Vom Schwinden der Handschrift…

Ich muss zugeben, meine Handschrift ist eine Klaue – war sie immer schon. Und das obwohl ich seit der Schulzeit immer lieber mit der Füllfeder geschrieben habe – und das selbst zu einem Zeitpunkt, als man uns (für die meisten Schüler endlich) erlaubt hat, mit Kugelschreiber zu schreiben.

Ich hatte auch Brieffreundinnen, denen ich geschrieben habe. Natürlich mit der Hand. Erstens war mir Schreibmaschine in den 1980ern noch zu mühsam, zweitens galt das zu unpersönlich, weil Geschäftsbrief-mäßig. Heute schreibt man E-Mails, Chat-Nachrichten oder SMS ohne solche Gewissensbisse in Sachen Stil zu haben. Im Gegenteil: Schreibt man einen Brief mit der Schreibmaschine (statt mit dem Computer), gilt das schon als etwas Besonderes.

Für meine Challenge „Eine Postkarte die Woche“ schreibe ich in Blockschrift. Erstens, weil ich mich für meine Handschrift schon ein bisschen geniere (sie hat teilweise noch so etwas Volksschulmäßiges an sich), zweitens schreibe ich teilweise wildfremden Menschen, die meine Schrift nicht kennen – und eigentlich die Postkarten doch verstehen sollen.

Aber das Schreiben mit der Hand habe ich eigentlich nie ganz aufgegeben. Ich schleppe immer ein Notizbüchlein mit mir herum, in dem ich erste Gedanken festhalte. Und das Notizbuch und die Füllfeder sind quasi immer einsatzbereit – und das ohne Aufrufen eines Programms und Abwarten der Ladezeit.

Aber vielleicht sollte ich trotzdem etwas mehr mit der Hand schreiben. Ich merke schon, dass sich meine Hand etwas verkrampft, wenn sie länger einen Stift hält.

Vor kurzem hat es auf ORF in der Sendung „kulturMontag“ einen sehr sehenswerten Beitrag über das Schwinden der Handschrift gegeben.

Rodja

Das Schwinden der Handschrift

Die Handschrift ist zu einem schwindenden Gut geworden. Viele bevorzugen die digitale Niederschrift ihrer Gedanken. Auch im Schulbereich entwickelt sich ein Trend hin zu elektronischen Unterrichtsmaterialien.

Neue Kategorie „Tipps & Tricks“ featuring Joe Van Cleave

Es wird Zeit für eine neue Blog-Kategorie…

Während dem einen Jahr, in dem ich schon die Schreibmaschine nutze, bin ich doch auf ein paar nützliche Hinweise und Tipps gestoßen. Aus dem Grund möchte ich hiermit die neue Kategorie „Tipps & Tricks“ vorstellen. Sie wird eher praxisbezogene Hinweise und Produktetests liefern – sowohl eigene (eher wenige) als auch fremde Tipps (eher die Regel) behandeln.

Den Anfang macht der US-Amerikaner Joe Van Cleave. Joe lebt in Albuquerque/New Mexico und steht anscheinend auf alte, noch sehr mechanische Technologien. Er macht Fotos mit einer Lochkamera und ist seit zehn Jahren ein Schreibmaschinen-Enthusiast. Nun haben er und ad hoc productions (ich nehme an, dass er das in Personalunion ist) auf YouTube einen eigenen Video-Channel für die „Typewriter Series“ ins Leben gerufen.

Die Serie richtet sich – würde ich mal sagen – an Anfänger, die noch keine Ahnung haben, wie eine Schreibmaschine generell funktioniert oder welche Merkmale/Features sie hat oder haben kann. Zwar denke ich, dass ich vieles davon kenne, ich schaue mir aber die Videos trotzdem sehr gerne an, weil ich dann wenigstens ein paar englische Vokabeln pauken kann.

„Ich benütze die Schreibmaschine gerne aus mehreren Gründen – für persönliche Gedanken, Briefe schreiben, Bloggen, etc. Ich sammle Schreibmaschinen, um sie zu benutzen, weniger um mir eine große Kollektion davon anzulegen. Mich interessieren ‚antike‘ Maschinen nicht so sehr, eher funktionelle Maschinen, mit denen man gut schreiben kann“, erklärte Joe gegenüber den Schreibmaschinisten. Obwohl er sich bereits seit einer Dekade mit der Schreibmaschine beschäftigt, hat er dennoch „nur“ elf Schreibmaschinen daheim – vorwiegend Reiseschreibmaschinen.

(Hut ab vor dieser Selbstdisziplin. Obwohl ich mich auch eher als Benutzer/User und nicht als Sammler sehe, habe ich jetzt nach einem Jahr schon die gleiche Anzahl an Schreibmaschinen wie Joe. Aber ich werde mich demnächst von zwei, drei Maschinen trennen.)

Im ersten Teil seiner „Typewriter Series“ – quasi der Pilotfolge – erklärt Joe ganz allgemein, was Leute dazu bringen könnte, in dieser doch sehr elektronischen Welt mit Computern, Internet und Cloud auf die Schreibmaschine zurückzukommen.

Eigentlich dachte ich, dass Joe sich mehr Zeit mit den Videos lassen würde. Aber anscheinend hat er viel zu erzählen, denn seit der Pilotfolge vom 22. Februar 2016 hat er bis jetzt fünf weitere Folgen mit unterschiedlichen Themen nachgeschossen. (Ich werde sie demnächst posten. Aber Joe, lass mir bitte noch Zeit zum Luft holen. ;-D)

Rodja

INFO: http://joevancleave.blogspot.co.at/