„California Typewriter“ erscheint mit deutschem Voice-Over

2016 brachte der US-Filmer Doug Nichol die Dokumentation „California Typewriter“ heraus.

Der Film dreht sich um das titel-gebende Schreibmaschinen-Geschäft – und wie dessen Besitzer versucht, sich und seine Familie über Wasser zu halten. Zu Wort kommen aber auch Personen wie Oscar-Preisträger Tom Hanks, Musiker John Mayer oder der Philosoph und Buchautor Richard Polt („The Typewriter Revolution“). Ihnen allen ist die Liebe zur Schreibmaschine – besonders in dieser digitalen Zeit – gemein.

© Rodja Pavlik

Leider schaffte es der Film nie in die österreichischen Kinos, geschweige denn in den deutschsprachigen Raum. Aber da mein Englisch nicht soooo schlecht ist, habe ich mir den Film auf DVD gekauft. Leider musste ich ihn mir zwei Mal besorgen, weil mir zuerst eine DVD nach US-Ländercode zugeschickt wurde, die ich nicht abspielen konnte. Das hat mich schon etwas verwundert, weil ich bis dato nie ein Problem damit hatte. Selbst die Low-Budget-Produktion „The Typewriter (In The 21st Century)“ (2012) von Chris Lockett konnte ich problemlos abspielen.

Zurück zu „California Typewriter“. Das deutsche Label KSM verpasste dem Film eine längst fällige deutsche Synchronisation (mit Voice-Over). Die deutsche Version ist ab 29. August 2019 auf DVD erhältlich.

Rodja

PS: Und hier der deutsche Trailer zu „Califirnia Typewriter“ (sic!)

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Die Royal Classic und der amerikanische Traum vom Teleshopping-Sender

Vor kurzem berichtete ich hier, dass eine neue mechanische Schreibmaschine auf den Markt gekommen ist: die Royal Classic, die auch tatsächlich von der renommierten US-Schreibmaschinenmarke Royal kommt, aber – im Gegensatz zu den historischen Schreibmaschinen der Firma – in China produziert wird.

Die Royal Classic weist auch erstaunliche Ähnlichkeiten mit der We R Memory Keepers auf, allerdings hat sie einen metallenen Korpus, während die We R Memory Keepers rein aus Plastik zu bestehen scheint. Anscheinend dürften beide Schreibmaschinen von der gleichen Firma in Shanghai hergestellt werden.

Allerdings hat die We R Memory Keepers einen gewaltigen Vorteil gegenüber der Royal Classic. Die Maschine wurde gezielt über die Warenhauskette und Online-Plattform Michael’s an Scrap Book Artists verkauft. Die Royal Classic hat diesen Distributionsweg nicht. Deswegen war ich auch auf die weitere Entwicklung neugierig.

Und hier ist sie auch schon. Die Firma Royal hat anscheinend den Weg über den Teleshopping-Sender QVC (Steht für Quality, Value, Convenience. Hab‘ ich auch nicht gewusst) gewählt. Einen entsprechenden Fernsehbeitrag gibt es schon, in dem zwei Moderatoren über die Vergangenheit schwadronieren und wie viel „Fun!!!“ doch die in mehreren Farben lieferbare Royal Classic biete.

Auf der QVC-Site wird die Schreibmaschine inzwischen um 229,95 Dollar angeboten. Zum Vergleich – auf der Royal-Site wird sie aktuell um 249,95 Dollar angeboten.

Da es von der US-Firma QVC auch einen deutschen Ableger gibt, bin ich gespannt, ob Royal Classic den Sprung über den großen Teich schaffen wird.

Rodja

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Was macht eine Schreibmaschine in der Bank?

Antwort: Nichts!

Doch zuerst zu etwas anderem: Vor einigen Tagen ging die Aktion „Helios“ zu Ende (siehe Bericht der „Kleinen Zeitung“ zum Anfang). Das Planspiel sollte simulieren, wie gut Österreich auf einen dreitägigen Blackout vorbereitet ist. Sprich: Wenn kein Strom da ist. Im ersten Moment denkt man sich: Tja, Leben geht weiter. Ein Stromausfall kann ja schon mal passieren. Aber man stelle sich vor… der Kühlschrank mit den Lebensmitteln, teilweise die öffentlichen Verkehrsmittel, die Zapfsäulen an der Tankstelle, die medizinischen Geräte, Computer, Internet, Smartphones, die ganze Telekommunikation… all das würde zusammenbrechen – und das über einen längeren Zeitraum! Was würde da wohl geschehen?

Für mich war natürlich ein gewisser Aspekt sehr interessant. Bei der Kommunikation, beim Überbringen von Nachrichten, Anweisungen oder Befehlen… würde man da wieder auf mechanische Schreibmaschinen setzen? Hätte man da ein paar Schreibmaschinen parat? Gewartet und bereit für den Einsatz?

Obwohl ich mir mit meiner mickrigen Website und Nischen-Interesse nicht unbedingt eine Chance ausrechnete, schrieb ich doch die Pressestelle des Innenministeriums an, ob man mir diesbezüglich Auskunft geben könnte.

Und dann geschah das Strache-Video, der Vizekanzler und ein Parteifreund traten zurück, die Regierung wurde gesprengt – und auch der Innenminister (FPÖ) musste den Hut nehmen. Tja, jetzt glaube ich noch weniger, dass ich eine Antwort bekommen werde. Aber damit kann ich sehr gut leben. 😀

Dafür bekam ich von unerwarteter Seite eine Antwort auf eine Frage, die ich vor Jahren gestellt habe.

Ein Freund von mir arbeitet bei der Bank Austria (früher Creditanstalt). Wir kennen uns seit Ende der 1980er. Gemeinsam besuchten wir den Aufbaulehrgang zur Handelsakademie – und haben quasi den gleichen schulischen Background. Wir hatten beide noch Maschinschreiben und Stenografie in der Handelsschule. Das Maschinschreiben konnten wir im Aufbaulehrgang noch brauchen, an Stenografie wurde nicht mehr gedacht. Und als wir ins Berufsleben eintraten – er Bank, ich Versicherungsmakler (damals) – hatten wir hauptsächlich nur noch mit Computern und Netzwerken zu tun, und kaum noch mit Schreibmaschinen. Und mit den folgenden Jahrzehnten verschwand die Schreibmaschine ganz aus den Büros.

Oder doch nicht? Denn als ich vor ein paar Jahren die Schreibmaschine privat wieder entdeckte, erzählte mir der Freund, dass sie in der Bank noch immer eine Schreibmaschine herumstehen haben. Irgendwo zumindest. Ich war entzückt – und bat um ein Foto bzw. um Bekanntgabe des Verwendungszwecks. Doch immer wieder wurde darauf von uns beiden vergessen. Irgendwann fragte ich nach – und dann kam die Antwort, dass er mal aus dem Urlaub zurückkam und die Schreibmaschine suchte. Und da sagte man ihm, dass sie entsorgt wurde.

Oder auch nicht. Denn an dem Tag, an dem das Strache-Video publik wurde, bekam ich das Foto einer elektronischen Olympia Carrera de Luxe zugeschickt. Mein Kumpel hatte die Schreibmaschine in der Bank doch noch gefunden!

© S.E.

Als ich den Verwendungszweck erfuhr, war ich überrascht. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Schreibmaschine für den Ernstfall (sprich: Zusammenbruch des Computernetzwerks) gedacht ist. Doch tatsächlich hat sie einen fixen Platz im Banken-Leben. Und das trotz Internet-Banking, Smartphones & Co. Allerdings wiederum nur theoretisch.

Die Schreibmaschine kommt dann zur Verwendung, wenn Bankschecks ausgestellt werden müssen, erzählte mein Kumpel. „Die müssen nämlich noch mit Schreibmaschine geschrieben werden.“ Doch das kommt relativ selten vor. „Wir haben das Ding seit ca. fünf Jahren – als Ersatz für eine mechanische.“ Und die „neue“ Schreibmaschine wurde noch nie verwendet.

Es gebe auch keine Dienstanweisung dafür – und gewartet wurde sie auch noch nie. „Ich hoffe, die Farbbänder sind noch nicht zu Staub zerfallen“, so mein Freund abschließend.

Das ist für mich als Schreibmaschinen-Afficionado natürlich unbefriedigend. Natürlich hoffte ich auf eine Geschichte à la „Und da hatten wir eines Tages einen Netzwerkzusammenbruch. Und nur mit der Schreibmaschine und Boten konnten wir mit anderen Filialen kommunizieren.“ Aber nix. Allerdings sieht man daran auch wieder, wie der aktuelle Stand der Schreibmaschine im Büroleben ist. Und auch das ist wiederum zumindest interessant.

Rodja

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Unhappy 48th birthday to me…

Am 26. April feierte ich meinen 48. Geburtstag. Mann, bin ich alt geworden. Vor sechs Jahren konnte ich noch mit einem Verweis auf Douglas Adams (Hint: „42“, Hint: „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“) punkten.

Jetzt bin ich eher reif für die MA 48 (hier in Wien ist das die Müllabfuhr).

Normalerweise mache ich auch nicht viel Aufhebens um meinen Geburtstag. Aber diesmal muss ich es wohl machen, weil ein sehr lieber Arbeitskollege (und Schreibmaschinist) mir ein kleines Präsent gab.

Vielen Dank, Stefan, das hat mir doch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Rodja

©Rodja Pavlik

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Royal Classic – eine neue Schreibmaschine für 2019

2016 war ein besonderes Jahr für Schreibmaschinenfans. Da brachte die Firma American Crafts, spezialisiert auf Scrapbook Art, die mechanische Schreibmaschine We R Memory Keepers heraus. Eine NEUE Schreibmaschine, wohlgemerkt.

Die Fotos sahen gut aus – und die ersten Reviews, die ich fand, klangen auch recht vielversprechend. Mann, war ich angefixt. Aber ich glaubte nicht, dass ich jemals Hand an diese neue Schreibmaschine legen würde. Solange sie eine QWERTY-Tastatur hat – ausgelegt für den englischsprachigen Raum -, würde ich sie mir auch nie kaufen. Ich wollte die neue Entwicklung aber auch nicht aus den Augen verlieren und suchte immer wieder nach weiteren Reviews. Und mit der Zeit änderte sich der Tenor der Kritik, abhängig von der Erfahrung der Rezensenten. Vor allem in der Facebook-Gruppe Antique Typewriter Collectors wurde die Schreibmaschine sehr zwiespältig aufgenommen.

Nun hatte ich vor kurzem dank dem Analog-Shop „Supersense“ die Möglichkeit, so eine We R Memory Keepers Typewriter zu testen. Und was soll ich sagen? Der reinste Plastikbomber – und das würde man angesichts der Fotos gar nicht vermuten. Die Review dazu werde ich aber zu einem anderen Zeitpunkt abliefern, denn eigentlich wollte ich über etwas anderes schreiben. Nämlich dass eine neue mechanische Schreibmaschine aufgetaucht ist – und zwar von der Traditionsmarke Royal!!!

Was das aber trotzdem mit der We R Memory Keepers-Schreibmaschine zu tun hat, darauf werde ich noch eingehen…

© Richard Polt

Vor einigen Tagen kündigte der US-Philosoph Richard Polt, von dem das meiner Meinung nach wegweisende Buch „The Typewriter Revolution“ stammt, auf seinem Blog in einem Post die neue Royal Classic an. Eine mechanische Schreibmaschine aus 2019!!!

Royal… da klingelt es doch bezüglich Schreibmaschinen-Historie. Begonnen hat alles 1904 mit The Royal Typewriter Company. Damals wurden schwere, gusseiserne Maschinen produziert, von denen einige Klassiker wurden, wie z.B. die Royal 5 oder die Royal 10. Berühmte Autoren wie Ernest Hemingway oder Ian Fleming, der „Vater“ von James „007“ Bond, benützten Royal-Schreibmaschine. (Da ich momentan eine intensive „James Bond“-Phase durchlebe, interessiert mich das natürlich sehr. Lese zurzeit einige „007“-Romane, aber auch Autobiografisches über Ian Fleming.) Fleming kaufte sich sogar eine goldene Royal Quiet Deluxe, die Gerüchten zufolge von Bond-Darsteller Pierce Brosnan 1995 bei einer Auktion um rund 56.000 britische Pfund ersteigert wurde.

1926 wurde die millionste Royal Schreibmaschine hergestellt, 1957 war es die zehnmillionste Maschine. Doch mit dem Aufkommen des Computers schwand die Bedeutung der Schreibmaschine für das Unternehmen.

Das jetzige Unternehmen Royal Consumer Information Products, Inc. hat sich eigentlich auf Bürobedarf spezialisiert – auf Taschenrechner, Bleistiftspitzer, Laminatoren, Briefwaagen, Shredder, Kassen, etc. Schreibmaschinen wie der mechanische Plastikbomber Royal Epoch scheinen nur einen kleinen Teil des Repertoires auszumachen. Elektronische Schreibmaschinen wie die Royal Scriptor II dürften sogar nicht mehr lagernd zu sein. Alle Produkte größtenteils aus Plastik, und mich würde es wundern, wenn nicht ein Großteil davon made in China ist.

Und nun hat die Firma mit Royal Classic eine neue mechanische Schreibmaschine herausgebracht, die an die alte Tradition anschließen soll. Sie ist um 249,95 US-Dollar in den Farben Schwarz, Rot, Mint und Violett erhältlich. Und: Der Korpus ist aus Metall!

Doch im Gegensatz zu früher stellt Royal die Schreibmaschine nicht selbst her, sondern lässt sie in China produzieren. Und die Spur führt zur Shanghai Weilv Mechanism Company, die eben auch den We R Memory Keepers-Plastikbomber hergestellt hat. Zwar ist auf der Site kein Hinweis auf Royal zu finden, aber die Ähnlichkeiten zwischen der Royal Classic und der We R Memory Keepers Typewriter sind mehr als augenscheinlich.

Was das nun über die Qualität der Royal Classic aussagt, verheißt – laut meiner Erfahrung mit der We R Memory Keepers – nichts Gutes. Immerhin: Dass der Korpus aus Metall und nicht aus Plastik ist, ist eine Verbesserung.

In seiner Review schreibt Polt (der freundlicherweise das oben stehende Foto der Royal Classic uns zur Verfügung gestellt hat), dass aber nicht die ganze Schreibmaschine aus Metall ist. Einige Teile sind leider doch aus Plastik. Zum Beispiel eben auch die Typen selbst. Also quasi die „Stempeln“, auf denen die Buchstaben und Ziffern oben sind. Was ich davon halte, schreibe ich ein anderes Mal.

Polt ist in seiner Review kritisch, aber eher zurückhaltend optimistisch. Es gebe eine graduelle Verbesserung zur We R Memory Keepers – und eine neue Maschine ist immerhin ein Anzeichen dafür, dass ein Interesse an Schreibmaschinen besteht. Diesem Argument kann ich etwas abgewinnen.

Dennoch bin ich ein bisschen skeptisch, was den Erfolg der Royal Classic angeht. American Crafts hatte einen speziellen Markt vor Augen – und in Kooperation mit der Warenhauskette und Online-Plattform Michael’s auch einen sehr guten und eigenständigen Distributionskanal. Ob Royal diesen Buzz um seine neue Schreibmaschine wiederholen kann, bleibt abzuwarten.

Rodja

INFO: Royal Consumer Information Products, Inc.: http://www.royalsupplies.com/

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„Das ‚F‘ hängt“… Ein Witz macht die Runde

Im November 2017 tauchte auf Youtube ein Sketch aus dem legendären Wiener Kabarett Simpl auf. Der Sketch, aufgenommen vom Fernsehsender ORF, handelt von einem mittelälteren Herren, der seine Schreibmaschine in ein Bürofachgeschäft bringt und reparieren lassen will, weil „das ‚F‘ hängt“. Leider bedient ihn aber ein jugendlicher Computer-Geek, der so ein Ding noch nie gesehen hat. Was folgt, ist ein Schlagabtausch zu den Vor- und Nachteilen des Computers.

Da steckt viel Wahres darin, vor allem beim Schluss-Gag kann man als überzeugter Schreibmaschinist nur schmunzelnd mit dem Kopf nicken.

Was diesen Sketch für mich aber noch interessanter macht, ist die Karriere, die der Witz anscheinend seit dem Erscheinen auf Youtube hinlegt. Ich habe nämlich auf Google Alert die Begriffe „Schreibmaschine“ und „typewriter“ eingestellt. Erscheint in einem Artikel einer dieser Begriffe, werde ich benachrichtigt. Und gerade heuer im Februar tauchten schlagartig mehrere Artikel auf. Als ich recherchierte, entdeckte ich, dass es vor allem Berichte über die Karnevalszeit in Deutschland waren.

So berichteten u.a. das „Westfalen-Blatt“, die „Freie Presse“, die „Münstersche Zeitung“, die „Badische Zeitung“, die „Schwäbische“, „Die Glocke“, die „Frankenpost“, die „Osthessen News“, das „Göttinger Tagblatt“, die „Allgemeine Zeitung“, die „Pforzheimer Zeitung“, der „Donaukurier“ und noch viele andere Lokalmedien – mal mehr, mal weniger ausführlich – über einen Sketch mit einer Schreibmaschine, bei der das „F“ hängt. Und auch auf Youtube lässt sich eine neue Version finden.

Aus Österreich fand ich einstweilen nur etwas in den „Bezirksblättern“. Und auf Youtube den Sketch der Privaten NMS Zwettl. Hier ist aber anzumerken, dass das Stück von Kindern aufgeführt wird. Wahrscheinlich hat ein Lehrer das Stück ausgesucht – und gleich zensiert (Stichwort: Porno).

Da würde es mich doch glatt interessieren, was die Kinder von der Schreibmaschine halten.

Die Karriere dieses Sketches finde ich wirklich beachtlich. Irgendetwas muss der Witz etwas haben, das die Leute anspricht. Jene Leute von den Faschingsgilden, die den Sketch in ihr Programm aufnahmen – aber auch das Publikum. Wählten die Narren, weil der Sketch sie persönlich ansprach? Oder hatten sie ihr mittelälteres Publikum im Sinn?

Ich nehme an, dass die Aufführungsrechte an dem Sketch wie ein Theaterstück gegen Geld verliehen werden. Gab es nun ein Sonderangebot für „Das ‚F‘ hängt“? Oder ein Mengenrabatt, wenn möglichst viele Faschingsgilde die Rechte kaufen? Warum spielten so viele Faschingsgilden den Sketch fast zur gleichen Zeit?

Ich glaube, ich werde der Geschichte dieses Stücks nachrecherchieren und einmal beim Kabarett Simpl nachfragen. Mich würde auch eine Stellungnahme des Autors sehr interessieren.

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Im Farbrausch

Auf den tippenden Straßenpoeten Luke Winter bin ich bereits 2017 gestoßen, als der Brite über Crowdfunding sein Buch „Stories for Strangers Vol. II“ (hätte eigentlich „Stories while they waited No.2“ heißen sollen) finanziert bekommen wollte. Ich spendete einen Betrag – und bekam dafür auch das fertige Buch.

© Rodja Pavlik

Vor kurzem wurde ich dann über einen Blogeintrag des Australiers Robert Messenger wieder auf Luke Winter aufmerksam. Was ich nämlich nicht wusste: Der Poet fertigt nämlich auch ganz besondere Farbbänder für Schreibmaschinen an.

Farbbänder… Ich kenne viele Schreibmaschinen-Nutzer, die nur eine Farbe haben wollen. Damit können sie doppelt so viel auf Schwarz/Weiß tippen als mit einem zweifärbigen. Ich wiederum nutze, wenn es geht, zweifärbige Bänder. Man kann damit einem Text zusätzliche Nuancen verleihen. (Zu den Vorteilen von zweifärbigen Bändern aber ein anderes Mal.)

Luke Winter bietet nun ganz besondere Farbbänder an – und zwar mehrfärbige. D.h., auch mehr als zwei Farben. Und die Farben sind nicht untereinander, sondern nebeneinander. Man kann nicht zwischen zwei Farben wählen, indem man einfach auf die jeweilige Farbspur umschaltet, sondern geht beim Tippen jede Farbe durch. Dadurch erscheint der Text auch so schön bunt. Multi-colour-Farbband, sozusagen. Oder, wie Luke Winter sie nennt, Rainbow Typewriter Ribbons.

© Rodja Pavlik

Auf seiner Homepage, wo er auch seine Bücher vertreibt, bietet er die Rainbow Typewriter Ribbons um 14 britische Pfund (4 m) und 18 britische Pfund (8 m) an (exkl. Versandkosten).

Die Idee gefiel mir ganz gut, allerdings habe ich nicht unbedingt gute Erfahrungen mit custom made Farbbändern gemacht. Das Anliegen in Ehren, aber die Leute, die oft dahinter stecken, haben oft nicht die Expertise, geschweige denn das nötige Equipment, um gute Farbbänder herzustellen. Ich habe schon mal einige custom made-Farbbänder bestellt, die Qualität war nicht besonders berauschend. Vor allem trocknete die Farbe schnell aus.

Dennoch orderte ich Luke Winters Rainbow Typewriter Ribbons, weil ich die Idee an sich gut, neu und unterstützenswert finde. Sie bringt Farbe und ein bisschen Frische in die Typosphere.

© Rodja Pavlik

Der Versand funktionierte auch rasch und tadellos. Bekommen habe ich zwei kleine Schachteln mit offenen Farbbändern und einer kleinen Beschreibung. Normalerweise bekommt man ja die Bänder in Folie eingeschweißt, damit sie nicht austrocknen. D.h., Luke Winters Farbbänder sind wohl für den baldigen Gebrauch gedacht.

Für das reine Rainbow Typewriter Ribbon sollte der Käufer selbst zwei Original-Schreibmaschinenspulen parat haben. Nicht diese Einweg-Plastik-Einwegspulen, wie man sie beim Kauf eines normalen Farbbandes bekommt, sondern jene Spulen, die als Original-Zubehör bei älteren Maschinen manchmal zu finden sind. (Wenn sie nicht weggeschmissen wurden.) Die sind aus Metall und haben meist einen Widerhaken, an dem man das Farbband aufspießen/befestigen kann.

Ich beschloss, das Farbband auf einer kürzlich erstandenen Triumph Durabel zu testen. Auf deren Spulen wickelte ich das Rainbow Typewriter Ribbon auf. Um nicht zu schmutzig zu werden, benutzte ich Einweg-Küchenhandschuhe. Ein bisschen kommt man sich da auch wie ein Chirurg vor.

© Rodja Pavlik

Die Installation verlief recht problemlos. Und dann tippte ich darauf los. Zuerst einzelne Sätze – aber da kamen die wechselnden Farben zu wenig zur Geltung. Also schrieb ich eine längeren Text. Am Anfang war die Farbe noch recht schwach, aber wenn man ein bisschen ins Tippen kam, wurde es besser. Und wenn man mehrere Zeilen geschrieben hat, dann kann man sich schon einen ersten Eindruck machen.

Auf den ersten Blick bietet sich auch ein wirklich gefälliges, farbenfrohes Schriftbild. Nur wenn man etwas genauer schaut, merkt man, dass die Buchstaben nicht immer perfekt abgedruckt werden. Auf Anfrage meinte Luke Winter, dass es damit zusammenhängen könnte, dass ein frisches Farbband noch zu viel Farbe hat. Erst nach einiger Benützung würde sich das einpegeln und ein schärferes Schriftbild ergeben.

Ich muss noch hinzufügen, dass meine Triumph Durabel wahrscheinlich auch gewartet gehört, deswegen kann ein Teil der farblichen Unzulänglichkeiten natürlich damit zusammenhängen, dass die Maschine nicht ganz einwandfrei arbeitet bzw. die Gummiwalze verhärtet ist.

Dennoch fiel mir auch bei Fotos von anderen Nutzern des Rainbow Typewriter Ribbon im Internet auf, dass ebenfalls eine gewisse Unschärfe der Buchstaben vorhanden ist.

© Rodja Pavlik

Fazit: Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Produkt von Luke Winter zufrieden. Gut, einen Artikel oder ein Buch werde ich damit nicht schreiben, aber für spezielle Sachen wie Briefe kann ich mir den Einsatz des Rainbow Typewriter Ribbon durchaus vorstellen. Würde ich es noch einmal bestellen? Definitiv ja. Es bietet doch einen gewissen Schauwert.

Rodja

INFO: Luke Winter: www.storiesforstrangers.com, https://prancepress.ecwid.com; Rainbow Typewriter Ribbon: Direkt-Link Edit: Ach, so etwas von bad timing. Gerade erfahren, dass Luke Winter für ein Monat nach Griechenland geht – und erst ab März wieder liefern kann. 😦

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