„Supersense“ sucht Typisten!

Eigentlich bin ich froh, dass das „Supersense“ in der Praterstraße 70, 1020 Wien, für mich nicht am Weg liegt. Ja, ich muss einen bewussten Umweg machen, um dort hin zu kommen. Und dafür bin ich sehr dankbar. Denn wenn es auf dem Weg von oder zur Arbeit liegen würde… dann würde ich mich wohl jeden Tag in den auf den ersten Blick gar nicht so untiefen Tiefen des Geschäfts verlieren.

Optisch gesehen ist es schon groß, aber nicht sehr verwinkelt. Man bekommt von außen einen raschen Überblick. Doch der Teufel steckt im Detail. Kaum ist man drinnen, entdeckt man so viele Sachen, die einen faszinieren. Vom massiven Messing-Bleistiftspitzer zu handgemachten Notizblöcken über Sofortbildkameras (sowohl Vintage als auch neu!!!) hin zu Schallplatten und einem Tonstudio, wo schon Stars wie Gregory Porter, Kandace Springs oder Die Fantastischen Vier Live-Sessions aufnahmen. Und neuerdings gibt es im „Supersense“ eben auch Schreibmaschinen.

Aber mal ehrlich… Welches Geschäft wäre prädestinierter, Schreibmaschinen zu verkaufen als das „Supersense“? Schließlich fand hier auch das 1. Wiener Type-In statt.

Vor einiger Zeit fielen mir bei einem Besuch im Geschäft auf, dass unter den Tischen geschätzt so an die 50 bis 70 portable Schreibmaschinen standen. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass „Supersense“ für die Hotelkette 25hours ein Analog-Zimmer entwickelte. Ein Zimmer, in dem es unter anderem einen Schallplattenspieler gibt, einen Videorecorder, eine Sofortbildkamera und eben auch eine Schreibmaschine. Digital Detox – aber das nur in Maßen, denn das WLAN funktioniert noch immer, wenn man unbedingt am Laptop seine E-Mails checken muss. Im „The Royal Bavarian“ der Hotelgruppe haben sie es nicht bei dem einen Analog-Zimmer belassen. Wie der Lifestyle-Blog „Viennissima“ zu berichten weiß, gibt es neben der Rezeption in der Hotelhalle einen eigenen Platz, wo man auf Schreibmaschinen auf Hotelpapier einen Brief schreiben kann. Das Hotel übernimmt sogar die Portogebühr für den Versand!

Und nun bietet das „Supersense“ in seinem Geschäft in Wien Schreibmaschinen zum Verkauf an. Was ich so gesehen habe, rangieren die Preise zwischen rund 150,- und 250,- Euro. Gut, auf Willhaben gibt es Schreibmaschinen billiger, aber da kann man ungeschaut ziemlich ins Fettnäpfchen treten. Die mechanischen Schreibmaschinen im „Supersense“ kann man wenigstens austesten – und es stehen mehrere Modelle für den direkten Vergleich zur Verfügung. Beim ersten Testen waren einige sehr gefällige Modelle dabei, die auch optisch sehr schön erhalten sind. Zusätzlich gibt es noch ein neues Farbband (schwarz/rot), so dass man gleich los tippen kann.

© Eva Mühlbacher

Aber nicht nur, dass „Supersense“ Schreibmaschinen anbietet, nein, das Geschäft arbeitet auch an einem Service für Leute, die keine Schreibmaschine haben. Und hiermit komme ich nun auch wieder zurück zum Titel dieses Textes: „Supersense“ sucht Typisten!

Das „Supersense“ bietet bereits einige Transfer-Dienste an, die digitale Daten in etwas Analoges umwandeln. Sei es nun, dass digitale Fotos entwickelt werden, der Lieblingssong von mp3 auf Vinyl gepresst wird, oder kurze Filmsequenzen in ein Flipbook transferiert werden, das quasi wie ein Daumenkino funktioniert.

Und weil das „Supersense“ eben ein paar Schreibmaschinen übrig hat, sucht das Geschäft nun Typisten, die zugesandte Textdateien in die Schreibmaschine tippen. Zu diesem Zweck sucht „Supersense“ jemanden, der

– geübt ist im Tippen an der mechanischen Schreibmaschine
– fehlerfrei tippen kann
– weiß, wie man zu einem schönen Schriftbild kommt
– flexibel ist, um auf Projektauftragsbasis im „Supersense“ zu tippen.

Bewerbungen mit Schriftproben bitte an marlene(at)supersense.com schicken.

Ich möchte nur einmal vorwarnen. Falls jemand glaubt, dass das ein ganz leichter Studentenjob ist – und man eh als Student gewöhnt ist, ständig irgendwelche Arbeiten am Laptop zu schreiben… Wir reden hier von mechanischen Schreibmaschinen. Da sind erstens die Tastenbelegungen teilweise anders (nicht unbedingt die Buchstaben, aber bei den Zahlen kann schon mal die 1 und die Null fehlen – und die Semikola befinden sich auch teilweise woanders, als man vom Laptop gewohnt ist). Zweitens braucht man für die Tastatur auch kräftige, trainierte Finger. Wer auf einer Schreibmaschine tippt wie auf einer Laptop-Tastatur, der wird sehr schnell einen Krampf bekommen. Das nur mal als Vorabwarnung.

Das Jobangebot lässt mich auch ein bisschen schmunzeln. Erstens habe ich schon seit Jahrzehnten kein Stellenangebot mehr gesehen, in dem nach Schreibmaschinen-„Tippsen“ gesucht wurde. Zweitens: Wie ich Maschinschreiben in der Handelsschule so ab Mitte der 1980er lernte, sagte man mir noch, dass die Schreibmaschine nur für den schriftlichen Büroverkehr geeignet ist. Privates hingegen soll man jedoch lieber mit der Hand schreiben, weil eben viel persönlicher. Und heute? In Zeiten von E-Mail, Postings und Chats… da ist eben das maschingeschriebene Blatt doch viel persönlicher. (Wobei man da sicher auch einen Unterschied macht zwischen mechanisch maschingeschrieben und elektrisch/elektronisch maschingeschrieben).

Aber nicht nur für die Schreibmaschinen sucht man im „Supersense“ Typisten. (Wobei ich mich frage, ob Typist der richtige Ausdruck ist. Korrekt ist wahrscheinlich Drucksetzer, aber soweit ich das von der Technik her verstanden habe, muss man hier auch tippen.)

Im „Supersense“ kann man auch so richtig analog drucken lassen. Um künftig noch flexibler arbeiten zu können, wurden zwei historische Linotype-Setzmaschinen (Quadriga Modell 28, Gamma Modell 53 – beide von 1960) angeschafft. Nun werden Leute gesucht, die sich auf diesen Maschinen einschulen lassen, um dann von Zeit zu Zeit auf Projektbasis die Maschine zu bedienen. Wenn jemand schon Erfahrung damit hat, um so besser. (Man kann sie auch für eigene Projekte verwenden.) Auch hier melden sich Interessierte bitte an marlene(at)supersense.com.

Ehrlich gesagt, momentan überlege ich selbst gerade, ob ich mich für beide Jobs bewerbe.

Rodja

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Ich geh jetzt stempeln…

Etwas, das ich beim Postkarten und Briefe schreiben immer gehasst habe, war Adressen schreiben. Um mir zumindest beim Absender schreiben etwas zu ersparen, legte ich mir einen Stempel von Trodat zu, der mir lange Zeit gute Dienste leistete. Doch nachdem ich umgezogen bin (was auch schon wieder einige Jahre zurück liegt), nützte mir dieser Stempel so rein gar nichts mehr.

Nachdem ich jetzt langsam wieder das Briefe schreiben entdecke, machte ich mich auf die Suche nach einem Stempel mit einer Schreibmaschine als Motiv. Fündig wurde ich bei der Firma Dekolando auf Amazon. (Wenn man Amazon nicht will, dann hier der direkte Link zu Dekolando, den ich aber erst jetzt entdeckt habe.) Und das Beste: Man kann den Stempel sogar personalisieren, d.h. mit einer Adresse versehen.

© Rodja Pavlik

Das Ergebnis überzeugt mich vom Preis-Leistungsverhältnis auf jeden Fall. Die Bestellung über Amazon war etwas verwirrend, weil ich kein Feld fand, wo ich meinen Wunschtext eingeben konnte. Ich bin mir nicht sicher, ob da von Dekolando nachgefragt wird – manchen reicht ja vielleicht die Schreibmaschine als Stempelmotiv. So schrieb ich vorsichtshalber über das Amazon-System eine Extra-Nachricht an Dekolando. Und wie man sieht, hat das tadellos geklappt.

Das Stempelkissen wiederum habe ich vom hiesigen Fachgeschäft Miller auf der Mariahilfer Straße bezogen.

Rodja

PS: Ich frage mich, was jetzt als nächstes kommt. Ein Siegelring mit Schreibmaschine vielleicht? Gibt es das? Muss ich danach jetzt wirklich suchen?

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Keine Schicht ohne Kumpel – Reportage mit Bleistift

Die Arbeit des Journalisten hat sich sehr gewandelt. Am Computer sitzen, telefonierend, E-Mailend, teilweise auch mit Bildbearbeitungsprogrammen hantierend – ja, diesen Alltag kenne ich. Doch wenn man raus- und einer Geschichte nachgeht, dann hat man ein Problem. Denn den Laptop mitnehmen ist etwas unhandlich. Deswegen schwört der deutsche Journalist Thomas Kletschke auch auf B&B – auf Block und Bleistift. Back to basics halt…

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Verrenkte Glieder, Menschen mit Verätzungen. Blut. Eine Notärztin verteilt Karten. Knallhart. Drei Kategorien: liegen lassen (tot oder so gut wie), muss warten (leicht verletzt), hohe Priorität (sofort abtransportieren). Mit wenigen Rettern möglichst viele Leben erhalten. Feuerwehrleute und THW’ler (Anm.: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)- Zivil- und Katastrophenschutzorganisation) karren schweres Gerät herbei. Ein mehr-achsiger Kranwagen ist zu sehen, ein Unimog mit Blaulicht. Höre einen Helikopter und Sirenen. Rettungshunde schlagen an – ein Verschütteter ist geortet, aber noch nicht geborgen.

„Kacke“, denke ich. „Getz‘ fängt et auch noch an zu schütten.“ Hilft nix, heute hab‘ ich Schicht hier draußen. Zum Glück mit Kumpel Bleistift und Kollegin Notizblock.

Glück auch für die Verletzten und Toten. Alles nur eine Katastrophenschutzübung. Nachgestellt wird ein MANV, Behörden-Sprech für Massenanfall von Verletzten. Echt ist der stundenlang strömende Regen – bin ebenso durchweicht wie der Block aus Papier.

Macht nix. Wenn ich nachher die Seiten vorsichtig trenne, lässt sich alles lesen, um die bestellten 120 Zeilen Reportage für den Lokalteil runter tippen zu können. Die formen sich eh im Kopf und nicht am PC. Den Tipp meines Redakteurs – „draußen nur mit Bleistift und Block“ – befolge ich immer noch.

Mehr als 15 Jahre später. Wenn ich heute unterwegs bin, arbeite ich oft wie damals. Auf manchen Terminen schießt du nebenbei noch Fotos. Oder bist ständig in Bewegung, musst im Laufen schreiben. Mancherorts gibt es kaum Platz oder ein leuchtendes Display, eine klappernde Tastatur würden bloß stören, etwa im Theatersaal oder bei der teilnehmenden Beobachtung inmitten einer Meute fröhlich pogender Punker. Auch beim Besuch des im Bau befindlichen Brenner-Basistunnels musste ich mir keine Sorgen um ein elektronisches Gerät machen, dass Unter Tage kollabiert. Hier, in diesem Lärm, bei Minus-Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, musst du sowieso darauf achten, wo du hin trittst. Dicke Kabel, nahende Baustellenfahrzeuge, Arbeiter und Mineure, die sich etwas zurufen – ein Gemisch aus Italienisch, österreichischen Dialekten, Schweizer Mundarten oder Ruhrpott-Regiolekt. Mal ehrlich: Mit einem iPad oder so nimmt dich hier unten keiner für voll. Zu Recht.

Kumpel & Kollegin – © Thomas Kletschke

Zurück vom Termin, endlich zu Hause. In ein paar Stunden ist Abgabe, wie immer rast die Zeit. Rechner an, Zettel raus. Das Gekritzel – leider habe ich nie Kurzschrift gelernt, sondern eine eigene entwickelt – ist immer irgendwie zu decodieren. Was ich handschriftlich notiere, behalte ich übrigens sehr gut. Was ich in einen Rechner tippe, memoriere ich schlechter. Muss dann viel herunter scrollen. Zeitkiller.

In der Interaktion mit Menschen sind handschriftliche Notizen ebenfalls unschlagbar. Ein Block, kleiner als die Handfläche: auf den kritzele ich, während ich dem Gesprächspartner in die Augen schaue. Ist unauffällig. Hältst du dagegen jemandem einen Laptop unter die Nase, tippst in ein Smartphone, verfälscht das die Auge-in-Auge-Situation. Besonders, wenn das Gegenüber keine medienerfahrene Politikerin und kein durchtriebener PR-Profi irgendeiner Lobbygruppe ist, sondern der sprichwörtliche Mensch von der Straße. Mit B&B dagegen kommst du den Protagonisten deiner Story sehr nahe.

Papier und Bleistift sind obendrein günstige Arbeitsmittel. Sie stürzen nicht ab, bekommen keine Risse in ihren Touch-Flächen (bin Grobmotoriker, der die ihn umgebenden Objekte gerne mal „erdet“) und dürften nahezu überall auf der Welt verfügbar sein. Um einen Bleistift endgültig zu zerstören bedarf es großen Kraftaufwands. Einen Mini-Block steckst Du ins Jackett oder die Gesäßtasche. Außer ein paar Segelohren passiert da nix. Jeder hat zwar sein Päckchen zu tragen. Aber auch meine leichtesten Klapprechner wiegen gut 500 Gramm (ein 2009er Sony Vaio P mit 8″ Screen) oder 1 Kilo (Macbook 2016, 12″), hinzu kommen Kamera, Optiken, ein paar dicke Socken (wenn’s mal regnet beim Außentermin), eine Flasche Wasser oder eine Kanne Schwarzen Tee. Trag‘ dat mal drei bis acht Stunden mit dir herum.

Nutzt du dagegen einen fliegengewichtigen Block, kannst du die Notizen verwahren. So kannst du notfalls nachweisen, dass der Bürgermeister, die Geschäftsführerin oder wer auch immer das genau so und nicht anders gesagt hat. Die irgendwann anstehende Altpapier-Entsorgung solcher Zettel ist übrigens wesentlich datenschutzkonformer als das Löschen von (Cloud-) Dateien. Behaupte ich mal, ohne dass ich Jurist wäre.

© Thomas Kletschke

Welchen Bleistift? – Faber-Castell halte ich persönlich für überteuerten Mumpitz, den sich Menschen zu Weihnachten schenken, die schon einen hässlichen Montblanc-Füller auf dem Louis-Quatorze-Beistelltischchen liegen haben. Besitze zwar ein Set mit zwei Faber Castell-Stiften der etwas teureren Linie, wird mal um die 35 Euro gekostet haben, mit einem aufsteckbaren integrierten Anspitzer, hat aber praktisch nicht überzeugt. Die dunkelgrünen Modelle des nämlichen Herstellers sehen mir zu langweilig aus, nie genutzt. Die schwarz-gelb gestreiften von Staedtler schreien mich dagegen an: „Geh weg, ich bin ein Lehrer-Bleistift.“ Stabilo habe ich dann und wann lieb gewonnen, das Mauerblümchen unter den Bleistiften, das interessanter ist, als seine aufgemotzten Freunde.
Unschlagbar ist ein Druckbleistift. Die Mine lässt sich einfahren, ruiniert kein Sakko-Innenfutter und piekst nicht ins Sitzfleisch. Er lässt sich befestigen wie ein Kuli, läuft aber nie aus. Natürlich kannst du mit einem Kuli über Kopf schreiben, bei einem Parabelflug, oder im Orbit kreisend. Doch ein Druckbleistift lässt sich zumindest auf und unter der Erde auch über dem Kopf nutzen. Mein allerbester Kumpel kommt von Rotring. Liegt gut in der Hand, haptisch angenehm ist die geriffelte Fläche am Schaft-Ende. Silber- und anthrazitfarben lieferbar, jeweils matt. Meiner ist natürlich dunkel wie eine Staublunge. Befülle ihn mit 0,7 mm dünnen und mittel-harten Minen von Faber-Castell. Perfekt.

Erinnerungen an dies und das oder den und wen… © Thomas Kletschke

Zuhause habe ich eine Sammlung ungenutzter schwarzer und weißer Bleistifte. Sie werben für Steigenberger Hotels, für Kempinski, das Ritz Carlton oder den Diogenes Verlag. Ein knall-orangener Bleistift einer kleinen Design-Agentur ist der Stolz der Sammlung. Es sind Erinnerungen an Orte, Situationen, Personen. Ebenso wie die kleinen und uralten Bleistiftstummel, gespitzt, die ich nie wegschmeiße.

Schreiben mit Graphit-Ton-Gemisch; das ist Unter Tage malochen. Durch Stollen kriechen, das Material herausarbeiten, heraus schälen, heraus hauen. Erkennst an deinen Fingern, wenn du schwer geschuftet hast. Probier‘ es aus. Glück auf beim Schreiben!

Thomas Kletschke

Thomas Kletschke ist Redakteur beim Tech-Newsletter www.invidis.de und schreibt dort für B2B-Leser zu Screen-Technologien, Digitalisierung und verwandten Themen. Als freier Journalist schreibt und recherchiert er derzeit für Tageszeitungen, aktuell für die „Landshuter Zeitung“. Zuvor arbeitete er für verschiedene Magazine.

Privat mag er Retro-Tech – von Super 8 und Telex bis DAT – ebenso wie die Technologien von morgen und übermorgen. Privat liest er französische Post-Strukturalisten in fehlerhaften deutschen Übersetzungen und versucht Informatiker-Witze oder in esoterischen Programmiersprachen verfasste Hello-World-Programme nachzuvollziehen. Lieblings-Zahlungsmittel: Bar- und Verrechnungsscheck. Meist gehasste Innovationen der letzten 1.000 Jahre: Autokorrektur und Autofill-Funktionen. Ab und an trötet er via Mastodon. Bislang auf der To-do-Liste und noch nie praktiziert: Versenden eines Telegramms.

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Tom Hanks‘ verborgenes Talent

Die US-Zeitschrift „Vanity Fair“ hat mit „Secret Talent Theatre“ eine nicht ganz ernst zu nehmende Clip-Reihe ins Leben gerufen, in der Stars ihre verborgenen Talente zeigen können. Helen Mirren lässt die Peitsche knallen, um „Wonder Woman“ Gal Gadot kreiselt der Hula-Hoop-Reifen – und Nicole Kidman isst Insekten. Solche Sachen halt.

Und was macht Oscar-Preisträger Tom Hanks? Der Schreibmaschinen-Poster-Boy wechselt furchtlos das Farbband auf einer Hermes 3000. Applaus!

You will get ink on your fingers. Deal with it! – Tom Hanks

Rodja

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Die Postkarten-Challenge II

53 Postkarten. 53 Wochen.
Ein (fast) neues Jahr. Ein neues Projekt.

Ende des vergangenen Jahres habe ich das Projekt Postkarten-Challenge 2017 abgeschlossen. In dem Jahr wollte ich jede Woche eine Postkarte schreiben und schicken. Dafür besorgte ich mir so einen Postkarten-Kalender – und ja, tatsächlich schaffte ich es, eine Karte pro Woche zu schreiben. Also rein theoretisch und äußerst großzügig im Durchschnitt eines Jahres gerechnet (hüstel), wie man meinem Bericht hier entnehmen kann.

Ich hatte mit zwei Problemen zu kämpfen. Erstens hatte ich zu wenig Adressen (es hat sich nur eine Handvoll Leute gemeldet – und das für 53 Karten!), zweitens meine Faulheit (Ja, aber das war so was von unerwartet. Ich schwör’…). Aber dennoch schaffte ich es, den Postkarten-Kalender abzuarbeiten.

Und womit ich nicht gerechnet habe… ich konnte doch tatsächlich einigen Leuten eine Freude bereiten, ihnen ein kleines Lächeln in ihr Gesicht zaubern. Zumindest konnte ich das einigen Rückmeldungen in Form von Twitter-Kommentaren, E-Mails und ja, auch Postkarten und Briefen entnehmen. Es ist doch einfach was anderes, wenn man statt Rechnungen eine Karte im Postfach vorfindet.

Über zwei Reaktionen habe ich mich ganz besonders gefreut. Erstens habe ich einen Brief aus den USA von Mrs. Laura Hoelzinger erhalten (das Kuvert mit dem Emblem auf der grünen Schreibmaschine auf dem Bild). Für sie arbeitete meine Mutter in den 1970er, Anfang der 1980er als Mädchen für alles. Und von ihr bekam meine Familie die erste Schreibmaschine (nachzulesen unter „Ein Fund, der zu Tränen rührt“).

Die zweite Reaktion war von Martin Kellner, der hier schon über seine Erfahrungen mit seiner Olympia Splendid 33 geschrieben hat. In einem Mail schrieb er mir, dass er zwar von meiner Aktion gehört hatte und sie an sich ganz nett fand. Als er dann aber tatsächlich eine Karte von mir in seinem Postfach fand, trat ein Wow-Effekt ein. „Ich habe mich so sehr darüber gefreut. Das musste ich erst erleben, damit ich gemerkt habe, wie cool die Aktion ist“, so Martin in einem Mail. Und jetzt steht ebenfalls ein Postkartenkalender auf seinem Schreibtisch – ich habe die erste Karte davon bekommen (siehe Karte auf meiner grünen Hermes 3000). Vielen herzlichen Dank dafür, Martin!

Und aus diesem Grund habe ich mich – spät, aber doch (ist ja auch schon Ende Februar) – entschlossen, für mich die Postkarten-Challenge 2018 auszurufen.

© Rodja Pavlik

Wer also irgendwann im Jahr 2018 eine Postkarte erhalten will, möge mir bitte seine postalische Anschrift an schreibmaschinist(at)gmx.at übermitteln.

Vielleicht machen ja Postkarten die Welt wirklich zu einem besseren Ort. Kann mir jemand die Adressen von Donald Trump, Wladimir Putin und Kim-Jong Un schicken? Ich habe sie gerade nicht parat.

Da ich mich für eine Sache, die man eigentlich zum Jahresanfang beginnen sollte, recht spät entschlossen habe, bin ich auch recht spät mit einem Postkarten-Kalender dran. War gar nicht so einfach zu finden. Die meisten Motive (Sinnsprüche, Schottland, Irland) waren schon aus, also habe ich diesmal einen Norwegen-Kalender von Harenberg (siehe Bild) bekommen. Den Kalender hat freundlicherweise die Buchhandlung Ortner in der Tigergasse 19, 1080 Wien, besorgt.

Dort habe ich auch das kleine Blöckchen mit Schreibmaschinen-Thema vom Moses-Verlag entdeckt. (Ich wollte dafür keinen eigenen Artikel aufmachen, deswegen habe ich es in diesen Post hier reingepackt.)

Passend zu diesem Post (und weil ich ebenfalls keinen exklusiven Post dafür aufmachen wollte) möchte ich noch auf dieses graue Ding im Vordergrund des obigen Bildes verweisen. Es ist ein Adressen-Register in Schreibmaschinen-Form!

© Rodja Pavlik

Das Adress-Register habe ich um drei oder vier Euro bei Willhaben entdeckt und es aus Neugierde genommen. Leider ist es noch weniger wert, deswegen werde ich es auch entsorgen. Aber zwecks Dokumentation (you know… Schreibmaschine… das Thema zieht sich durch diesen Blog hier) will ich es dennoch kurz vorstellen.

© Rodja Pavlik

Das Ding ist grau und hässlich und leider nicht mal funktionell. Eigentlich ist es auch mehr ein Telefon-Register, denn eine ganze Adresse geht sich beim besten Willen nicht aus.

© Rodja Pavlik

Wie man sieht, haperts auch mit der Mechanik. Eigentlich habe ich „JKL“ gedrückt, bekommen habe ich „GHI“. Wie gesagt, ein Fall für die Entsorgung…

Rodja

INFO: Buchhandlung Ortner: https://ortnerbuecher.at/

PS.: Die Autorin Anika Bischoff („Abflug Transplantation: Letzter Aufruf“, „Hamburgersafari“), die hier schon über ihre Erfahrungen mit ihrer orangenen Brother DELUXE 250 TR geschrieben hat, hat mich übrigens auf das Portal www.postcrossing.com verwiesen. Falls ich also zu wenig Adressen haben sollte, werde ich mein Glück dort versuchen.

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Penna – endlich ist es da!

Obwohl es vielleicht so aussehen mag, so ist dieser Blog nicht allein zur bedingungslosen Huldigung der Schreibmaschine gedacht. Nein, auch Alternativen wie mit der Hand schreiben (gestern war übrigens „Tag der Handschrift“) oder besondere Keyboards wird hier Aufmerksamkeit gewidmet.

So habe ich schon mehrmals über von der Schreibmaschine inspirierte Keyboards geschrieben, wie das Qwerkywriter oder das Penna . Beides waren Crowdfunding-Projekte, die mein Interesse weckten. Letztendlich entschied ich mich für das Penna, weil erstens billiger, zweitens verweigerte Qwerkywriter von Anfang an eine deutschsprachige QWERTZ-Tastatur. Erst beim zweiten Modell des Qwerkywriter wurde eine QWERTZ-Tastatur angekündigt (ist noch immer „coming soon“).

Penna bzw. die dahinter agierende Firma Elretron hatte da nie Probleme gemacht. Als die Firma das Projekt vorstellte, war von QWERTZ keine Rede. Erst auf Nachfrage antwortete sie zuerst persönlich – und hatte dann auch innerhalb von ein paar Stunden auf ihrer Site den entsprechenden Verweis, dass man auch ein deutschsprachiges Keyboard-Layout ordern kann.

Und nun liegt das Penna-Keyboard vor mir. Mit dabei ist auch eine Lederimitiat-Tasche, passend für das Keyboard und ein Tablet sowie ein paar Stifte und Utensilien. Das wertet das Ganze schon mal optisch auf.

© Rodja Pavlik

Sehr viel zum Ausprobieren bin ich noch nicht gekommen. Bisher hatte ich nur einige „Trockenübungen“ – und vom Gefühl her ist das schon einmal ein ganz anderes, sympathischeres Tippen als auf dem Macbook. Aber irgendwie klappt die Verbindung via Bluetooth zu meinem 2010er-Macbook nicht. Ich muss mich da noch mal so richtig schlau machen. Wozu der Hebel (eine Reminiszenz an den Zeilenschalthebel der Schreibmaschine) wirklich gut sein soll, erschließt sich mir auch nach mehreren Videos nicht. Es soll Wörter, Sätze und Absätze verdoppeln können. Na toll.

Von einem Bekannten, der leider auch noch nicht sehr viel Zeit zum Ausprobieren hatte, habe ich schon gehört, dass das Penna trotz QWERTZ-Tastatur noch auf QWERTY eingestellt ist. Aber das sollte eigentlich auch einfach zu beheben sein. Wenn man denn Zeit hat.

Rodja

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John Mayer will Dein Brieffreund sein

Ich bin ja eh so der Singer/Songwriter-Fan. Jackie Leven, Tom Petty, Ryan Adams (Hui, wenigstens ein Lebender darunter!) und so. Aber der US-Musiker John Mayer ist mir noch nicht so wirklich untergekommen. Dabei ist es ja nicht so schwer, ein bisschen auf Youtube herumzustöbern und sich einen Überblick zu verschaffen. Aber nein, irgendwie hatte ich nie so wirklich Lust, nach ihm zu suchen.

Vielleicht auch, weil mir sein „Your Body Is A Wonderland“ einfach zu süßlich ist (schreckt mich genau so ab wie der surfende Jack Johnson, den ich zwar persönlich sympathisch finde, aber die Musik… nein, danke!)

Hauptsächlich kenne ich John Mayer durch die Gossip News über seine vielen Promi-Liebschaften wie Jennifer Love Hewitt, Jennifer Aniston oder Taylor Swift. (Nein, ich lese das nicht aus privatem Interesse, sondern werde in meinem Brotjob (Nachrichtenagentur – auch soft news) damit konfrontiert.)

Aber in letzter Zeit bin ich dann doch wieder mehr auf ihn aufmerksam geworden. Zum einen ist er einer der Protagonisten der Doku „California Typewriter“. Darin erzählt der Musiker, wie er eine (elektronische) Schreibmaschine von Brother für seinen Schaffungsprozess verwendet. „Na geh, muss ich mich jetzt doch noch näher mit ihm auseinandersetzen? Vielleicht – so sinnlos es erscheinen mag – ihn wegen eines Interviews anhauen?“, so in etwa meine Gedanken.

Und quasi als Zeichen auf diesen Gedanken veröffentlichte Mayer auf Instagram einen Aufruf, ihm doch einen Brief zu schreiben.

© Instagram

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Wohlgemerkt einen Brief, kein E-Mail!

2018: a return to naturalism. Let’s correspond. Real paper. Real ink. Real names. Here’s the plan: get yourself a typewriter (@californiatypewriter and Etsy have some great ones) and send me a one page, properly formatted letter (formal or informal) and I will reply to a few every morning. Include return envelope/postage if you’re overseas.
PO Box 3784
Beverly Hills, CA 90212
United States.

Tja, ich habe schon mal nach Hollywood geschrieben (und auf die Antwort warte ich noch immer) – aber was wäre ich für ein Chronist der Schreibmaschinen-Szene, würde ich diese zweite Chance nicht auch noch nutzen? ;-D

Rodja

PS: Ja, der Titel ist sehr clickbaitig. Und? Hat es funktioniert? Werde ich besser darin? ;-D

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