Das war dann mal weg… Die Schreibmaschine (und andere Sachen)

Im Februar diesen Jahres meldete sich – nach Vermittlung vom Internationalen Forum Historische Bürowelt e.V. (kurz IFHB) – eine deutsche Produktionsfirma bei mir. Man produziere für den ZDF die Sendung „Das war dann mal weg“. Darin werden Objekte porträtiert, die in unserem Alltag einmal wichtig waren, aber über die Zeit ersetzt worden sind oder allmählich verschwinden. Und in einer der kommenden Folgen solle es dann eben unter anderem um die Schreibmaschine gehen.

© Rodja Pavlik

Durch den IFHB habe man schon Kontakt zu Sammlern, aber man wolle eben auch Leute interviewen, die die Schreibmaschine aktiv in der heutigen Zeit nutzen. Und da käme eben ich ins Spiel – ob ich da nicht einige Leute vermitteln könnte, die z.B. im Café mit der Schreibmaschine tippen. Sogar das garstige Wort „Hipster“ fiel.

Natürlich konnte ich ihnen weiterhelfen. Ich erwähnte den USB-Typewriter (ein Installationskit aus den USA, mit dem man die mechanische Schreibmaschine an den Computer anschließen kann), den Straßenpoeten Fabian Neidhardt, Adrian Straub (ein Deutscher, der das USB-Typewriter-Kit erfolgreich installiert hat) und den Typewriter Artist Robert Doerfler.

Aus der weiteren Korrespondenz mit der Produktionsfirma ergab sich mir ein Bild, dass man vor allem Leute suchte, die bereits sendefähige Clips hatten (oder machen konnten). Jack Zylkin von der US-Firma USB-Typewriter meldete sich anscheinend nicht zurück – und die anderen Clips waren anscheinend nicht gut genug oder passten aus welchen Gründen (z.B. Zeit) auch nicht ins Konzept der Folge (wie gesagt, mein Eindruck). Nach Österreich wollte man anscheinend auch niemanden schicken, um z.B. die Schreibmaschinen-Reparaturwerkstätte Schilhan oder mich zu befragen. (Nicht, dass ich letzteres wirklich erwartet hätte, bauchgepinselt hätte ich mich aber schon gefühlt. :-D). Aber wenigstens das Material von Robert Doerfler wurde verwendet.

Am 7. Oktober lief nun die aktuelle Folge von „Das war dann mal weg…“ im Fernsehen. Leider kann ich ihn im Blog nicht einbetten, der ganze 43-minütige Beitrag ist aber online über den Link https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/das-war-dann-mal-weg-alltag-102.html bis zum 17. Oktober abrufbar. (Sollte er danach auf Youtube auftauchen, werde ich dann ebenfalls verlinken oder einbetten.)

Der rund zehnminütige Beitrag über die Schreibmaschine beginnt ab ca. 05:30, die anderen Beiträge über Versandhauskataloge, Paternoster, Briketts, Teppichklopfer und Prilblumen sind aber auch sehr interessant. Im Ganzen ein wirklich gelungener Beitrag, mein Kompliment.

Rodja

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TV-Porträt über Schreibmaschinen-Künstler Robert Doerfler

Einfach großartig. Ich bin ja ein bisschen ein Fan von der Kunst des Chemnitzers Robert Doerfler, den ich hier schon öfter mal vorgestellt habe. Der Deutsche tippt mit seiner Schreibmaschine Bilder – und die schauen wesentlich besser aus, als die Zeichnungen, die ich mit der Hand anfertige. Nun hat der MDR ein kleines Porträt über den Typewriter Artist produziert.

Von Robert habe ich schon einige Sachen wie einen Druck, Postkarten und zwei T-Shirts – das hier und auch das ASCII-Porträt von Chewbacca (ich bin ja dafür, dass er auch noch Darth Vader macht), das Robert im MDR-Beitrag trägt.

Rodja

INFO: Robert Doerflers Homepage: http://typewriter-art.de/

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Das traurige Überbleibsel von Olympia

Ich wollte meinem Sohn der Gaudi halber schon seit einiger Zeit ein Funkgerät schenken. Zufälligerweise sah ich bei einer Elektronikfachkette diese Geräte der Marke Olympia. Das ist, was von der 1992 aufgelösten Produktionsfirma für Büromaschinen übrig geblieben ist – die Nutzung von Markenname und Logo.

Rodja

© Rodja Pavlik

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Cradle of Filth: „You Will Know The Lion By His Claw“

Voriges Jahr präsentierte die Band Katatonia ihr Lyrik-Video „Old Heart Falls“, in dem eine Schreibmaschine in Szene gesetzt wurde. Ein sehr schönes, stimmungsvolles Video, wie ich finde. Aber der Song ist auch eher ein softer – also für Metal-Begriffe.

Aber würde eine Schreibmaschine auch als Sujet durchgehen, wenn der Song a bisserl mehr Speed aufweist? Den Beweis hat nun die britische Dark-Metal Band Cradle of Filth erbracht.

Nun hat Cradle of Filth nachgelegt. Schreibmaschinenkünstler Robert Doerfler hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die britische Dark-Metal-Band mit „You Will Know The Lion By His Claw“ ebenfalls ein Schreibmaschinen-goes-Lyrik-Video veröffentlicht hat. Und siehe da… die Schreibmaschine ist auch für Schwermetall-Einsätze tauglich…

Rodja

INFO: www.cradleoffilth.com

PS: Irgendwie putzig: Als Werbung zu Cradle of Filth wird mir Cat Stevens neues Album angezeigt. 😀

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Goodies aus Amerika – The Boston Typewriter Orchestra

© Rodja Pavlik

Vor einiger Zeit unterstützte ich eine Crowdfunding-Aktion des Boston Typewriter Orchestra. Die Gruppe wollte eine Platte aufnehmen – so richtig auf Vinyl halt.

Das digitale Download-Package der EP „termination without prejudice“ habe ich schon längst erhalten. Aber erst diese Woche erhielt ich das Paket, auf das ich eigentlich gespitzt habe. Die EP auf Vinyl mit vier Songs („Angry Factory“, „Break Time“, „Harold“ und „Floating Holiday“) – und das absolut coole „Underwood Skull-Typewriter“-T-Shirt. Wird wohl mein neues Lieblings-T-Shirt werden.

Vielen Dank nach Amerika

Rodja

PS: So, was mache ich jetzt mit der Schallplatte? Ich habe ja leider keinen Plattenspieler mehr. Aber das kann sich ja noch ändern…

INFO: www.bostontypewriterorchestra.com

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Was für die Weiterbildung…

Momentan versuche ich mich ein bisschen in die Technik von Schreibmaschinen einzulesen. Vor kurzem habe ich mir ja eine Bauanleitung für eine Kleinschreibmaschine vom Anfang des 20. Jahrhunderts besorgt, jetzt das kleine Heftlein „Konstruktionselemente der Schreibmaschine“ von Jürgen Helfer von 1948.

Rodja

© Rodja Pavlik

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Die rätselhafte Enigma

Nun ja, die Enigma ist nicht wirklich eine Schreibmaschine. Sie ist eine Chiffriermaschine, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis benutzt wurde und den Alliierten einiges Kopfzerbrechen bescherte. Letztendlich konnten sie aber die Maschine knacken – und das so geheim, dass die Deutschen die Maschine noch weiter nutzten, obwohl die Alliierten bereits mitlesen konnten.

Wenn man so sagen kann, ist die Enigma eine Mischung aus einer Schreib- und einer Rechenmaschine. Kein Wunder, dass sie so etwas wie der Heilige Gral für Maschinensammler (sowohl Schreib- als auch Rechenmaschinen) ist.

Vor kurzem lief im Fernsehen ja das Weltkriegsdrama „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ mit Benedict „Sherlock“ Cumberbatch als tragisches Mathematik-Genie Alan Turing, der nicht nur maßgeblich am Knacken der Enigma-Maschine beteiligt war, sondern auch als Vordenker der Computertechnologie galt.

Ganz aktuell ist natürlich die Geschichte von dem Typen (ein Kryptografieprofessor), der – genau wissend, um was es sich da handelt – in Bukarest eine Enigma-Maschine für 100 Euro am Flohmarkt kaufte, und diese dann um 45.000 Euro versteigern ließ, wie der „Spiegel“ berichtet.

Einen Blick auf die Funktionsweise der Enigma bietet der Vortrag von Jörg Thien vom Juni 2014 im Peter Mitterhofer Schreibmaschinenmuseum in Partschins. Das Video wollte ich schon länger hier posten, aber erst die aktuelle TV-Ausstrahlung und die Auktion haben mich wieder daran erinnert.

Rodja

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