruckt werden, so kann das daran liegen, dass die Buchstabentypen verschmutzt sind. Das Farbband, auf das die Typen hämmern, gibt ja nicht nur auf das Papier die Farbe ab, sondern auch auf die Typenbuchstaben selbst. Da kann dann so eine Art Schmiere entstehen, die auch noch den normalen Haushaltsstaub zusätzlich bindet.

Der Amerikaner Joe Van Cleave, der hier ja schon mal vorgestellt wurde, erklärt nun in seinem neuesten Video „Cleaning Type Slugs“ seiner „Typewriter Series“ anhand einer Underwood Universal, wie man diese Buchstaben mit Hilfe von Reinigungsalkohol, Zahnstocher, Zahnbürste und anderen Hilfsmitteln reinigt – und worauf man achten soll. Denn Reinigungsalkohol greift unter Umständen auch etwaige Plastikteile der Schreibmaschine an.

Um sich die Hände nicht all zu schmutzig zu machen, empfiehlt es sich, Einmalhandschuhe zu kaufen. Die Latexhandschuhe gibt es an und für sich beim DM oder Bipa in so einer 50er-Packung.

Rodja

INFO: http://joevancleave.blogspot.co.at/