Schreibmaschinen-Ersatzteile aus dem 3D-Drucker

© 3D Typewriter Parts.com

Schreibmaschinen sind an und für sich unkaputtbar. Pflegt man sie gut, halten sie ewig. Pflegt man sie nicht, halten sie unter Umständen auch ewig. Doch hin und wieder gibt es Teile, die verschleißen einfach. Die Füße zum Beispiel, oder der Drehknopf für die Walze. Oder die Farbbandspule. Im Glücksfall gibt es irgendwo noch eine baugleiche Schreibmaschine zum Ausschlachten – oft wird man da auch noch im Web fündig.

Aber da mechanische Schreibmaschinen kaum noch produziert werden – und die heutigen Schreibmaschinen kaum passende Teile für alte Maschinen aufweisen, ist diese Ressource begrenzt. Und hier könnte eine neue Technologie Abhilfe schaffen: Der 3D-Druck. Mittels eines detaillierten Plans werden Objekte schichtweise „gedruckt“ bzw. aufgebaut. Hat man also den Plan eines Schreibmaschinen-Fußes, kann man den beliebig oft ausdrucken.

Das Problem ist halt, dass man – neben der entsprechenden Hardware – auch diese Pläne haben sollte. Und hier kommt die Site 3dtypewriterparts.com ins Spiel. Die Webpage ist erst im Aufbau begriffen, beinhaltet aber bereits einige Pläne für u.a die Hermes Baby, die Erika 11 oder die Olivetti Lettera 32, um nur ein paar zu nennen. Hier gibt es keine Pläne von ganzen Schreibmaschinen, sondern eben von Einzelteilen, wie die vorhin genannten Füße und Spulen. Aber wer weiß, das kann sich mit zunehmendem Traffic auf der Seite auch ändern. Denn natürlich sind auch andere 3D-Druck-Spezialisten eingeladen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Ich muss zugeben, dass ich mit 3D-Druck bis dato wenig am Hut hatte. Ich weiß zwar, dass es diese Technologie gibt, aber für meinen persönlichen Gebrauch hatte ich noch keinen Bedarf dafür. Allerdings finde ich es doch recht spannend, wie sich – nachdem die Industrie ja selbst kein Interesse an der Produktion von Schreibmaschinen hat – die Schreibmaschinen-Sammlerszene selbst Abhilfe schafft.

Rodja

INFO: http://3dtypewriterparts.com/

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disillusionment of 10 point font

Der Schreibmaschinen-Maler Robert Doerfler (über den hier schon öfters berichtet wurde) hat mich auf diesen kleinen Animationsfilm von Greg Condon aufmerksam gemacht. Der US-Künstler hat „disillusionment of 10 point font“ mit einer Smith Corona Galaxie Deluxe getippt.

© Greg Condon

Die Schreibmaschine gehörte seinem Vater, der sie irgendwann in den 1960ern kaufte, wie Condon den Schreibmaschinisten auf Anfrage verriet. Warum er in der heutigen Zeit mit einer Schreibmaschine arbeitet, verriet er auch: „Ich glaube, ich mag ganz einfach den Look einer maschingeschriebenen Seite. Ich finde den ganzen Arbeitsvorgang an sich sehr befriedigend.“

Rodja

INFO: www.hiddenjunk.net

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US-Songwriter Ryan Adams über seinen kreativen Arbeitsprozess

Seit der CD „Heartbreaker“ (2000) bin ich ein Fan von Ryan Adams – und das war eine Zeit, wo man immer wieder betonen musste, dass NICHT Bryan Adams gemeint ist.

Vielleicht wäre ich sogar ein großer Fan geworden, aber erstens ist dieser Platz im Herzen schon für Jackie Leven reserviert, zweitens hatte Ryan Adams eine Phase, wo er innerhalb kürzester Zeit mehrere Alben veröffentlichte. Und da war – für meinen Geschmack – auch Unausgegorenes und viel Mediokres dabei. Aber ein paar Alben von ihm höre ich immer wieder gern.

In diesem Clip hier erklärt Adams seinen kreativen Arbeitsprozess – und der beinhaltet neben Wörterbüchern, Lexikons und Romanen eben auch eine Schreibmaschine. Eine Remington, wie ich mal seinem Gerede entnehme.

Und hier einer meiner Lieblingssongs von ihm: „To Be Young (Is to Be Sad, Is to Be High)“ – ich glaube, treffender hat wohl keiner meine Jugend beschrieben.

Rodja

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Bauanleitung für eine Schreibmaschine

Fürs Basteln habe ich zwei linke Hände. Aber zugegeben, dieses Projekt reizt mich. Eine eigene Schreibmaschine bauen… Das ist zumindest mal etwas, das ich in der Pension machen kann.

© Rodja Pavlik

Die Broschüre „Wie baue ich mir selbst? Eine Kleinschreibmaschine“ habe ich gestern mit der Post erhalten. Die Bauanleitung, die ich über das IFHB (Internationales Forum Historische Bürowelt e.V.) bekommen habe, soll aus dem Jahr 1910 sein – und ich muss mir das Ganze erst einmal durchlesen. Bzw. durchackern – bei Frakturschrift passt das wohl besser. Eine Rezension wird auf jeden Fall folgen, bin schon über einige Formulierungen gestolpert, die mich nur irre kichern haben lassen.

Zumindest hoffe ich, mir einiges an Schreibmaschinen-Vokabular anzueignen und ein bisschen hinter die Technik blicken zu können.

Rodja

© Rodja Pavlik

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Busy Secretary (funky version)

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, wollen wir natürlich der arbeitenden Bevölkerung gedenken (ja, ich zähle auch dazu).

Mit freundlichen Grüßen von Georg Sommeregger (I think).

Rodja

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Penna – ein von der Schreibmaschine inspiriertes Keyboard

Obwohl die Schreibmaschine an sich in der heutigen Zeit vermeintlich obsolet ist, hat sie doch noch immer eine ikonenhafte Ausstrahlung. Niemand – bis auf ein paar Verwegene – schreibt auf ihr. Und doch gilt sie als Inbegriff des Schriftstellertums. Sobald man ein Bild von ihr sieht, verbindet man sie automatisch mit produktivem Schreiben und einem Klick-Klack der Tastatur – selbst wenn man noch nie etwas mit ihr zu tun gehabt hat. Ich denke, dass das durch Medien wie Film und Fernsehen noch eine Zeit lang anhalten wird. Ein ähnliches Schicksal ist ja auch der Diskette vergönnt. Niemand speichert auf Disketten noch ab, aber dadurch, dass sie als Symbol fürs Abspeichern (siehe z.B. in Word) dient, wird sie uns noch erhalten bleiben.

Und auch die Schreibmaschine findet ihren Niederschlag in der heutigen Welt. Über das von ihr inspiriertem Keyboard QWERKYwriter habe ich hier ja schon öfters berichtet. Als ein weiteres Schreibmaschinen-inspiriertes Projekt wird der Lofree beworben – aber da spüre ich persönlich eigentlich nur einen Hauch von „retro“, von der Schreibmaschine an sich eher nicht so sehr.

Bei einem neuen Crowdfunding-Projekt, dem Penna von der chinesischen Firma Elretron Inc., wiederum empfange ich ganz starke Schreibmaschinen-Vibes.

© Elretron Inc.

Und wie man der Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter entnehmen kann, herrscht bei den Usern anscheinend der Bedarf nach etwas Handfestem. Wahrscheinlich gibt es viel zu viele geräuschlose Touchscreens auf der Welt – hier giert man nach etwas Haptischem. Etwas, das den Fingern leichten Widerstand bietet, eine Geräuschkulisse, das Feedback über die eigene Produktivität gibt.

Anders lässt es sich nicht erklären, dass das ursprüngliche Crowdfunding-Ziel von 50.000 US-Dollar bereits um ein Vielfaches überschritten wurde – aktuell liegt der erreichte Betrag bei ca. 415.000 US-Dollar. Also über das 8-fache der gewünschten Summe. Und man kann das Projekt noch immer bis zum 6. Mai 2017 unterstützen. (Ehrlich, ich bin stark in Versuchung.)

Die Tastatur, die sich mit insgesamt bis zu fünf Geräten (egal, ob Windows, Android oder iOS) koppeln lässt, kommt wahlweise mit Diamond- oder Chrome Tasten geliefert, wobei letztere eher die Schreibmaschinen-Optik bieten. Die mechanischen Cherry-Tasten imitieren das Klick-Klack der Schreibmaschinen. (Obwohl… eine mechanische Schreibmaschine klingt einfach anders… seufz)

Im Gegensatz zum Qwerkywriter wird der Penna auch wahlweise mit der deutschsprachigen QWERTZ-Tastatur (also auch ä, ö, ü und ß) geliefert. Für mich definitiv ein Plus.

Auch farblich gesehen gibt es eine Auswahl: Von mattschwarz über Baby-pink bis hin zu olivgrün und weiß gibt es die Tastaturen. Was natürlich noch mehr Retro-Gefühle hervorruft. Ab 299 Dollar gibt es die Tastatur aber auch in Holz.

© Elretron Inc.

Ein großer Vorteil, den der Penna gegenüber dem Qwerkywriter hat, ist natürlich der Preis. Den Qwerkywriter gibt es laut Homepage regulär um 249 Euro (davor 349 Euro, für Crowdfunder damals 329 Euro). Den Penna gibt es in der Crowdfunding-Phase bereits ab 99 Euro (statt 180 Euro im Einzelhandel). Dabei schaut für mich der Qwerkywriter „wertiger“ aus, der Body besteht auch aus Metall, während der Penna halt Plastik (bis auf die teurere Holz-Variante) ist.

Wie beim Qwerkywriter hat auch der Penna einen dem Zeilenschalthebel nachempfundenen Hebel. Während beim Qwerkywriter damit tatsächlich Zeilen geschalten werden, hat der Hebel beim Penna eine Art Aufnahmefunktion. Sätze, die während des Aufnahmemodus getippt werden, können per Hebeldruck beliebig oft wiederholt werden. (Allerdings… wozu, zum Teufel, soll das bitte gut sein?!?)

Die Tastatur wird von zwei AA-Batterien betrieben, die sechs Monate halten sollen. Hier hat der Qwerkywriter einen Vorteil – er ist nämlich über USB-Kabel aufladbar.

© Elretron Inc.

Was mir bei der Aktion auffällt: Es scheint nicht wirklich um die Finanzierung eines Projekts zu gehen. Die Crowdfunding-Summe von 50.000 Dollar kommt mir nämlich nicht all zu hoch vor. Es wirkt eher so, als würden hier – wie man auch den Perks (es gibt im Wesentlichen nur die Keyboards als Preise) entnehmen kann – einfach Vorbestellungen entgegengenommen werden. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, aber irgendwie geht mir doch etwas das Idealistische ab. Das Unterstützen einer Idee um der Idee willen. Die aktuelle Crowdfunding-Aktion ist einfach nur Business.

Rodja

PS: In Verbindung mit der Schreibmaschinen-App „Hanx“ (von Oscar-Preisträger Tom Hanks) stelle ich mir den Penna richtig cool vor. Natürlich wird mir das Keyboard NICHT die Schreibmaschine ersetzen. Aber ja, ich bin definitiv in Versuchung…

INFO: www.elretron.com; Crowdfunding-Aktion: www.kickstarter.com/projects/1950503124/penna-retro-bluetooth-keyboard-starting-as-low-as

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Das Wort zum Sonntag – 23.04.2017

Meine Olympia SF de Luxe denkt, dass der Film „Vielleicht lieber morgen“ ein ganz wundervoller Coming-of-Age-Film ist. Zumindest hat der Film von Stephen Chbosky – und das darauf basierende Buch (ebenfalls von Stephen Chbosky) – die wundervollste Szene, in der eine Schreibmaschine verschenkt wird.

© Rodja Pavlik

Und mal ehrlich, wer möchte sich nicht von Emma Watson eine Schreibmaschine schenken lassen?

Aber ich würde auch zu Tom Hanks nicht Nein sagen…

Rodja

© Ascot Elite

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