Ronny schreibt auf einem Freewrite

Leser dieses Blogs wissen, dass ich für Schreib-Alternativen zum Laptop oder PC offen bin. Ich bin nicht nur auf Schreibmaschinen fixiert, ich mag auch Füllfedern und Bleistifte. Und auch neue Möglichkeiten, wie der reine Schreib-Computer Freewrite von Astrohaus bzw. dessen kleinen Bruder Traveler, reizen mich. Über beide habe ich hier auch mehrmals kritisch geschrieben. Also kritisch im Sinne von: Was finde ich positiv, was finde ich negativ. Aber das alles rein theoretisch, weil ich das Ding ja nie in der Hand gehabt habe.

© Astrohaus

Ich habe zwar bei der Crowdfunding-Aktion für den Freewrite (damals noch Hemingwrite) mitgemacht, letztendlich aber mein Angebot zurückgezogen. Ich war mir unsicher, ob der Freewrite auch wirklich das Gerät ist, das meine Kreativität unterstützt, oder ob es andere, kostengünstigere Alternativen auch tun?

(Spoiler: Ja, andere, kostengünstigere Alternativen tun es individuell auch. Für mich tat es eine Schreibmaschine um 15 Euro. (Okay, dann wurden es ein paar Schreibmaschinen mehr, aber theoretisch hätte mir die eine genügt. ;-))

Das Problem beim Freewrite ist… Man kann das Gerät hierzulande nicht einfach so testen gehen. Man muss es in den USA teuer ordern und auf das Beste hoffen. Insofern bin ich wahnsinnig froh, wenn ich auf deutschsprachige Autoren stoße, die den Freewrite nutzen und noch dazu ein kleines Review abliefern. Wie eben Ronny Rindler.

Ronny Rindler ist ein deutscher Schauspieler und Musical-Star, der u.a. in der Europa-Premiere von „Dirty Dancing“ und der Welt-Premiere des Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ auftrat. Seit einigen Jahren nun lebt Ronny in Wien-Penzing. Mittlerweile ist er unter die Autoren gegangen und schrieb u.a. „toi, toi, TOT! – Hamburg Krimi“ und „Mörderische Nachbarschaft – 30 rasante Kurzkrimis“. Außerdem bietet er als Schreibcoach auf seiner Seite www.rindlerwahn.de mehrere Online-Kurse als auch Schreib-Cafés und Volkshochschulkurse in Wien an.

Ronny hat sich einen Freewrite geleistet – und ist sehr zufrieden damit. In einem Video, das er auf Anfrage auch den Schreibmaschinisten zur Verfügung stellte, erzählt er von den Vorteilen, aber auch von den Mankos dieser „elektronischen Schreibmaschine“. Ich persönlich hätte gerne noch ein bisschen mehr Tippen gehabt, damit ich ein Gefühl für das Haptische bekomme, aber das ist nur ein kleines Manko an dem Vorstellungsvideo.

Ich poste es hier unter „…schreibt auf einer…“ als auch „Alternativen“. Und irgendwie habe ich nach dem Clip wieder Lust, den Freewrite auszutesten. Ach, es juckt einfach in den Fingern…

Rodja

Die Schreibmaschine im Sat.1-Frühstücksfernsehen

Frühstücksfernsehen… was für eine kranke Scheiße ist das denn? Will wirklich jemand ständig fröhliche Menschen sehen, wenn man selbst sich gerade grummelig einen Kaffee oder seinen Kindern das Frühstück macht?

Egal, hier geht es um die Schreibmaschine – und das Frühstücksfernsehen auf Sat.1 hat die Generation Y befragt, ob sie mit einer Schreibmaschine umgehen kann. Herausgekommen ist dieser kleine, aber nette Beitrag mit einer Erika Schreibmaschine. Interessant fand ich, dass eine der Personen anscheinend den Touchscreen vom Smartphone so sehr gewohnt ist, dass sie nicht auf der Tastatur tippen kann.

Rodja

PS: Man entschuldige bitte meine unflätige Flucherei…

Im Farbrausch

Auf den tippenden Straßenpoeten Luke Winter bin ich bereits 2017 gestoßen, als der Brite über Crowdfunding sein Buch „Stories for Strangers Vol. II“ (hätte eigentlich „Stories while they waited No.2“ heißen sollen) finanziert bekommen wollte. Ich spendete einen Betrag – und bekam dafür auch das fertige Buch.

© Rodja Pavlik

Vor kurzem wurde ich dann über einen Blogeintrag des Australiers Robert Messenger wieder auf Luke Winter aufmerksam. Was ich nämlich nicht wusste: Der Poet fertigt nämlich auch ganz besondere Farbbänder für Schreibmaschinen an.

Farbbänder… Ich kenne viele Schreibmaschinen-Nutzer, die nur eine Farbe haben wollen. Damit können sie doppelt so viel auf Schwarz/Weiß tippen als mit einem zweifärbigen. Ich wiederum nutze, wenn es geht, zweifärbige Bänder. Man kann damit einem Text zusätzliche Nuancen verleihen. (Zu den Vorteilen von zweifärbigen Bändern aber ein anderes Mal.)

Luke Winter bietet nun ganz besondere Farbbänder an – und zwar mehrfärbige. D.h., auch mehr als zwei Farben. Und die Farben sind nicht untereinander, sondern nebeneinander. Man kann nicht zwischen zwei Farben wählen, indem man einfach auf die jeweilige Farbspur umschaltet, sondern geht beim Tippen jede Farbe durch. Dadurch erscheint der Text auch so schön bunt. Multi-colour-Farbband, sozusagen. Oder, wie Luke Winter sie nennt, Rainbow Typewriter Ribbons.

© Rodja Pavlik

Auf seiner Homepage, wo er auch seine Bücher vertreibt, bietet er die Rainbow Typewriter Ribbons um 14 britische Pfund (4 m) und 18 britische Pfund (8 m) an (exkl. Versandkosten).

Die Idee gefiel mir ganz gut, allerdings habe ich nicht unbedingt gute Erfahrungen mit custom made Farbbändern gemacht. Das Anliegen in Ehren, aber die Leute, die oft dahinter stecken, haben oft nicht die Expertise, geschweige denn das nötige Equipment, um gute Farbbänder herzustellen. Ich habe schon mal einige custom made-Farbbänder bestellt, die Qualität war nicht besonders berauschend. Vor allem trocknete die Farbe schnell aus.

Dennoch orderte ich Luke Winters Rainbow Typewriter Ribbons, weil ich die Idee an sich gut, neu und unterstützenswert finde. Sie bringt Farbe und ein bisschen Frische in die Typosphere.

© Rodja Pavlik

Der Versand funktionierte auch rasch und tadellos. Bekommen habe ich zwei kleine Schachteln mit offenen Farbbändern und einer kleinen Beschreibung. Normalerweise bekommt man ja die Bänder in Folie eingeschweißt, damit sie nicht austrocknen. D.h., Luke Winters Farbbänder sind wohl für den baldigen Gebrauch gedacht.

Für das reine Rainbow Typewriter Ribbon sollte der Käufer selbst zwei Original-Schreibmaschinenspulen parat haben. Nicht diese Einweg-Plastik-Einwegspulen, wie man sie beim Kauf eines normalen Farbbandes bekommt, sondern jene Spulen, die als Original-Zubehör bei älteren Maschinen manchmal zu finden sind. (Wenn sie nicht weggeschmissen wurden.) Die sind aus Metall und haben meist einen Widerhaken, an dem man das Farbband aufspießen/befestigen kann.

Ich beschloss, das Farbband auf einer kürzlich erstandenen Triumph Durabel zu testen. Auf deren Spulen wickelte ich das Rainbow Typewriter Ribbon auf. Um nicht zu schmutzig zu werden, benutzte ich Einweg-Küchenhandschuhe. Ein bisschen kommt man sich da auch wie ein Chirurg vor.

© Rodja Pavlik

Die Installation verlief recht problemlos. Und dann tippte ich darauf los. Zuerst einzelne Sätze – aber da kamen die wechselnden Farben zu wenig zur Geltung. Also schrieb ich eine längeren Text. Am Anfang war die Farbe noch recht schwach, aber wenn man ein bisschen ins Tippen kam, wurde es besser. Und wenn man mehrere Zeilen geschrieben hat, dann kann man sich schon einen ersten Eindruck machen.

Auf den ersten Blick bietet sich auch ein wirklich gefälliges, farbenfrohes Schriftbild. Nur wenn man etwas genauer schaut, merkt man, dass die Buchstaben nicht immer perfekt abgedruckt werden. Auf Anfrage meinte Luke Winter, dass es damit zusammenhängen könnte, dass ein frisches Farbband noch zu viel Farbe hat. Erst nach einiger Benützung würde sich das einpegeln und ein schärferes Schriftbild ergeben.

Ich muss noch hinzufügen, dass meine Triumph Durabel wahrscheinlich auch gewartet gehört, deswegen kann ein Teil der farblichen Unzulänglichkeiten natürlich damit zusammenhängen, dass die Maschine nicht ganz einwandfrei arbeitet bzw. die Gummiwalze verhärtet ist.

Dennoch fiel mir auch bei Fotos von anderen Nutzern des Rainbow Typewriter Ribbon im Internet auf, dass ebenfalls eine gewisse Unschärfe der Buchstaben vorhanden ist.

© Rodja Pavlik

Fazit: Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Produkt von Luke Winter zufrieden. Gut, einen Artikel oder ein Buch werde ich damit nicht schreiben, aber für spezielle Sachen wie Briefe kann ich mir den Einsatz des Rainbow Typewriter Ribbon durchaus vorstellen. Würde ich es noch einmal bestellen? Definitiv ja. Es bietet doch einen gewissen Schauwert.

Rodja

INFO: Luke Winter: www.storiesforstrangers.com, https://prancepress.ecwid.com; Rainbow Typewriter Ribbon: Direkt-Link Edit: Ach, so etwas von bad timing. Gerade erfahren, dass Luke Winter für ein Monat nach Griechenland geht – und erst ab März wieder liefern kann. 😦

Postkarten-Challenge III – Advanced Version 2019

Kurzmitteilung

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu – und wie aufmerksame Leser richtig vermuten, so auch der Norwegen-Kalender meiner Postkarten-Challenge 2018. Wie voriges Jahr hatte ich mir auch heuer vorgenommen, jede Woche eine Karte zu schreiben. Und ich muss sagen, dass ich im Endspurt eigentlich ganz gut bin – nur noch sechs Karten übrig (ja, ich weiß, ist nicht ganz genau – aber ich bin zuversichtlich, dass ich das bis zum 31. Dezember schaffen werde.

Es ist also Zeit, sich Gedanken für das nächste Jahr zu machen – und auch da will ich mich einer Postkarten-Challenge unterziehen – aber mit ein bisschen mehr Herausforderung. Eine Advanced Version sozusagen. Diesmal gibt es sogar kleine Briefchen mit – von Fall zu Fall – kleinen Extras dazu. Dazu werde ich die Box „Typewriter Notes“ der US-Verlegerin Janine Vangool verwenden.

© Rodja Pavlik

Eine Box enthält 20 Notizzetteln, zusammengefaltet auf Polaroid-Größe, sowie 20 Briefumschläge. Auf den Zetteln befinden sich dann auch passenderweise Schreibmaschinen-Motive in Polaroid-Größe.

So eine Box habe ich mir schon 2015 zugelegt, bis dato aber nie verwendet. Damals fand ich die Motive einfach zu schön, als dass ich sie wirklich hätte verwenden wollen. Heute denke ich mir, dass es wohl keinen besseren Botschafter in Sachen Schreibmaschine gibt, als eben ein auf meiner Continental Silenta 1936 getippter Brief auf diesen Notizzetteln.

Und da ein Jahr mehr Wochen hat als Zetteln/Kuverts in einer Box sind, musste ich mir natürlich auch gleich mehrere Boxen auf Vorrat bestellen – und zwar drei. (So bleibt mir noch immer eine Box erhalten).

Zum Einsatz werden natürlich auch mein Schreibmaschinen-Stempel und ein Kalligraphie-Set kommen, an dem ich mich gerade versuche.

Wer also irgendwann im Jahr 2019 ein kleines Briefchen (mit vielleicht einem kleinen Extra) erhalten will, möge mir bitte seine postalische Anschrift an schreibmaschinist(at)gmx.at übermitteln.

Die Adresse wird nur im Rahmen der Postkarten Challenge III 2019 verwendet – und nach Gebrauch wieder gelöscht und nicht gespeichert.

Challenge III wird dann mit der ersten Jänner-Woche 2019 starten.

Bis dahin – falls ich hier nichts mehr veröffentlichen sollte – wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Rodja

Rettet die Linotype

Zugegeben, ich wusste schon, dass eine Linotype etwas mit Zeitungsdruck zu tun hat, aber erst durch den Erfahrungsbericht „Bis die Finger bluten…“ (der Titel bezieht sich NICHT auf die Linotype) von „Evil Ed“-Chef Dia Westerteicher erfuhr ich, wie diese Maschine wirklich funktioniert – und das ist ziemlich beeindruckend. Das Gerät wurde 1886 erstmals vorgestellt – und obwohl heute natürlich der Computer auch diesen Bereich übernommen hat, hat sich die Lynotype-Setzmaschine lange gehalten. Es gibt sogar noch einige Betriebe, die so eine Maschine für eine bestimmte Art von Aufträgen verwendet. Doch die Zahl der Maschinen schwindet.

© Supersense

Nun haben Florian „Doc“ Kaps und sein Team von Supersense – Home of Analog Delicacies die Chance, eine Linotype zu retten. Wie Kaps auf seinem Blog schreibt, geht Besitzer Willy Kolleger mit Ende des Jahres in Pension und möchte die Linotype lieber in guten Händen als auf dem Schrottplatz wissen.

Aus diesem Grund hat Florian Kaps eine Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter gestartet. Bis zum 10. November 2018 sollen so 7.777,– Euro zusammenkommen.

Die Linotype wäre bei Supersense auf jeden Fall in guten Händen. Doch was ist das Supersense? Es spottet eigentlich jeder Beschreibung, denn es ist Café, Anbieter von Papierwaren und Fotoartikel (u.a. Polaroid-Sofortbildkameras), Druckwerk, ein Aufnahmestudio, in dem u.a. Die Fantastischen Vier, Awolnation oder Gregory Porter Live-Sessions spielten und auf Vinyl gebannt wurden und ein Fotostudio – seit kurzem werden hier auch Schreibmaschinen verkauft. Und das sind sicher nicht alle Tätigkeiten oder Produkte, die man dort machen/kaufen kann. (Es gab sogar einmal ein Type-In dort!)

Falls die CF-Aktion mit der Linotype klappt (und die Startphase schaut schon einmal sehr viel versprechend aus), soll die Maschine auch nicht hinter einem Glassturz im Museum verschwinden, sondern aktiv genutzt werden. Die Perks, die man bei der CF-Aktion erwerben kann, geben schon mal einen ersten Einblick auf die kommende Produktplatte. Mit 5,- Euro schon wird der Name des Spenders auf der Maschine verewigt. Danach gibt gedruckte Karten, Postkarten, Visitenkarten, etc., etc. – je nach Höhe des gespendeten Betrages. Das kann bis zu einer persönlichen Besichtigung der Linotype mit anschließendem Essen und Übernachtung in einem Hotel gehen.

Dass Kaps und sein Team Erfahrung mit Analogem haben, beweisen auch viele Projekte. Kaps ist es u.a. zu verdanken, dass die Polaroid-Sofortbildfilme wieder produziert werden. Und für die Hotelkette 25hours wurde das Analog-Zimmer (mit Schreibmaschine, Sofortbildkamera, Plattenspieler und VHS-Abspielmöglichkeit – siehe dazu den Erfahrungsbericht über das „Royal Bavarian Hotel“ von Birgit Pototschnig auf ihrem Blog Viennissima entwickelt.

Ehrlich, mich juckt’s in meiner Geldbörse…

Rodja

INFO: „Rettet die Linotype“ auf Kickstarter: http://kck.st/2RGwK1i; Supersense: https://the.supersense.com/

Kakophonie der Schreibmaschinen

Best of both worlds…

Vor einiger Zeit habe ich das Boston Typewriter Orchestra via Crowdfunding unterstützt, damit die auf Schreibmaschinen musizierende Band eine EP auf Vinyl veröffentlichen konnte. Dafür gab es eben die Schallplatte und ein ultra-cooles T-Shirt (ich habe eine Schwäche für so etwas.

© Rodja Pavlik

Die Musik auf der EP „Termination Without Prejudice“ ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Rhythmus ist ziemlich „heavy metal“.

Nun hat die Gruppe aber etwas gemacht, das mein zweites Steckenpferd – nämlich Kassetten – anspricht. Die Band hat „Termination Without Prejudice, Deluxe Edition: The Correction Tape“ als Band herausgebracht.

© Rodja Pavlik

Neben den vier Songs von der EP befinden sich auf der Musikkassette noch sieben weitere Lieder. Ein richtiges Album also, das man zugegebenermaßen nicht immer in einem Durchgang sich anhören kann. Aber ich fand es interessant, deswegen habe ich es mir auch zugelegt.

Schreibmaschinen UND Kassette… ich musste sie einfach haben.

Mit dem Kauf der Kassette erhielt man zusätzlich noch einen Download-Code.

Rodja

INFO: http://www.bostontypewriterorchestra.com/

Crowdfunding für Traveler gestartet

Im August habe ich hier bereits über den Traveler, dem kleinen Bruder des Freewrite geschrieben. Nun hat das US-Unternehmen Astrohaus, wie angekündigt, eine Crowdfunding-Aktion auf Indiegogo gestartet.

Wie der Freewrite ist auch der Traveler ein Computer, der auf das für ein Textverarbeitungsgerät Nötigste abgespeckt wurde. Es gibt nur eine rudimentäre Internet-Nutzung (gerade so viel, dass man die Texte in der Cloud abspeichern kann), keine Spiele – und somit auch keine Möglichkeiten, beim Schreiben von E-Mail, Twitter, aufpoppenden Nachrichten oder Facebook abgelenkt zu werden. Der 6-Zoll-Bildschirm wird mit E Ink betrieben, was die Augen schont und weniger Strom verbraucht als herkömmliche Laptops. Laut Herstellerangaben kann der Traveler bis zu vier Wochen mit einer Akku-Ladung auskommen.

© Astrohaus

Technisch gesehen basiert der Traveler auf dem Freewrite. Er ist aber kleiner, leichter (0,8 Kilogramm im Gegensatz zu den 1,8 Killogramm des Freewrite), zusammenklappbar und leichter verstaubar. Allerdings hat der Traveler keine mechanische Tastatur wie der Freewrite. Trotzdem soll die Tastatur höchsten Schreibkomfort bieten. Durch diese Form hat der Traveler für mich aber sehr viel Schreibmaschinenhaftes – so wie es der Freewrite hat – verloren.

© Astrohaus

Eine entscheidende Änderung gibt es noch gegenüber dem Freewrite. Der Freewrite eignet sich vor allem für erste Entwürfe. Man kann nicht im Text herummanövrieren und irgendwo noch einen Text einfügen. Nein, dieses Gerät ist eigentlich nur für „straight forward“ schreiben gedacht. Das ist wichtig für zum Kopf entleeren. Einfach raus mit den Wörtern. Bearbeiten kann man schließlich noch später am Laptop. Einzig mit der Backspace-Taste kann man Wörter löschen. Das mag für viele Schreiber komisch klingen, aber nachdem ich jetzt schon einige Zeit mit der Schreibmaschine gearbeitet habe, kann ich diesem Argument durchaus etwas abgewinnen.

Aber nicht jedem Autor liegt diese Arbeitsweise. Und anscheinend gab es bei Astrohaus genügend Beschwerden, um ein Umdenken einzuleiten. Nun kann man mittels Shift + Tastenkombination W A S D herummanövrieren und Wörter oder Texte einfügen. Der Traveler ist also nicht nur für Entwürfe geeignet, sondern eben auch zum Bearbeiten. Und das ganz ohne störende Faktoren wie Facebook oder E-Mail.

(Da es sich bei dieser rudimentären Cursor-Funktion aber eigentlich um eine Software-Funktion handelt, könnte man dies – falls gewünscht – doch eigentlich auch beim Freewrite anbieten, oder?)

Im Gegensatz zur Schreibmaschine, wo man aber eine ganze A4-Seite überblicken kann, hat man hier nur ein paar Zeilen auf dem Bildschirm. Das finde ich für das Herummanövrieren schon ein bisschen unübersichtlich.

© Astrohaus

Astrohaus will nun mithilfe von Crowdfunding den neuen Traveler produzieren. Und das dürfte so gut wie sicher sein. Denn innerhalb weniger Tage nach Start der Aktion wurde die angestrebte Summe von 50.000 US-Dollar bereits um ein Mehrfaches überschritten (mit Stand 07.10.2018 derzeit bei gerundet 282.000 US-Dollar – und es sind noch 26 Tage Zeit). Wie beim Freewrite trifft auch der Traveler anscheinend einen gewissen Nerv bei den Leuten. Natürlich könnte man sich auch einen Laptop mit x-beliebigen und x-fachen Funktionen zulegen, aber anscheinend sehnen sich doch viele nach einem Gerät, mit dem man einfach nur schreiben kann.

Für 329 US-Dollar kann man sich schon so ein Teil sichern, regulär soll der Traveler im Handel später anscheinend 599 US-Dollar kosten. Weitere Perks sind zwei Traveler zum Preis von 558 US-Dollar und ein Set Freewrite + Traveler um 728 US-Dollar. Die erste Charge soll im Juni 2019 ausgeliefert werden.

Was mir schon bei anderen Crowdfunding-Aktionen aufgefallen ist (das ist nur als neutrale Anmerkung zu verstehen): Mir scheint, dass Crowdfunding immer mehr zu einem Art Bestellsystem verkommt. Man kann ein Stück (oder zwei) einer geplanten Charge bestellen.

Zwei Sachen, die mir beim Traveler vom Betrachten der Fotos und dem Durchlesen der Features aufgefallen sind. Erstens bin ich mir bezüglich des Winkels des Bildschirms nicht sicher, ob das angenehm ist. Auf der Crowdfunding-Site wird der Bildschirm mühelos aufgeklappt. Ist der Winkel aber regulierbar? Und hält die Scharniere auch bei ständigem Auf- und Zuklappen? Weil wenn ich mir den Winkel anschaue, mit dem die Frau unten im Bild arbeitet – das halte ich bei langem Arbeiten nicht gerade für angenehm.

© Astrohaus

Zweitens: Ist die Tastatur auch für hierzulande geeignet? Soweit ich das erlesen konnte, unterstützt der Traveler die deutsche Sprache. Man kann ihn so einstellen, dass man auf Deutsch schreiben kann. Allerdings… es wird nur die englische Tastatur geliefert. Man kann also QWERTZ auf QWERTY schreiben. Wenn man blind schreibt, ist das vielleicht kein Problem (obwohl es mich beim ersten Blick auf die Tastatur schon irritiert). Auch hätte ich bei Sonderzeichen wie dem @-Zeichen oder dem „ß“ schon gerne eine visuelle Bestätigung, wenn ich kurz auf die Tastatur schaue.

Das finde ich schon etwas ärgerlich. Wieso ist es nicht möglich eine QWERTZ-Tastatur anzubieten? Beim Penna war das sofort möglich – und auch der QWERKYwriter, bei dem anfangs QWERTZ anfangs verweigert wurde, gab es bei einer späteren Generation die Option auf eine QWERTZ-Tastatur.

Und wenn man beim Traveler schon keine Tastatur anbieten will, warum kann man nicht so kleine QWERTZ-Sticker anbieten, die sich deutschsprachige Kunden selbst draufpicken können? Die müssen natürlich qualitativ gut sein, damit sie durch ständige Benutzung nicht abgenudelt werden, aber das sollte wohl doch zu schaffen sein.

Rodja

INFO: Crowdfunding-Site für Traveler auf Indiegogo: https://www.indiegogo.com/projects/traveler-ultimate-distraction-free-writing-tool#/; Freewrite: https://getfreewrite.com/; Astrohaus: https://astrohaus.com/

Ist der Ruf erst einmal ruiniert…

…lebt es sich ganz ungeniert.

Meine Arbeitskollegen wissen, wie sie mich zu nehmen haben. Aber wenn sie sich schon so eine Mühe mit der Checkliste machen, um mir den Frühdienst zu versüßen, dann ist das schon mal eine lobende Erwähnung wert…

Rodja

© Rodja Pavlik

Traveler, der kleine Bruder von Freewrite

Es ist schon einige Zeit her, dass ich über den zum reinen Schreibgerät abgespeckten Computer Freewrite (damals noch unter dem Namen Hemingwrite) von der Firma Astrohaus geschrieben habe. Das war im Dezember 2014, da war gerade eine Crowdfunding-Aktion dafür angekündigt. Ich war richtig heiß auf das Ding, wollte es unbedingt haben.

© Astrohaus

Und nicht nur ich erkannte die vielen Vorteile, die das Gerät bot: Ein reines Textverarbeitungsgerät, das an eine Schreibmaschine erinnert, eine mechanische, leicht stufenförmig angeordnete Tastatur besitzt, einen E-Ink-Bildschirm hat und einen generell niedrigen Stromverbrauch hat, so dass man mehrere Wochen damit arbeiten kann, und die Texte sowohl am Gerät als auch für späteres Editieren in der Cloud abspeichert – zu so etwas kann man doch nicht „Nein“ sagen, oder? Noch dazu, wenn das Gerät ablenkungsfrei ohne Internet und Spiele arbeitet.

Die Crowdfunding-Aktion wurde ein voller Erfolg – und auch ich war dabei. Doch der hohe Preis für ein Gerät, das ich nicht ausprobieren konnte, geschweige denn wusste, ob diese Art des Schreibens überhaupt etwas für mich war… nein, das Risiko war mir da zu hoch und ich stieg wieder aus der Crowdfunding-Aktion aus (mehr darüber hier nachzulesen).

Aber ich muss zugeben, dass mich der Freewrite noch immer fasziniert – und ich wirklich gerne das Ding einmal ausprobieren möchte.

Doch nun zu etwas Neuem. Die Firma Astrohaus hat nun angekündigt, ein kleineres Gerät auf den Markt bringen zu wollen: Den Traveler!

Wie Astrohaus-Chef Adam Leeb auf Anfrage gegenüber den Schreibmaschinisten erklärte, wird auch für den Traveler eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Zeitpunkt: Irgendwann im September.

© Astrohaus

Dem von Astrohaus zur Verfügung gestellten Bildmaterial kann man schon einmal einige Änderungen entnehmen. Während der Freewrite von der Form her an eine portable Schreibmaschine erinnert und dementsprechend starr und vielleicht unhandlich rüberkommt, ist der Traveler zusammenklappbar und wirkt wie eine Clutch (Diese Damenhandtasche. Ja, ich bin selbst ganz erstaunt, dass ich dieses Wort kenne.). Im Gegensatz zum Freewrite wird der Traveler aus Platzgründen auch nicht über eine mechanische Tastatur verfügen. Im Gegensatz zum rund zwei Kilo schweren Freewrite soll der Traveler nur noch halb so viel wiegen.

Ansonsten wird der Traveler ähnlich funktionieren wie der Freewrite: Ein abgespeckter Computer mit einem simplen Schreibprogramm, der keine Ablenkung durch Internet oder sonstige Medien zulässt. Die Texte kann man ebenfalls in der Cloud oder am eigenen Computer mittels WiFi abspeichern.

© Astrohaus

Einen Unterschied gegenüber dem Freewrite soll der Traveler aber doch haben. Beim Freewrite ist eigentlich nur eine Schreibrichtung möglich: Vorwärts! Man kann zwar Wörter löschen, das aber nur auf der Stelle (so weit ich das verstanden habe). Es gibt keine Cursor, mit denen man im Text herummanövrieren kann, um z.B. einen Satz zu überarbeiten oder einen Absatz einzuschieben. Sehr ähnlich wie bei einer Schreibmaschine halt. Der Freewrite ist eben für den ersten Entwurf gedacht, ein Überarbeiten des Textes erfolgt dann am Computer. Das ist eine Arbeitsweise, die manchen recht ungewohnt erscheint. Und wie ich einigen Kommentaren von Usern entnehmen kann, eben nicht jedermanns Sache.

Wie Adam Leeb nun den Schreibmaschinisten verriet, soll der Traveler nun verschiedene Arbeitsweisen erlauben – und eben dass auch ein Editieren/Bearbeiten des Textes am Traveler – im Gegensatz zum Freewrite – möglich sein soll. Auf die Nachfrage, ob z.B. Cursor-Tasten zum Herummanövrieren kommen, gab Leeb jedoch kein Kommentar.

Ich lasse hier einmal das englische Originalzitat von Adam Leeb stehen. Mein Englisch ist etwas eingerostet, vielleicht interpretiere ich auch etwas nur falsch.

Traveler, as a concept, is similar to Freewrite but with a smaller, travel friendly, size. It also is designed to be a more flexible device whereas the Freewrite is ultra-focused on a single style of drafting. What that means is that we plan to offer other types of writing environments that are suitable to various writing styles. This means that we can have a new experience that includes some thoughtful editing abilities and features for alternative writing styles while still maintaining its distraction-free nature that our customers love. – Adam Leeb

Das mit dem Überarbeiten klingt für ein neues Klientel sinnvoll. Ich selbst bin mittlerweile die Schreibmaschine gewohnt – und da schreibe ich eben beim ersten Entwurf auch nur geradeaus vorwärts. Das Überarbeiten kommt später. Und hier hat die Schreibmaschine einen weiteren Vorteil gegenüber dem kleinen Bildschirm des Freewrite bzw. Traveler. Ich kann weitaus besser und länger zurückblicken. Ich weiß nicht, wie viele Zeilen man auf dem kleinen Bildschirm lesen kann, aber wenn ich da immer zurückscrollen muss, finde ich das doch eher hinderlich. Eine A4-Seite ist eben eine A4-Seite und nicht sechs Zoll.

Ich werde Freewrite und Traveler weiterhin im Auge behalten. Da ist noch immer dieser Reiz… ;-D

Rodja

INFO: https://astrohaus.com/; https://getfreewrite.com/; https://traveler.getfreewrite.com/

Rodja schreibt auf einer Olympia Traveller C

Die ganze Zeit über habe ich nette Mitstreiter gefunden, die hier von ihren Erfahrungen mit ihrer Schreibmaschine berichteten. Nur ich selbst habe in dieser Rubrik noch keinen Bericht abgeliefert – und das will ich hiermit nachholen.

© Rodja Pavlik

Lange habe ich überlegt, welche Schreibmaschine ich hier vorstelle. Die Schreibmaschine, mit der mein Hobby angefangen hat? Oder mit meiner Lieblingsschreibmaschine? Oder mit der subjektiv besten? Alle hier schwärmten von ihren Maschinen, schrieben von ihren positiven Erfahrungen. Was, wenn zur Abwechslung jemand mal das worst case scenario von einer Schreibmaschine beschreiben würde? Was, wenn jemand über die Olympia Traveller C schreiben würde? Quasi nach dem Motto: „Ich habe sie für euch getestet, damit ihr es nicht tun müsst.“

Die Olympia Traveller C ist meine dritte Maschine – und die erste, von der ich mich ersatzlos trennen werde. Kaum zu glauben, aber ich habe mir diese Maschine freiwillig ausgesucht – und war sogar glücklich, als ich sie um 20 Euro auf Willhaben.at erwarb.

Bis dato hatte ich nur die Olympia Monica de Luxe und eine Olympia Traveller de Luxe S. Die Monica betrachte ich als Schreibtisch-Maschine, aber ich wusste, dass ich auch eine portable Einheit brauchen würde. Also kam ich auf die Traveller de Luxe S. Und die war tatsächlich handlicher. Aber deswegen nicht unbedingt transportabler. Der Griff ist einfach mörderisch – und die Maschine auch nicht gerade ein Leichtgeweicht. Nach einem Tag hatte ich schmerzende Schwielen an der Hand vom Herumtragen. Also suchte ich nach einer noch leichteren Schreibmaschine. Und nachdem ich mit Olympia an sich zufrieden war, dachte ich mir, dass die Traveller C – das letzte mechanische Modell von Olympia – quasi die Krone der Schöpfung sei. Doch das Gegenteil ist der Fall doch, dazu später.

© Rodja Pavlik

Ich bekam die Traveller C fast neuwertig in der aufgebrochenen Originalverpackung, mit einigen Papieren, die zwecks Dokumentation recht interessant sind. Eine Rechnung von 1996 lag bei – und in die Schreibmaschine selbst war ein Blatt mit einem Testtext eingespannt. UND: Der Text war ein Tag nach Rechnungsdatum datiert. Das heißt, die Maschine wurde ausgepackt, kurz darauf getippt und wieder eingepackt – und dann all die Jahre nicht mehr benutzt. Ich hatte also eine fast neuwertige Schreibmaschine. Ich schätzte mich glücklich.

© Rodja Pavlik

Doch die Freude währte nur kurz. Aber bevor ich die schlechten Eigenschaften aufzähle, möchte ich doch kurz auf die positiven Aspekte eingehen. Und die gibt es tatsächlich.

Von den Features her baut die Traveller C auf der Traveller de Luxe S auf. Genau wie ihr Vorgänger hat die Traveller C einen Farbbandschalter. D.h., sie kann mit einem zweifärbigen Farbband betrieben werden. Und ebenso wie die Traveller de Luxe S hat die Traveller C fixe Tabulatoren in Zehner-Schritten. Um eine schnelle Tabelle aufzustellen reicht das allemal.

Darüber hinaus fallen aber noch ein paar andere Sachen auf:

1. Die Olympia Traveller C hat ein sehr interessantes, gebogenes Design. Meiner Meinung nach könnte sie auch so eine Stilikone wie die Olivetti Valentine sein. Sie wirkt wie aus einem Sci-Fi-Film der 1940er/1950er-Jahre… vorausgesetzt, dass sie damals noch nicht einmal eine elektrische Schreibmaschine gekannt hätten.

© Rodja Pavlik

2. Die Schreibmaschine hat einen Repeat Spacer. Das ist die rote Taste rechts unten, die es ermöglicht, innerhalb einer Zeile schnell voranzukommen.

© Rodja Pavlik

3. Die Olympia Traveller C ist tatsächlich die einzige Schreibmaschine in meinem Besitz, die die Ziffern 1 und 0 hat.

© Rodja Pavlik

Bei meinen anderen Maschinen fehlen entweder die Null oder die Null und die Eins, da muss ich mir immer mit klein „L“ – als l – als Eins behelfen, ober eben das große „o“ – also O -als Null behelfen. Und die Olympia Traveller C ist somit die einzige Schreibmaschine, bei der sich mein erlerntes Zehn-Finger-System quasi voll auszahlen würde. Schade eigentlich.

© Rodja Pavlik

Die Maschine ist nämlich der volle Plastikbomber, mit all den schlechten Eigenschaften, die man mit diesem Wort assoziiert. Sie ist ein Schandfleck in der sonst so ruhmreichen Historie der mechanischen Schreibmaschinen von Olympia. Und sie war ihr Sargnagel. Das kann man wirklich so verstehen, denn sie war das letzte mechanische Modell der deutschen Firma. Olympia glaubte wohl, mit diesem billig produzierten Ding made in China doch noch das Steuer herumreißen zu können. Denkste!

Wie gesagt, gefällt mir das Design recht gut. Erinnert mich auch ein bisschen an den legendären C64 von Commodore, den sogenannten „Brotkasten“. Nimmt man aber die Maschine auseinander, tut man sich beim Zusammenbauen ein bisschen schwer. Da will nichts so richtig ineinander gleiten und greifen – und mann muss oft ein bisschen herumwurschteln, bis die Schreibmaschine wieder passt.

Vom Material will ich gar nicht reden. Das Plastik ist wirklich schlechte Qualität. Die Bodenplatte zeigt schon einige Haarrisse rund um die Füße auf. Dabei habe ich nicht wirklich viel mit dieser Schreibmaschine geschrieben. Es gibt anscheinend keine Dämpfung zwischen Fuß und Bodenplatte, die die Wucht beim Hämmern auf die Schreibmaschine abmindert.

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Und auch das Metall scheint irgendein Weichmetall zu sein. Die Typen sowie der Farbbandwahlschalter und jener für das Einstellen der Anschlagsstärke lassen sich recht einfach verbiegen.

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Das Schreiben selbst ist eine Qual. Die Tastatur ist äußerst schwammig. Am Anfang fällt das einem nicht so auf, aber mit der Zeit ist das für die Hand äußerst irritierend und ermüdend. Man muss öfters pausieren, damit sich die Hand erholen kann.

Sieht man sich eine Schriftprobe der Traveller C an, fällt auf, dass die Großbuchstaben um eine halbe Stufe herabgesetzt sind. Zuerst dachte ich, dass das so gehört… dass das ein eigenwilliger Stil sei. Und irgendwie sieht das auch auch cool aus. Aber jetzt bin ich mir sicher, dass es einfach ein Fehler in der Höhenadjustierung ist.

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Beim Blick ins Innere fällt auf, dass die Mechanik sehr reduziert ist. Da ist so ein langes Gestänge, das eher sehr lose wirkt. Auch bei anderen Maschinen habe ich so ein Gestänge gesehen, aber es war viel kürzer und hatte nur einen kurzen Weg zu erledigen. Es wirkt bei den anderen Maschinen viel mehr ineinandergreifend, viel präziser. Bei der Traveller C wirkt es, als wäre es lose eingehängt und hätte die Hauptarbeit zu erledigen.

© Rodja Pavlik

Überhaupt scheint es mir, als würde es bei der Traveller C vor allem ums Reißen gehen. Die Typen werden mit voller Wucht auf das Papier geschleudert. Und nicht nur das: Während die Typen bei anderen Schreibmaschinen wie der Hermes 3000 brav in ihre Ausgangsposition zurückkehren und dort verharren, saust bei der Traveller C die Type zwar zurück, prallt aber in der Ausgangsstellung ab und wird wieder die Hälfte des Wegs zurückgeschleudert, bevor sie in ihre Ruheposition zurückfällt. Mechanische Präzision ist das jedenfalls keine.

© Rodja Pavlik

Nun bleibt mir nur noch, dieser seltsam misslungenen Maschine Lebewohl zu sagen. Eigentlich wollte ich sie aus Designgründen noch aufbewahren. Aber irgendwie bin ich ständig frustriert, wenn ich sie auseinandernehme und erst ein bisschen herumwerkeln muss, bis alles passt. Ich glaube, ich werde sie ein paar Kindern überlassen, damit sie das mal ausprobieren können. Bis dahin werde ich die Olympia Traveller C in ihr Cover schließen und nicht mehr hervorholen.

Rodja

© Rodja Pavlik