Postkarten-Challenge III – Advanced Version 2019

Kurzmitteilung

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu – und wie aufmerksame Leser richtig vermuten, so auch der Norwegen-Kalender meiner Postkarten-Challenge 2018. Wie voriges Jahr hatte ich mir auch heuer vorgenommen, jede Woche eine Karte zu schreiben. Und ich muss sagen, dass ich im Endspurt eigentlich ganz gut bin – nur noch sechs Karten übrig (ja, ich weiß, ist nicht ganz genau – aber ich bin zuversichtlich, dass ich das bis zum 31. Dezember schaffen werde.

Es ist also Zeit, sich Gedanken für das nächste Jahr zu machen – und auch da will ich mich einer Postkarten-Challenge unterziehen – aber mit ein bisschen mehr Herausforderung. Eine Advanced Version sozusagen. Diesmal gibt es sogar kleine Briefchen mit – von Fall zu Fall – kleinen Extras dazu. Dazu werde ich die Box „Typewriter Notes“ der US-Verlegerin Janine Vangool verwenden.

© Rodja Pavlik

Eine Box enthält 20 Notizzetteln, zusammengefaltet auf Polaroid-Größe, sowie 20 Briefumschläge. Auf den Zetteln befinden sich dann auch passenderweise Schreibmaschinen-Motive in Polaroid-Größe.

So eine Box habe ich mir schon 2015 zugelegt, bis dato aber nie verwendet. Damals fand ich die Motive einfach zu schön, als dass ich sie wirklich hätte verwenden wollen. Heute denke ich mir, dass es wohl keinen besseren Botschafter in Sachen Schreibmaschine gibt, als eben ein auf meiner Continental Silenta 1936 getippter Brief auf diesen Notizzetteln.

Und da ein Jahr mehr Wochen hat als Zetteln/Kuverts in einer Box sind, musste ich mir natürlich auch gleich mehrere Boxen auf Vorrat bestellen – und zwar drei. (So bleibt mir noch immer eine Box erhalten).

Zum Einsatz werden natürlich auch mein Schreibmaschinen-Stempel und ein Kalligraphie-Set kommen, an dem ich mich gerade versuche.

Wer also irgendwann im Jahr 2019 ein kleines Briefchen (mit vielleicht einem kleinen Extra) erhalten will, möge mir bitte seine postalische Anschrift an schreibmaschinist(at)gmx.at übermitteln.

Die Adresse wird nur im Rahmen der Postkarten Challenge III 2019 verwendet – und nach Gebrauch wieder gelöscht und nicht gespeichert.

Challenge III wird dann mit der ersten Jänner-Woche 2019 starten.

Bis dahin – falls ich hier nichts mehr veröffentlichen sollte – wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Rodja

The Secret Life of Fountain Pen Enthusiasts

Die Füllfeder.

Dass ich beim Schreiben wohl etwas anders bin, habe ich so ungefähr in der Handelsschule mitbekommen. Da sagte der Klassenvorstand zu uns, dass es ihr eigentlich egal sei, mit was wir schreiben – und dass wir ruhig Kugelschreiber verwenden könnten.

Da brandete ein riesiger Jubel auf – nur mir war es so ziemlich egal. Ich würde trotzdem bei meiner Füllfeder bleiben. Und tatsächlich, fortan schrieben fast alle meiner Kollegen mit Kugelschreiber, nur ich benutzte noch meine Parker-Füllfeder. Das zog sich dann durch meine Uni-Zeit bis jetzt ins Berufsleben. Aber meine persönliche Beziehungsgeschichte zur Füllfeder wird hier ein anderes Mal erzählt.

Da mein Sohn demnächst in die Schule kommt, überlege ich mir natürlich bereits, welche Füllfeder für ihn am besten wäre. Oder ob überhaupt so ein Gerät in der Volksschule überhaupt noch notwendig ist. Ich habe da schon von einigen Seiten gehört, dass die Handhabung von Füllfedern gar nicht mehr erwünscht ist, weil die Kleinen oft mit Tinte verschmierte Finger haben. Das überrascht mich nicht wirklich – und es schmerzt mich auch nicht so sehr, als wenn die Schreibmaschine für immer verschwinden würde. Aber dennoch möchte ich meinem Sohn einmal eine tolle Füllfeder schenken. Denn mir macht es mehr Spaß, damit zu schreiben als mit einem Kugelschreiber. (Ob es ihm Spaß macht, bleibt ihm überlassen. Weil er es bei mir gesehen hat, möchte er auch eine Füllfeder haben. Und eine Schreibmaschine sowieso – eine Princess 300.)

Vor kurzem bin ich auf „The Secret Life of Fountain Pen Enthusiasts“ gestoßen, ein dokumentarischer Kurzfilm der australischen Filmstudentinnen Lili Owen und Jaime Morice, die eben der Leidenschaft von Füllfeder-Fans nachgehen. Dabei stellen sie auch den Shop T. Sharp & Co. in Perth vor. Sehr sehenswert. Eigentlich wollte ich Lili Owen noch ein paar Interviewfragen stellen, aber nach einem kurzen Kontakt habe ich nichts mehr von ihr gehört. Nur so viel: Sie hat auch eine Schreibmaschine. 😀

Beim Anschauen des Films sind mir sofort zwei Sachen aufgefallen.

1. Eine der Verkäuferinnen erklärt, wie wichtig im Shop die Beratung ist. Dem kann ich nur zustimmen. Als ich meine letzte Füllfeder beim Miller (feiert übrigens 150-jähriges Jubiläum, wie Die Presse und Vienna Online zu berichten wissen) auf der Mariahilfer Straße gekauft habe, habe ich mir auch die Zeit genommen, mich beraten zu lassen und die Schreibgeräte auszuprobieren. Etwas, das über Internetportale wie Amazon nicht möglich ist. Und ich muss sagen, dass mir das sehr getaugt hat und dass ich mich gut aufgehoben gefühlt habe. Ich schreibe mit der neuen Füllfeder irrsinnig gerne – und benutze auch ein Tintenfass. Ja, so verwegen bin ich. Und auch dreckig. Aber es ist einfach ein eigenes Gefühl, damit zu schreiben.

Aber was es eben bei Füllfedern in einer Stadt oft mehrfach gibt (ein Geschäftslokal, das man betreten kann – und wo man die Geräte ausprobieren kann), ist bei Schreibmaschinen leider nicht mehr der Fall. Oft bleibt nichts anderes übrig, als über Internet zu kaufen. Diese Blindkäufe bergen natürlich ein gewisses Risiko. Und dass man einmal mehrere Schreibmaschinen hintereinander testen kann, ist – im Gegensatz zu Füllfedern – leider nicht möglich.

2. Mindestens eine Gemeinsamkeit gibt es aber zwischen Füllfedern und Schreibmaschinen. Man kann einen Fehler nicht mehr rückgängig machen. Entweder fängt man neu an – oder man arbeitet mit diesem Fehler. Eine Philosophie, der ich sehr wohl etwas abgewinnen kann.

Kleiner Schmunzler am Rande. Beim Interviewpart mit dem Musiker Jack wird ein Satz mit Füllfeder geschrieben: „The quick brown fox jumps over the lazy dog.“ Das ist eben jener Satz, mit dem im englischsprachigen Raum Schreibmaschinen auf ihre Funktionalität überprüft werden, weil darin so ziemlich jeder Buchstabe vorkommt.

Rodja