Das Wort zum Valentinstag

… getippt auf meiner Olympia SM2

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Okay, heute ist nicht Sonntag – aber zumindest Valentinstag.

Harte Rocker sind ja kommerziell dann am erfolgreichsten, wenn sie schmachtende Balladen schreiben. Beispiele gefällig? Bon Jovi mit „Bed of Roses“, Whitesnake mit „Is this Love?“, Bryan Adams mit seinem liebsäuselnden (und zum Kotzen erregenden) „(Everything I do) I’ll Do it For You“ (Adams hat ja ein paar solcher lebensgefährlichen Schnulzen zu verantworten) und – natürlich – Metallica mit „Nothing Else Matters“. Kein Mix-Tape von mir, das nicht ohne dem letztgenannten Song auskam.

Dieser klischeebeladene Kontrast – harter Metalhead, weiche Seele – das macht Frauen wuschi. Und Männer sind froh, wenn sie diese Songs spielen, weil sie auch offiziell endlich mal eine Träne verdrücken und sensibel sein dürfen.

Insofern finde ich schon einmal den Song „Safe Home“ von Anthrax herrlich erfrischend. Ein Powersong reinster Güte – und doch drückt er etwas aus, das ich selbst nicht besser in Worte fassen könnte, wenn es um meine aktuelle, seit 31. Dezember 2000 andauernde Beziehung geht. Wir haben Höhen erlebt, wir haben Tiefen durchschritten. Und was wichtiger ist – wir haben auch den Alltag gemeistert (Oder ist „durchkämpft“ das richtige Wort? Sag Du es mir, Christine.) Dieser Song ist für Dich – und nein, er ist nicht von Jackie Leven. (Auch wenn der oft mehr meiner Gefühlslage entspricht als Anthrax.)

Rodja

PS: Ja, das ist Keanu Reeves in dem Video…

Ein paar kleine Geburtstagsgeschenke

Meine Frau hatte einen runden Geburtstag – das taugte ihr überhaupt nicht. Zwecks Erinnerung, dass es so etwas wie Entschleunigung gibt, habe ich ihr eine Füllfeder von Faber-Castell geschenkt. (Sie hat sie sich selbst ausgesucht – so eine Füllfeder muss einem schon in der Hand liegen.)

Dazu gab es noch ein paar kleine Geschenke – und boshaft wie ich bin, haben die sogar etwas mit Schreibmaschinen zu tun. 😀

© Rodja Pavlik

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Besonders Spaß hat mir die Geburtstagskarte gemacht. Aber so nett sie auch aussieht… sie ist nicht besonders praktisch. Man kann nur auf der Rückseite schreiben, aber weder mit Füllfeder oder Kugelschreiber. Die Schrift hält nicht gut auf dem Papier. Das nächste Mal versuche ich es mit einem Faserschreiber.

Rodja

© Rodja Pavlik

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Typewriter Notes von Janine Vangool

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Das ist nur eine Kleinigkeit, aber eine sehr nette. Die Autorin, Herausgeberin und Designerin Janine Vangool hat eine kleine Box mit „Typewriter Notes“ herausgebracht. 20 Postkarten/bessere Notizzetteln mit 20 verschiedenen Fotos von Schreibmaschinen und dazu passenden Kuverts. Eine Verneigung an die Schreibmaschine UND die alten Polaroid-Fotos (die Karten sind aufklappbar).

Wirklich eine sehr nette Idee, nicht mehr. Etwas für Verliebte, die so kleine Briefchen schreiben – obwohl ich mich bei der „Größe“ der Kuverts frage, ob die nicht auf dem Postweg verloren gehen. Also am besten persönlich abgeben. Egal. Schaut optisch wirklich entzückend aus. Ist eigentlich fast zu schade, das auch tatsächlich zu verwenden. Das Ganze gibt es u.a. über Amazon zu beziehen.

Zugelegt habe ich mir die Box ja, um ein Gespür für Janine Vangools neuestes Werk „The Typewriter – A Graphic History of the Beloved Machine“ zu bekommen – ein Buch mit über 900 teils historischen Abbildungen über und zur Schreibmaschine. Das Video dazu schaut ja schon mal sehr ansprechend aus, allerdings muss ich mich selbst fragen, ob das etwas für mich ist, weil ich in der Schreibmaschine ja doch eher einen Gebrauchsgegenstand als ein Kultobjekt sehe. (Obwohl… schön langsam verschiebt sich da die Gewichtung – und ich weiß nicht, ob das meiner Ratio gefällt.)

Rodja

INFO: Homepage für „The Typewriter – A Graphic History of the Beloved Machine“: www.uppercasetypewriter.com; Uppercase Magazine: http://uppercasemagazine.com/

The Typewriter: a Graphic History of the Beloved Machine from uppercasemag on Vimeo.

Im Chatroom mit der Schreibmaschine

Schreibmaschine "Dico": Look alt, Funktionalität neu (© asmarterplanet.com

Schreibmaschine „Dico“: Look alt, Funktionalität neu (© asmarterplanet.com


Der britische Student Joe Hounsham hat eine Remington Compact Portable aus den 1930ern fit für das 21. Jahrhundert modifiziert. Und das nur, um zu chatten. Und um irgendwie auf Datensicherheit im Internet hinweisen.

Wie Pressetext.com berichtet, hat Hounsham für sein Projekt „Dico“ den IBM Smarter Planet Award 2014 gewonnen. Dico bedeutet auf Lateinisch soviel wie sagen, sprechen, vorbringen, aber auch singen, dichten oder vortragen.

Von der Ferne sieht „Dico“ wie eine gewöhnliche Schreibmaschine aus. Doch nähert man sich ihr, wird man von einem Ultraschallsensor erfasst. Daraufhin wird aus dem Internet ein Chat-Partner nach dem Zufallsprinzip ausgesucht. Eine Botschaft wird mittels einer internen Mechanik von selbst auf das Papier getippt – und mittels der Schreibmaschine kann man dann darauf antworten.

Mit dem Projekt wollte Hounsham nicht nur dem altmodischen Gerät neues Leben einhauchen, sondern auch das Problem der Datensicherheit ins Rampenlicht rücken – weshalb die Schreibmaschine zufällig ausgewählte Nachrichten verschlüsselt. Dann muss der Nutzer zu einem Codebuch greifen, um den Inhalt in der analogen Welt wieder zu entschlüsseln. „Ich würde das gerne weiterentwickeln, vielleicht eine zweite bauen, damit sie sich den ganzen Tag lang unterhalten können“, meint Hounsham nun laut Pressetext.com.

Rodja

Die „falsche“ Erika 10

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Ach herrje, was für ein „Reinfall“.

Ein Drehbuchautor hat mir vor kurzem seine letzte Errungenschaft gezeigt, eine Erika 10. Und sofort war ich hin und weg. Das Tippen, das Drehen an der Walze, das sich anhört, als würde man am Zahlenschloss eines Tresors drehen. Vor allem das Öffnen der Haube. Man drückt einen Knopf – und wie bei einem Auto die Motorhaube öffnet sich auch die Schreibmaschine quasi selbstständig. So etwas will ich natürlich auch haben. Praktisch, dass auf Willhaben auch eine um 25 Euro angeboten wurde. Allerdings… die sah doch ein bisschen anders aus.

Dennoch bestellte ich sie – und bekam tatsächlich eine wunderschöne Maschine. Aber leider keine Automatik des Hauben-öffnens. Auf dem Deckblatt der Bedienungsanleitung stand Erika 10 – allerdings aber nur dort. Auf der Innenseite stand nämlich Erika 11. Ein kurzer Check im Internet, und schon musste ich feststellen, dass die Erika 11 – obwohl eine höhere Modellnummer – doch nur eine um mehrere Features abgespeckte Version der Erika 10 ist. Keine „Motorhaube“, kein Tabulator.

Bin ich also enttäuscht? Nun, eigentlich nicht. Denn die schwarze Erika 11 zeichnet sich vor allem durch eins aus: Eleganz. Sie ist tatsächlich die eleganteste Schreibmaschine in meiner kleinen Kollektion. Sollte ich mal Fotos von mir als Journalist/Schriftsteller/Drehbuchautor machen lassen, dann wird sie es sein, vor der ich sitzen werde. 😀

Rodja